Arbeitsentgelt

Arbeitsentgelt sind alle laufenden oder einmaligen Einnahmen aus einer Beschäftigung (§ 14 SGB IV). Auf dieses Entgelt berechnet der Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge.

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Was ist Arbeitsentgelt?

Arbeitsentgelt sind alle laufenden oder einmaligen Einnahmen aus einer Beschäftigung, gleich ob ein Rechtsanspruch darauf besteht, wie sie heißen und in welcher Form sie gezahlt werden (§ 14 Abs. 1 SGB IV). Dazu zählen auch Einnahmen, die nur im Zusammenhang mit der Beschäftigung gezahlt werden. Der Begriff stammt aus dem Sozialversicherungsrecht: Auf das Arbeitsentgelt werden die Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung berechnet.

Im Alltag sagt man Lohn, wenn nach Stunden bezahlt wird, und Gehalt bei einem festen Monatsbetrag. Beides ist Arbeitsentgelt. Im Steuerrecht heißt es Arbeitslohn, und die Summe vor allen Abzügen nennt die Lohnabrechnung Bruttoentgelt.

Arbeitsentgelt, Arbeitslohn, Arbeitseinkommen: die Begriffe im Vergleich

Begriff

Rechtsbereich

Was gemeint ist

Arbeitsentgelt

Sozialversicherung, § 14 SGB IV

alle Einnahmen aus einer Beschäftigung, Grundlage der Beiträge

Arbeitslohn

Lohnsteuer

Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit, Grundlage der Lohnsteuer

Bruttoentgelt

Lohnabrechnung

Summe aller Bezüge eines Monats vor Steuern und Beiträgen

Arbeitseinkommen

Sozialversicherung, § 15 SGB IV

Gewinn aus selbstständiger Tätigkeit, ohne Arbeitgeber

Nettoeinkommen

Lohnabrechnung

was nach Lohnsteuer und Arbeitnehmerbeiträgen ausgezahlt wird

Arbeitsentgelt und Arbeitslohn decken sich weitgehend. Wo sie auseinanderlaufen, zeigt sich bei den Zuschlägen.

Beitragspflichtiges Arbeitsentgelt: was dazuzählt und was nicht

Was lohnsteuerfrei ist oder pauschal versteuert wird, gehört in der Regel nicht zum beitragspflichtigen Arbeitsentgelt (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bis 3 SvEV). Das gilt nur, wenn die Beträge in der Abrechnung tatsächlich steuerfrei belassen oder pauschal versteuert werden (§ 1 Abs. 1 Satz 2 SvEV).

Zahlung

beitragspflichtig?

Grundlohn, Gehalt, Provision

ja

Vergütung für Überstunden

ja

Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Prämien

ja, als einmalige Einnahme

Sachbezüge

ja, soweit sie nicht steuerfrei sind oder pauschal versteuert werden

Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge

nein, soweit steuerfrei und auf einen Grundlohn bis 25 € pro Stunde berechnet

Zuschuss zum Mutterschaftsgeld

nein (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 SvEV)

steuerfreie Aufwandsentschädigungen, Übungsleiterpauschale

nein (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 16 SvEV)

Bei den Zuschlägen liegen Steuer und Sozialversicherung auseinander. Steuerfrei bleiben Sonntags-, Feiertags- und Nachtzuschläge bis zu einem Grundlohn von 50 € pro Stunde (§ 3b Abs. 2 EStG), beitragsfrei nur, soweit der Grundlohn nicht über 25 € liegt (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SvEV). Eine Schichtleiterin im Hotel mit 30 € Grundlohn bekommt ihren Nachtzuschlag also steuerfrei. Beitragspflichtig ist trotzdem der Teil, der auf die 5 € über der Grenze entfällt. Welche Lohnarten es sonst gibt und wie sie abgerechnet werden, steht im Lexikon.

Ist Arbeitsentgelt brutto oder netto?

Arbeitsentgelt ist ein Bruttobegriff. Die Beiträge und die Minijob-Grenze (§ 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV) werden vom Arbeitsentgelt vor Abzug von Steuern und Beiträgen gerechnet. Netto ist erst, was nach Lohnsteuer und Arbeitnehmeranteilen übrig bleibt.

Wann das Arbeitsentgelt gezahlt werden muss

Ohne andere Vereinbarung ist das Arbeitsentgelt nach der Arbeitsleistung fällig, und wer nach Zeitabschnitten bezahlt wird, bekommt es nach Ablauf jedes Abschnitts (§ 614 BGB). Beim Monatslohn heißt das: nach Ablauf des Monats, wenn Arbeits- oder Tarifvertrag keinen anderen Termin nennen.

