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Zeiterfassung per Chip: RFID-Systeme einfach erklärt

  • Verfasst von: Diana Tran
  • Letzte Aktualisierung: 13 Mai 2026
Mitarbeiterin hält RFID-Transponder an Zeiterfassungsterminal im Büro

Inhaltsverzeichnis

Du suchst eine zuverlässige Methode, um Arbeitszeiten in deinem Betrieb digital zu erfassen? Dann ist die Zeiterfassung per Chip eine der bewährtesten Lösungen auf dem Markt. Dieses Lexikon erklärt dir, wie RFID-Chips funktionieren, welche Vorteile sie gegenüber der klassischen Stempeluhr bieten, was die Einführung kostet und welche Datenschutzregeln du beachten musst.

  • Ein RFID-Chip am Zeiterfassungsterminal erfasst Arbeitszeiten sekundenschnell, fehlerfrei und lässt sich mit Zutrittskontrolle kombinieren. Er eignet sich für Betriebe jeder Größe, reduziert den HR-Aufwand spürbar und erfüllt die gesetzlichen Anforderungen zur Arbeitszeiterfassung. 

Was ist ein Zeiterfassung Chip?

Ein Zeiterfassung Chip ist ein kleines elektronisches Bauteil, das per Funkwelle (RFID: Radio-Frequency Identification) Daten kontaktlos an ein Terminal sendet. Jeder Chip trägt eine eindeutige Identifikationsnummer, über die das System den jeweiligen Mitarbeitenden erkennt und die Buchung automatisch zuordnet.

In der Praxis gibt es den Chip in drei Varianten:

  • als Karte (Scheckkartenformat, einfach in der Brieftasche)
  • als Schlüsselanhänger (robust, immer griffbereit)
  • als Aufkleber (flexibel, zum Aufkleben auf vorhandene Ausweise)

Wie unterscheidet sich das von einer klassischen Stempeluhr? Die traditionelle Stempeluhr stanzt eine physische Markierung in eine Papierkarte. RFID-Systeme übertragen die Buchung dagegen digital, speichern sie sofort in der Cloud oder auf einem lokalen Server und werten sie automatisch aus. Manuelle Übertragungsfehler entfallen komplett.

Wie funktioniert die RFID-Technologie bei der Zeiterfassung?

RFID steht für "Radio-Frequency Identification" und überträgt Daten über elektromagnetische Felder. Das System besteht aus zwei Kernkomponenten: dem Transponder (Chip) und dem Lesegerät (Terminal).

Passive vs. aktive RFID-Chips: Was ist der Unterschied?

Passive RFID-Chips benötigen keine eigene Stromversorgung. Sie beziehen ihre Energie aus dem elektromagnetischen Feld des Terminals, sind dadurch dauerhaft wartungsfrei und günstig in der Anschaffung. Für die Zeiterfassung sind passive Chips bei weitem die häufigste Wahl.

Aktive RFID-Chips besitzen eine eigene Batterie, erreichen größere Reichweiten von bis zu 100 Metern und kommen eher in Logistik oder Fuhrparkmanagement zum Einsatz. Für klassische Zeiterfassung sind sie meist überdimensioniert und teurer.

Die gängigen Frequenzbänder: 125 kHz (Low Frequency, älterer Standard) und 13,56 MHz (High Frequency, NFC-kompatibel, moderner Standard). Viele aktuelle Terminals unterstützen beide Varianten sowie NFC-fähige Smartphones.

Schritt für Schritt: So läuft eine Buchung am Terminal ab

  1. Mitarbeitende halten den Chip an das Terminal (Leseabstand: wenige Zentimeter).
  2. Das Terminal liest die Identifikationsnummer des Chips innerhalb von Millisekunden aus.
  3. Die Software ordnet die Nummer dem Mitarbeiterprofil zu.
  4. Die Buchung wird gespeichert: Arbeitsbeginn, Pause, Schichtende oder Abwesenheit.
  5. Die Daten stehen sofort in der Verwaltungsoberfläche zur Verfügung.

Vorteile der Zeiterfassung per Chip

Präzision und Fehlerfreiheit

Jede Buchung wird auf die Sekunde genau erfasst. Tippfehler bei manueller Eingabe oder unleserliche Stempelabdrücke auf Papier gehören der Vergangenheit an. Das ist besonders wichtig, seit die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung in Deutschland für alle Betriebe gilt.

Weniger Verwaltungsaufwand für HR

Dein HR-Team gewinnt täglich Zeit zurück. Die Software berechnet automatisch: geleistete Stunden, Überstunden, Pausenzeiten und Fehlzeiten. Abrechnungsrelevante Daten lassen sich direkt in Lohnbuchhaltungssysteme exportieren, zum Beispiel über eine DATEV-Schnittstelle.

Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) verbringen HR-Mitarbeitende in Unternehmen ohne digitale Zeiterfassung durchschnittlich bis zu 30 Prozent ihrer Arbeitszeit mit administrativen Aufgaben rund um Zeitkonten und Abrechnungen.

