Produktionsstillstand wegen Personalmangel, Überstunden-Risiken oder fehlerhafte Zeiterfassung? In Industrieunternehmen ist die Industriezeit mehr als nur die tägliche Arbeitszeit – sie entscheidet über Compliance, Schichtplanung und Kostenkontrolle. Wer Arbeitszeitgesetz, Schichtmodelle und Arbeitszeitkonten nicht sauber koordiniert, riskiert Bußgelder und ineffiziente Produktionsabläufe.
Was bedeutet Industriezeit im Produktionsumfeld?
Die Industriezeit beschreibt die praktisch angewandte Arbeitszeitregelung in Industrie- und Fertigungsbetrieben. Sie verbindet:
- Gesetzliche Vorgaben (Arbeitszeitgesetz – ArbZG)
- Tarifliche Wochenarbeitszeiten (z. B. 35–40 Stunden)
- Schichtmodelle
- Überstundenregelungen
- Arbeitszeitkonten
Anders als im Bürobereich ist die Industriezeit produktionsgebunden. Maschinenlaufzeiten, Lieferfristen und Auftragsspitzen bestimmen die Personaleinsatzplanung.
Warum ist Industriezeit für Produktionsleiter kritisch?
1. Compliance & Haftungsrisiken
Fehler bei der Erfassung oder Überschreitung der Höchstarbeitszeit können führen zu:
- Bußgeldern
- Nachzahlungen
- Prüfungen durch Behörden
- Konflikten mit dem Betriebsrat
Seit dem BAG-Urteil 2022 gilt: Arbeitszeiten müssen systematisch und nachvollziehbar erfasst werden.
2. Schichtplanung unter Realbedingungen
In der Produktion bedeutet Industriezeit häufig:
- 2- oder 3-Schicht-Systeme
- Nachtarbeit
- Wochenendarbeit
- Flexible Mehrarbeit bei Auftragsspitzen
Ohne digitale Planung entstehen:
- Überstundenberge
- Ungleich verteilte Belastung
- Hohe Krankheitsquoten
🤒 Krankheitsquote berechnen
Vereinfachte HR-Berechnung zur Orientierung. Grundlage sind Arbeits-Ausfalltage (nicht Kalendertage).
1) Eingaben
2) Ergebnis
Krankheitstage ÷ (Sollarbeitstage × Mitarbeitende) × 100
Mit Shiftbase verwaltest du Zeiterfassung, Abwesenheiten und Dienstpläne zentral.
Industriezeit berechnen – Praxisleitfaden für Arbeitgeber
▶️ Schritt 1: Tarifliche Wochenarbeitszeit prüfen
Beispiel Metallindustrie: 35 oder 38 Stunden/Woche
▶️ Schritt 2: Tägliche Sollzeit berechnen
Bei 38 Stunden / 5 Tage = 7,6 Stunden täglich
▶️ Schritt 3: Schichtmodell einplanen
Beispiel 3-Schicht-System:
- Frühschicht: 06:00–14:00
- Spätschicht: 14:00–22:00
- Nachtschicht: 22:00–06:00
Gesetzliche Pausen:
- 30 Minuten bei >6 Stunden
- 45 Minuten bei >9 Stunden
▶️ Schritt 4: Zuschläge berücksichtigen
Typische Industrie-Zuschläge:
- Nachtzuschlag: 25–30 %
- Sonntagszuschlag: 50 %
- Feiertag: bis 100 %
▶️ Schritt 5: Arbeitszeitkonto führen
Arbeitszeitkonten ermöglichen:
- Ausgleich von Produktionsspitzen
- Flexible Jahresarbeitszeitmodelle
- Reduktion teurer Überstunden
Digitale Lösungen wie Shiftbase helfen dabei, Industriezeit automatisch zu berechnen, Schichtmodelle abzubilden und Überstunden transparent zu verwalten.
Industriezeit vs. normale Arbeitszeit – Wo liegt der Unterschied?
| Arbeitszeit | Industriezeit |
|---|---|
| Allgemeiner gesetzlicher Begriff | Branchenspezifische Umsetzung |
| Häufig 9–17 Uhr | Schicht- & Produktionsabhängig |
| Geringe Nachtarbeit | Regelmäßige Nacht- & Wochenendarbeit |
Industriezeit ist also die operative Anwendung der gesetzlichen Arbeitszeit in produktionsorientierten Betrieben.
Typische Herausforderungen in der Industrie
- Hoher Planungsdruck
- Maschinen dürfen nicht stillstehen
- Fachkräftemangel erschwert Ersatzplanung
- Kurzfristige Krankmeldungen
- Komplexe Zuschlagsabrechnung
Manuelle Berechnung von Nacht- und Feiertagszuschlägen führt häufig zu Fehlern.
Transparenz gegenüber Mitarbeitenden
Industriebeschäftigte erwarten:
- Klare Arbeitszeitkonten
- Fair verteilte Schichten
- Nachvollziehbare Überstundenregelungen
Hier unterstützt eine Workforce-Management-Software wie Shiftbase mit:
- Digitaler Zeiterfassung
- Automatischer Zuschlagsberechnung
- Echtzeit-Schichtplanung
- Export für Lohnbuchhaltung
Häufig gestellte Fragen
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Nein. Der Begriff Industriezeit ist nicht direkt im Gesetz definiert. Grundlage ist das Arbeitszeitgesetz (ArbZG), ergänzt durch Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen.
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Grundsätzlich 8 Stunden pro Tag. Eine Verlängerung auf 10 Stunden ist erlaubt, wenn innerhalb von 6 Monaten ein Ausgleich erfolgt.
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Nur wenn ein entsprechender Tarifvertrag gilt. Ohne Tarifvertrag gilt die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit.
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Ja. Arbeitgeber sind verpflichtet, Arbeitszeiten systematisch zu dokumentieren. Eine digitale Zeiterfassung vereinfacht die Einhaltung dieser Pflicht erheblich.
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Die Industriezeit ergibt sich aus der tariflichen Wochenarbeitszeit, geteilt durch die Arbeitstage, abzüglich gesetzlicher Pausen. Zuschläge für Nacht- oder Sonntagsarbeit werden zusätzlich berücksichtigt.
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- Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz
- Bußgelder
- Nachzahlungen
- Konflikte mit dem Betriebsrat
- Unzufriedenheit im Team
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Eine Workforce-Management-Lösung unterstützt durch:
- Automatische Schichtplanung
- Transparente Arbeitszeitkonten
- Mobile Zeiterfassung
- Compliance-Checks
Das sorgt für mehr Planungssicherheit im Produktionsbetrieb.