Für die Beiträge gilt ein eigener Termin. Sie sind in voraussichtlicher Höhe spätestens am drittletzten Bankarbeitstag des Monats fällig, in dem gearbeitet wurde, ein Rest am drittletzten Bankarbeitstag des Folgemonats (§ 23 Abs. 1 SGB IV). Bei schwankenden Stunden, wie in Gastronomie und Handel, darfst du stattdessen den Betrag der Beiträge des Vormonats zahlen und den Rest im Folgemonat ausgleichen.

Vorenthalten von Arbeitsentgelt nach § 266a StGB

Unter der Überschrift „Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt“ bestraft § 266a StGB Arbeitgeber, die die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung nicht an die Einzugsstelle abführen, auch wenn gar kein Lohn ausgezahlt wurde. Ebenso strafbar ist es, die Einzugsstelle mit falschen oder unvollständigen Angaben über die Beschäftigung zu täuschen oder sie darüber im Unklaren zu lassen, sodass die Arbeitgeberbeiträge ausbleiben, etwa bei nicht gemeldeten Aushilfen. Die Strafe reicht bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, in besonders schweren Fällen bis zu zehn Jahren (§ 266a Abs. 1, 2 und 4 StGB).

Wer die Beiträge zum Fälligkeitstag nicht aufbringen kann, sollte die Einzugsstelle spätestens dann schriftlich informieren: über die Höhe der Beiträge und darüber, warum die Zahlung trotz ernsthafter Bemühungen nicht möglich ist. Das Gericht kann dann von Strafe absehen, und wer innerhalb der gesetzten Frist nachzahlt, bleibt insoweit straffrei (§ 266a Abs. 6 StGB).

Arbeitsentgelt aus Schichtarbeit vorbereiten

Im Schichtbetrieb setzt sich das Arbeitsentgelt jeden Monat neu zusammen, aus Stunden, Überstunden und Zuschlägen, von denen manche beitragspflichtig sind und manche nicht. In der Lohnvorbereitung von Shiftbase laufen Zuschläge und Überstunden während des Abrechnungszeitraums mit, und die geprüften Stunden gehen als DATEV-kompatibler Export an die Lohnabrechnung. Die Beiträge berechnet das Lohnprogramm, aus Stunden, die vorher schon geprüft sind.

Häufig gestellte Fragen

Arbeitsentgelt sind alle laufenden oder einmaligen Einnahmen aus einer Beschäftigung, egal wie sie heißen oder in welcher Form sie gezahlt werden (§ 14 Abs. 1 SGB IV). Dazu gehören Lohn, Gehalt, Zuschläge, Provisionen, Sonderzahlungen und Sachbezüge. Auf das Arbeitsentgelt berechnet der Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge.

Arbeitsentgelt ist ein Bruttobetrag: der Verdienst vor Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen. Von diesem Betrag werden die Beiträge und die Minijob-Grenze berechnet. Was nach allen Abzügen ausgezahlt wird, ist das Nettoeinkommen.

Zuschläge gehören grundsätzlich zum Arbeitsentgelt. Steuerfreie Sonntags-, Feiertags- und Nachtzuschläge sind aber beitragsfrei, soweit sie auf einen Grundlohn bis 25 € pro Stunde berechnet werden (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SvEV); steuerfrei bleiben sie bis 50 € Grundlohn (§ 3b EStG).

Beitragspflichtiges Arbeitsentgelt ist der Teil des Arbeitsentgelts, auf den Sozialversicherungsbeiträge anfallen. Was lohnsteuerfrei ist oder pauschal versteuert wird, bleibt in der Regel beitragsfrei (§ 1 SvEV), etwa der Zuschuss zum Mutterschaftsgeld oder steuerfreie Aufwandsentschädigungen.

Das Arbeitsentgelt ist ohne andere Vereinbarung nach der Arbeitsleistung fällig, beim Monatslohn nach Ablauf des Monats (§ 614 BGB). Die Sozialversicherungsbeiträge darauf sind spätestens am drittletzten Bankarbeitstag des Monats fällig, in dem gearbeitet wurde (§ 23 Abs. 1 SGB IV).

Vorenthalten von Arbeitsentgelt nach § 266a StGB bedeutet, dass ein Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge seiner Beschäftigten nicht an die Einzugsstelle abführt oder Beiträge durch falsche Angaben verschleiert. Es drohen bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, in besonders schweren Fällen mehr.

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