Zutrittskontrolle und Zeiterfassung in einem System

Mit demselben RFID-Transponder, mit dem deine Mitarbeitenden die Arbeitszeit erfassen, kannst du gleichzeitig den Zugang zu Gebäuden, Abteilungen oder Sicherheitsbereichen steuern. Das spart Kosten für separate Zugangssysteme und vereinfacht die Verwaltung.

Kosten einer RFID-Zeiterfassungslösung

Die Gesamtkosten setzen sich aus drei Bereichen zusammen:

Hardware: Terminal und Transponder

Ein Zeiterfassungsterminal mit RFID-Leser ist ab ca. 200 bis 800 Euro erhältlich, je nach Ausstattung (Touch-Display, Kamera, Biometrie-Option). Einzelne RFID-Karten oder Schlüsselanhänger kosten je nach Menge zwischen 0,50 und 3 Euro pro Stück.

Software und laufende Lizenzkosten

Cloud-basierte Zeiterfassungssoftware wird meist als SaaS-Modell abgerechnet, häufig zwischen 3 und 8 Euro pro Mitarbeitenden und Monat. Shiftbase bietet transparente Preise ohne versteckte Lizenzgebühren, inklusive kostenlosem Onboarding und Support.

Kostenvergleich: RFID vs. App-basierte Zeiterfassung

Kriterium RFID-Chip App (Smartphone)
Hardwarekosten Mittel (Terminal + Chips) Gering (nur Software)
Manipulationsschutz Hoch (Chip = physisch vorhanden) Mittel (GPS-Verifikation möglich)
Eignung ohne Smartphone Ja Nein
Zutrittskontrolle integrierbar Ja Nein
Einrichtungsaufwand Mittel Gering


RFID-Zeiterfassung und Datenschutz (DSGVO)

Zeiterfassungsdaten sind personenbezogene Daten im Sinne der DSGVO. Du als Arbeitgeber musst folgende Punkte sicherstellen:

Was muss im Betrieb geregelt sein?

  • Zweckbindung: Erhobene Daten dürfen ausschließlich für die Arbeitszeitdokumentation und Lohnabrechnung genutzt werden.
  • Datensparsamkeit: Nur notwendige Daten erfassen, keine Standortdaten ohne ausdrückliche Einwilligung.
  • Speicherfrist: Arbeitszeitdaten müssen mindestens zwei Jahre aufbewahrt werden (§ 16 ArbZG), danach sind sie zu löschen.
  • Technische Sicherheit: Daten müssen verschlüsselt übertragen und gespeichert werden.

Mitbestimmung des Betriebsrats

Wenn ein Betriebsrat vorhanden ist, hat er bei der Einführung von Zeiterfassungssystemen ein Mitbestimmungsrecht nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG. Eine Betriebsvereinbarung zur technischen Überwachung ist vor der Einführung abzuschließen.

Ohne Betriebsrat genügt eine klare schriftliche Information der Belegschaft über das System, den Zweck und die gespeicherten Daten.

Zeiterfassung per Chip in verschiedenen Branchen

Produktion und Logistik
In Produktionsbetrieben mit Schichtbetrieb ist RFID-Zeiterfassung besonders wertvoll. Mitarbeitende erfassen Beginn und Ende jeder Schicht am Terminal direkt in der Halle. Schmutzige Hände, Handschuhe oder fehlende Smartphones sind kein Hindernis: Der Chip funktioniert immer.

Einzelhandel und Gastronomie
Im Einzelhandel und in der Gastronomie wechseln Mitarbeitende häufig Schichten und Standorte. RFID-Terminals an jedem Standort ermöglichen standortunabhängige Buchungen, die zentral ausgewertet werden. Das vereinfacht die Dienstplanung erheblich.

Pflegeeinrichtungen und Gesundheitswesen
In Pflegeheimen und Kliniken ist lückenlose Zeitdokumentation nicht nur für die Abrechnung, sondern auch für Qualitätsnachweise gegenüber Behörden erforderlich. RFID-Systeme liefern manipulationssichere Protokolle, die bei Prüfungen vorgelegt werden können.

RFID-System einführen: Schritt für Schritt

Schritt 1: Hardware auswählen und installieren

Wähle ein Terminal, das zu deinem Gebäude passt: Wandmontage, Tischgerät oder Outdoor-Modell mit IP-Schutz. Achte auf Kompatibilität mit deiner Software und auf die unterstützten Chip-Frequenzen (125 kHz / 13,56 MHz / NFC).

Schritt 2: Software einrichten und Mitarbeiter anlegen

Richte deine Zeiterfassungssoftware ein und lege alle Mitarbeitenden als Profile an. Konfiguriere Regeln für Pausen, Überstundengrenzen und Abwesenheitsarten.

>Schritt 3: Transponder ausgeben und Testphase starten

Gib jedem Mitarbeitenden seinen persönlichen Transponder aus und erkläre kurz, wie die Buchung funktioniert. Starte mit einer zweiwöchigen Testphase, in der das bisherige System parallel weiterläuft, um Probleme frühzeitig zu erkennen.

