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26 Januar 2022

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Arbeitszeit berechnen: So geht’s schnell und fehlerfrei!

Wer seine Arbeitszeit berechnen möchte, muss einige Dinge beachten. In unserem Artikel erfährst du, wie du deine Arbeitszeit mühelos selbst berechnen kannst und worauf du dabei unbedingt achten solltest. Am Ende beantworten wir dir außerdem die 3 häufigsten Fragen zur Arbeitszeit in Deutschland.

Wie du deine Arbeitszeit auf einen Blick berechnest

Wenn du deine Arbeitszeit berechnen möchtest, brauchst du die im Arbeitsvertrag festgelegten Arbeitstage und deine Wochenstunden (Sollarbeitszeit). Mit den folgenden zwei Formeln kannst du dann deine tägliche oder monatliche Arbeitszeit berechnen:

1)  Tägliche Arbeitszeit = Wochenarbeitszeit in Stunden / Anzahl Wochenarbeitstage

2)  Monatliche Arbeitszeit = Wochenarbeitszeit in Stunden x 4,35

 


Wie sich diese Formeln genau zusammensetzen? Und wie Beispielrechnungen aussehen können? Das und mehr erklären wir dir im Folgenden. Außerdem stellen wir dir wichtige Punkte vor (zum Beispiel die Regelung von Pausen), damit du Fettnäpfchen beim Berechnen deiner Arbeitszeit vermeidest.

Die tägliche Arbeitszeit berechnen (mit Beispielen)

Die Berechnung der täglichen Arbeitszeit gelingt besonders schnell. Du musst lediglich die Wochenarbeitszeit durch die Anzahl der wöchentlichen Arbeitstage teilen und schon erhältst du deine durchschnittliche Arbeitszeit pro Tag.

Hier sind zwei Beispiele:

  • Du hast 5 wöchentliche Arbeitstage und arbeitest insgesamt 40 Stunden pro Woche. Teile 40 Stunden durch 5 Arbeitstage und du erhältst deine tägliche und durchschnittliche Arbeitszeit (8 Stunden).
  • Du hast 6 wöchentliche Arbeitstage und arbeitest ingesamt 38,5 Stunden pro Woche. Teile 38,5 Stunden durch 6 Tage und deine tägliche Arbeitszeit beträgt im Durchschnitt 6 Stunden und 41 Minuten.

Tipp: Diese Formel eignet sich auch für speziellere Arbeitsmodelle. Beispiel: Du arbeitest 5 Tage pro Woche und 40 Stunden insgesamt, aber nur am Freitag hast du eine feste Stundenzahl mit 7 Stunden pro Tag. Wie kannst du nun die durchschnittliche Arbeitszeit für die restlichen Tage berechnen? Ganz einfach:

Du ziehst die 7 Stunden vom Freitag von der Wochenarbeitszeit ab und dividierst die Zahl durch 4. Die Rechnung lautet also 40 – 7 = 34 / 4 = 8,25.

Die monatliche Arbeitszeit berechnen (mit Beispielen)

Die Berechnung der monatlichen Arbeitszeit ist etwas komplizierter. Das vor allem am sogenannten Wochenfaktor, den du für die Berechnung der monatlichen Arbeitszeit benötigst. Der Wochenfaktor gibt an, wie viele Wochen ein Monat im Durchschnitt hat. Beachte dabei folgende Tipps:

  • Wer den Wochenfaktor nur grob berechnen möchte, kann die Anzahl der Wochen pro Jahr (52) durch die Anzahl der Monate im Jahr (12) teilen. Das ergibt einen Wochenfaktor von 4,333 Wochen pro Monat.
  • Wer den exakten Wochenfaktor berechnen möchte, sollte dies über einen Zeitraum von 400 Jahren tun. Warum das so wichtig ist? Weil du nur so die Schaltjahre in deiner Berechnung berücksichtigen kannst. Am Ende ergibt sich dann ein Wert von 4,34812 bzw. aufgerundet 4,35.
  • Welcher Wochenfaktor am Ende relevant ist, wird grundsätzlich in Tarifverträgen geregelt. In den meisten Fällen wird der aufgerundete Richtwert von 4,35 genutzt. Die Lohnsteuerrichtlinie zum Einkommensteuergesetz benutzt diesen aufgerundeten Wert ebenfalls.

