Provision

Eine Provision ist eine erfolgsabhängige Vergütung, die sich nach Umsatz oder abgeschlossenen Geschäften richtet, für Angestellte meist zusätzlich zu einem festen Gehalt.

Geschrieben von: Beke SchoustraAktualisiert am:

Eine Provision ist eine erfolgsabhängige Vergütung: Sie richtet sich nach dem Umsatz, den jemand macht, oder nach den Geschäften, die er abschließt oder vermittelt. Angestellte im Verkauf bekommen sie meist zusätzlich zu einem festen Gehalt, dem Fixum. Freie Handelsvertreter und Makler arbeiten oft nur auf Provision.

Für Angestellte mit Provision gelten die Regeln des Handelsgesetzbuchs für Handelsvertreter zum großen Teil mit: der Anspruch auf Provision für die eigenen Geschäfte, die Fälligkeit und die Abrechnung (§ 65 HGB mit § 87 Abs. 1 und 3 und §§ 87a bis 87c HGB). Daneben gelten Mindestlohn, Urlaubsrecht und Entgeltfortzahlung wie für alle Beschäftigten.

Provision für Angestellte und für Handelsvertreter

Merkmal

Angestellte im Verkauf

Handelsvertreter

Status

Arbeitnehmer, an Weisungen und Arbeitszeiten gebunden

selbständig, gestaltet Tätigkeit und Arbeitszeit im Wesentlichen frei (§ 84 Abs. 1 HGB)

Grundlage der Provision

Arbeitsvertrag und § 65 HGB

Handelsvertretervertrag und §§ 87 bis 87c HGB

Mindestlohn

gilt (§ 1 MiLoG)

gilt nicht

Steuer

Lohnsteuer über die Lohnabrechnung

Einkommensteuer über die eigene Steuererklärung

Wer im Laden steht, nach Dienstplan arbeitet und Weisungen bekommt, ist angestellt, auch wenn im Vertrag „Handelsvertreter“ steht. Wer nicht im Wesentlichen frei über Tätigkeit und Arbeitszeit bestimmt, gilt als Angestellter (§ 84 Abs. 2 HGB).

Arten der Provision

Art

So wird gerechnet

Beispiel

Umsatzprovision

Prozentsatz vom Umsatz

2 % auf alle Verkäufe im Elektrofachmarkt

Abschlussprovision

fester Betrag oder Prozentsatz je Vertrag

25 € je abgeschlossenem Mobilfunkvertrag

Staffelprovision

höherer Satz ab einer Umsatzschwelle

3 % bis 20.000 € Monatsumsatz, 4 % auf alles darüber

Fixum plus Provision

festes Monatsgehalt und Provision obendrauf

2.200 € Fixum plus Staffelprovision

Bezirks- oder Teamprovision

Provision auch für Geschäfte, an denen jemand nicht selbst beteiligt war

nur, wenn der Vertrag sie vorsieht

Die Bezirksprovision steht Angestellten nur zu, wenn sie vereinbart ist. § 65 HGB übernimmt für sie § 87 Abs. 1 und 3, den Absatz 2 mit der Bezirksprovision der Handelsvertreter aber nicht.

Wie der Akkordlohn gehört die Provision zum Leistungslohn: Mehr Ergebnis bringt mehr Geld. Beim Akkord zählt die Menge, bei der Provision der Umsatz oder der Abschluss.

Mit Provision nichts zu tun hat das Trinkgeld in der Gastronomie. Es kommt freiwillig vom Gast und ist für Arbeitnehmer steuerfrei (§ 3 Nr. 51 EStG), eine Provision zahlt der Arbeitgeber und sie ist voll steuerpflichtig.

Provision berechnen: ein Beispiel aus dem Möbelhaus

Eine Verkäuferin in einem Möbelhaus hat ein Fixum von 2.200 € und eine Staffelprovision: 3 % auf den Monatsumsatz bis 20.000 €, 4 % auf alles darüber. Im Oktober verkauft sie für 26.000 €.

Rechenschritt

Betrag

3 % auf die ersten 20.000 €

600 €

4 % auf die übrigen 6.000 €

240 €

Provision für Oktober

840 €

Bruttoverdienst mit Fixum

3.040 €

Grundlage ist das Entgelt, das der Kunde zahlt. Ein Skonto für Barzahlung wird nicht abgezogen, Nebenkosten wie Lieferung nur, wenn sie dem Kunden gesondert in Rechnung gestellt werden (§ 87b Abs. 2 HGB). Ist kein Satz vereinbart, gilt der übliche (§ 87b Abs. 1 HGB).