Schritt 4: Auswertung und Optimierung

Prüfe nach der ersten vollen Abrechnungsperiode, ob alle Daten korrekt erfasst wurden. Passe bei Bedarf Schichtmodelle oder Pausenregelungen in der Software an.

Alternativen zur Chip-Zeiterfassung im Vergleich

App-basierte Zeiterfassung

Mitarbeitende stempeln per Smartphone-App ein und aus. Ideal für Außendienst, Homeoffice oder kleine Teams ohne festen Standort. GPS-Verortung schützt gegen Missbrauch. Nachteil: Setzt voraus, dass jeder Mitarbeitende ein Smartphone dabei hat und nutzt.

Biometrische Systeme (Fingerabdruck, Gesichtserkennung)

Höchste Manipulationssicherheit, da kein Chip vergessen oder weitergegeben werden kann. Höhere Anschaffungskosten und strengere DSGVO-Anforderungen (biometrische Daten gelten als besonders schützenswert nach Art. 9 DSGVO). Betriebsräte stehen diesen Systemen häufig kritisch gegenüber.

PIN-Erfassung am Terminal

Günstigste Variante ohne Hardware-Chip. Mitarbeitende geben eine persönliche PIN-Nummer ein. Nachteil: PINs können geteilt werden ("Buddy Punching"), was die Manipulationssicherheit reduziert.

Shiftbase unterstützt alle gängigen Erfassungsmethoden: RFID-Chip, App, PIN und QR-Code. Du kannst auch Kombinationen einsetzen.

Warum Shiftbase für die RFID-Zeiterfassung?

Shiftbase ist eine cloud-basierte Workforce-Management-Plattform, die Zeiterfassung, Dienstplanung, Urlaubsverwaltung und Personalverwaltung in einem System vereint. Mehr als 7.000 Unternehmen in Europa nutzen Shiftbase täglich für ihre Personalprozesse.

Die RFID-Zeiterfassung über das Shiftbase-Terminal ist direkt mit Dienstplanung und Lohnabrechnung verbunden. Änderungen im Dienstplan wirken sich sofort auf die Auswertungen aus, ohne manuelle Übertragung.

14 Tage kostenlos testen, keine Kreditkarte nötig. Onboarding und Support sind inklusive.

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Häufig gestellte Fragen

  • Ja. Das Bundesarbeitsgericht hat 2022 bestätigt, dass Arbeitgeber bereits jetzt zur Arbeitszeiterfassung verpflichtet sind. Das geplante Arbeitszeitgesetz-Update sieht eine gesetzliche Grundlage für alle Betriebsgrößen vor. Ein RFID-System erfüllt diese Anforderungen und liefert manipulationssichere Protokolle. 

  • Bei Verlust kannst du den Chip in der Software sofort deaktivieren und einen neuen ausgeben. Für den Tag ohne Chip bucht die Software entweder eine manuelle Korrektur, oder du aktivierst temporär eine alternative Einmethode wie PIN oder App-Stempelung. 

  • RFID-Systeme amortisieren sich in der Regel bereits ab 5 bis 10 Mitarbeitenden, wenn man den reduzierten HR-Aufwand gegenzurechnet. Shiftbase bietet skalierbare Tarife, sodass du auch als kleiner Betrieb von Anfang an transparent bezahlst und wächst. 

  • Ja. Du kannst in Shiftbase für stationäre Mitarbeitende das RFID-Terminal nutzen und für Homeoffice-Mitarbeitende gleichzeitig die App-basierte Stempelung aktivieren. Beide Methoden laufen im selben System und werden in derselben Auswertung zusammengeführt. 

  • Für neue Systeme empfehlen sich 13,56-MHz-Chips (High Frequency / NFC), da sie sicherer verschlüsselt sind, von NFC-fähigen Smartphones gelesen werden können und der modernere Standard sind. Bestehende 125-kHz-Systeme funktionieren weiterhin, sollten aber bei Systemwechsel erneuert werden. 

  • Das Arbeitszeitgesetz (§ 16 ArbZG) schreibt eine Mindestspeicherung von zwei Jahren vor. Nach Ablauf dieser Frist müssen die personenbezogenen Zeitdaten datenschutzkonform gelöscht werden. Shiftbase unterstützt automatische Löschfristen, die du im System konfigurieren kannst. 

Zeiterfassung

Verfasst von:

Diana Tran

Diana Tran ist Senior Content Strategist bei Shiftbase und verantwortet den deutschen Markt in der DACH-Region. Seit über drei Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit Workforce Management, Personalplanung und den Herausforderungen moderner HR-Prozesse. Sie spezialisiert sich auf Themen wie Dienstplanung, Zeiterfassung, Abwesenheitsmanagement sowie arbeitsrechtliche Anforderungen im deutschsprachigen Raum. Ihre Inhalte richten sich an Unternehmen, die ihre Personalprozesse strukturieren, optimieren und rechtssicher gestalten möchten. Durch ihren praxisorientierten Ansatz übersetzt sie komplexe HR-Themen in verständliche und umsetzbare Lösungen für den Arbeitsalltag.

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