Zahlt ein Kunde nicht, entfällt die Provision, schon gezahlte Beträge sind zurückzugeben (§ 87a Abs. 2 HGB). Führt das Möbelhaus selbst den Auftrag nicht aus, zum Beispiel weil es nicht liefern kann, bleibt der Anspruch bestehen, es sei denn, der Betrieb hat den Ausfall nicht zu vertreten (§ 87a Abs. 3 HGB).

Wann die Provision fällig ist und wie abgerechnet wird

Der Anspruch auf Provision entsteht, sobald der Betrieb das Geschäft ausgeführt hat, also etwa die Küche geliefert ist (§ 87a Abs. 1 HGB). Ein späterer Zeitpunkt kann vereinbart werden, mit der Ausführung besteht dann aber ein Anspruch auf einen angemessenen Vorschuss, fällig spätestens am letzten Tag des Folgemonats.

Abgerechnet wird monatlich, der Zeitraum darf auf höchstens drei Monate verlängert werden. Die Abrechnung muss spätestens bis zum Ende des folgenden Monats vorliegen (§ 87c Abs. 1 HGB), und fällig ist die Provision am letzten Tag des Monats, in dem abzurechnen ist (§ 87a Abs. 4 HGB). Mitarbeitende können einen Buchauszug über alle provisionspflichtigen Geschäfte verlangen, und dieses Recht lässt sich vertraglich nicht ausschließen (§ 87c Abs. 2 und 5 HGB).

Nach dem Ausscheiden steht die Provision auch für Geschäfte zu, die jemand noch vermittelt oder so weit vorbereitet hat, dass der Abschluss überwiegend darauf beruht, wenn er innerhalb einer angemessenen Frist zustande kommt (§ 87 Abs. 3 HGB).

Arbeiten auf Provisionsbasis und der Mindestlohn

Angestellten nur Provision zu zahlen, ohne Fixum, ist erlaubt. Der Mindestlohn gilt trotzdem: Die für den Monat gezahlte Bruttovergütung muss die geleisteten Stunden mal 13,90 € decken, ab 1. Januar 2027 mal 14,60 € (§ 1 MiLoG, MiLoV5). Provisionen zählen dabei mit, weil sie Gegenleistung für die Arbeit sind (BAG, 25. Mai 2016, 5 AZR 135/16).

Ein Verkäufer im Elektrofachmarkt arbeitet im Februar 120 Stunden und bekommt ausschließlich Provision. Die Untergrenze liegt bei 120 × 13,90 € = 1.668 €. Verdient er in diesem Monat nur 1.400 € Provision, stockt der Betrieb um 268 € auf, spätestens bis zum letzten Bankarbeitstag des Folgemonats (§ 2 Abs. 1 MiLoG). Ein starker März gleicht den Februar nicht aus.

Ohne erfasste Stunden lässt sich das nicht prüfen. Für Minijobber muss der Arbeitgeber Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit ohnehin spätestens bis zum siebten Tag aufzeichnen, in einigen Branchen für alle Beschäftigten (§ 17 Abs. 1 MiLoG).

Provision bei Urlaub, Krankheit und Feiertag

Im Urlaub verkauft niemand, die Provision fällt trotzdem nicht einfach weg. Das Urlaubsentgelt richtet sich nach dem durchschnittlichen Verdienst der letzten 13 Wochen vor dem Urlaub, Provisionen eingeschlossen, Überstundenvergütung ausgenommen (§ 11 Abs. 1 BUrlG). Hat die Verkäuferin in diesen 13 Wochen an 65 Tagen gearbeitet und mit Fixum und Provision 9.750 € verdient, bekommt sie 150 € pro Urlaubstag.

Bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall wird fortgezahlt, was in der regelmäßigen Arbeitszeit verdient worden wäre. Für eine Vergütung, die auf das Ergebnis der Arbeit abstellt, nimmt das Gesetz den erzielbaren Durchschnittsverdienst (§ 4 Abs. 1 und 1a EFZG). An einem gesetzlichen Feiertag ist das Entgelt zu zahlen, das ohne den Arbeitsausfall verdient worden wäre (§ 2 Abs. 1 EFZG).

Wie wird eine Provision versteuert?

Für Angestellte ist die Provision Arbeitslohn. Wird sie mit dem Gehalt für den jeweiligen Monat abgerechnet, versteuert der Arbeitgeber sie als laufenden Arbeitslohn zusammen mit dem Fixum. Eine Jahresprovision, die einmal für das ganze Jahr kommt, ist dagegen ein sonstiger Bezug (§ 38a Abs. 1 Satz 3 EStG) und wird nach der Jahreslohnsteuer mit und ohne die Zahlung besteuert (§ 39b Abs. 3 EStG).

Steuerfrei ist eine Provision für Angestellte nicht, auch keine einmalige. Sozialversicherungsbeiträge fallen auf jede Provision an, sie gehört zum Arbeitsentgelt (§ 14 Abs. 1 SGB IV). Selbständige Handelsvertreter versteuern ihre Provisionen selbst über die Einkommensteuererklärung.

Die Stunden für den Mindestlohn-Abgleich

Ob eine Provision den Mindestlohn deckt und wie hoch das Urlaubsentgelt ausfällt, entscheidet sich an den Stunden. Shiftbase rechnet keine Provision aus und erstellt keine Lohnabrechnung, liefert aber diese Stunden: Arbeitszeiten aus der Zeiterfassung, gestempelt per App oder im Browser, und genehmigte Abwesenheiten.

Im Lohnbericht stehen Vertragsstunden und gearbeitete Stunden nebeneinander. Über die vorbereitende Lohnabrechnung gehen sie DATEV-kompatibel oder als Excel-Datei an dein Lohnbüro, das die Provision aus Kasse oder Warenwirtschaft dazunimmt.

Häufig gestellte Fragen

Eine Provision ist eine erfolgsabhängige Vergütung, die sich nach dem Umsatz oder nach abgeschlossenen Geschäften richtet. Angestellte im Verkauf bekommen sie meist zusätzlich zu einem Fixum, Handelsvertreter und Makler oft als einzige Vergütung.

Angestellte haben Anspruch auf Provision, sobald der Betrieb das Geschäft ausgeführt hat (§ 87a Abs. 1 HGB in Verbindung mit § 65 HGB). Abgerechnet wird monatlich oder für höchstens drei Monate, fällig ist die Provision am letzten Tag des Monats, in dem abzurechnen ist.

Die Provision zählt zum Arbeitsentgelt und ist damit Teil des Gehalts: Sie ist lohnsteuer- und beitragspflichtig, fließt in das Urlaubsentgelt ein und zählt beim Mindestlohn mit, wenn sie für den jeweiligen Monat gezahlt wird.

Eine Provision wird bei Angestellten über die Lohnabrechnung versteuert: monatlich abgerechnet als laufender Arbeitslohn, als Jahresprovision als sonstiger Bezug (§ 38a Abs. 1 EStG). Sozialversicherungsbeiträge fallen in beiden Fällen an. Steuerfrei ist eine Provision für Angestellte nicht.

Ein Arbeitgeber darf Angestellte nur auf Provisionsbasis bezahlen, muss aber jeden Monat den Mindestlohn für die geleisteten Stunden sichern. Liegt die Provision darunter, stockt er auf. Mehr Planungssicherheit gibt ein Festgehalt als Fixum mit Provision obendrauf.

Eine Provision rechnet man aus, indem man den vereinbarten Satz auf den Umsatz oder die Abschlüsse anwendet, bei einer Staffel getrennt je Stufe. Bei 3 % bis 20.000 € und 4 % darüber ergeben 26.000 € Umsatz 600 € plus 240 €, also 840 € Provision.

Im Urlaub wird die Provision über das Urlaubsentgelt bezahlt, das sich nach dem Durchschnittsverdienst der letzten 13 Wochen richtet (§ 11 BUrlG). Bei Krankheit wird der erzielbare Durchschnittsverdienst fortgezahlt (§ 4 Abs. 1a EFZG).

Eine Provision wird für Angestellte als Bruttobetrag vereinbart und abgerechnet. Ausgezahlt wird sie mit dem Gehalt netto, nach Abzug von Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen.

Beke Schoustra
Beke SchoustraAccount Executive DACH

Beke schreibt für Shiftbase über Dienstplanung, Zeiterfassung und alles, was die Personalplanung leichter macht. Sie übersetzt den Alltag von Teamleitern in praktische Tipps, die sofort weiterhelfen.

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