Wie berechnest du nun die monatliche Arbeitszeit? Sobald du deinen Wochenfaktor hast, multiplizierst du den Wochenfaktor mit deinen wöchentlichen Arbeitsstunden. 40 Wochenstunden mit dem Wochenfaktor 4,35 ergibt demnach 174 Stunden pro Monat. Und bei 20 Wochenstunden pro Monat und Wochenfaktor 4,35 müsstest du 87 Stunden pro Monat arbeiten (20 x 4,35 = 87).

Tipp: Deine Monatsarbeitszeit kannst du auch nutzen, um deinen Stundenlohn zu berechnen. Das gelingt ganz einfach, indem du deinen Monatslohn durch deine monatliche Arbeitszeit dividierst. Beachte nur, dass dein Bruttogehalt Zuschläge oder Zulagen enthalten kann, die bei der Berechnung deines Stundenlohnes je nach Einzelfall berücksichtigt werden können oder nicht.

Welche Zeit zählt eigentlich als Arbeitszeit?

Du solltest die offizielle Definition der Arbeitszeit kennen, um Missverständnisse zu vermeiden. In Deutschland (und auch Österreich) wird die Arbeitszeit folgendermaßen definiert (vgl. § 2 ArbZG):

„Arbeitszeit im Sinne dieses Gesetzes ist die Zeit vonBeginn bis zum Ende der Arbeit ohne die Ruhepausen“

Demnach zählen beispielsweise auch Dienstreisen, Bereitschaftsdienst und Arbeitsbereitschaft zur Arbeitszeit. Davon ausgenommen ist die Rufbereitschaft, die im Gegensatz zum Bereitschaftsdienst oder der Arbeitsbereitschaft nicht zur Arbeitszeit gehört. Die Rufbereitschaft ist nur Arbeitszeit, wenn du tatsächlich einen Arbeitseinsatz hast.

Wichtig: Was tatsächlich zur Arbeitszeit gehört, kann sich je nach Berufsgruppe unterscheiden. So wird die Arbeitszeit einer Ärztin beispielsweise durch andere Faktoren bestimmt als bei einem Büroangestellten.

3 abschließende Fragen zur Arbeitszeit

Zählen Pausen zur Arbeitszeit?

In Deutschland müssen Arbeitgeber den Arbeitnehmern nach bestimmten Zeiten Pausen gewährleisten. Gemäß § 4 des Arbeitszeitgesetzes müssen diese Pausen nach einer Arbeitszeit von 6 Stunden mindestens 30 Minuten betragen; bei mehr als 9 Stunden Arbeitszeit sind es mindestens 45 Minuten. Arbeitnehmer dürfen die Pausen in Einheiten zu je 15 Minuten aufteilen.

Wichtig: Wenn du weniger als 15 Minuten pausierst, zählt das in der Regel zur Arbeitszeit. In Tarifverträgen kann es jedoch andere Vereinbarungen geben.

Was ist mit Arbeitszeit an gesetzlichen Feiertagen?Im § 2 des Entgeltfortzahlungsgesetztes heißt es: „Für Arbeitszeit, die infolge eines gesetzlichen Feiertages ausfällt, hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer das Arbeitsentgelt zu zahlen, das er ohne den Arbeitsausfall erhalten hätte.“ Wenn du also 5 Tage die Woche arbeitest und ein gesetzlicher Feiertag auf einen Arbeitstag fällt, ändert sich bei deinem Lohn nichts. Der Arbeitgeber muss dich so bezahlen, als ob es den Feiertag nicht gegeben hätte.

Wie viele Überstunden sind erlaubt?Die maximale Anzahl von Überstunden ist im deutschen Arbeitsrecht nicht direkt geregelt. Aufschluss gibt jedoch das Arbeitszeitgesetz: Demnach sind pro Tag maximal 10 Stunden Arbeitszeit erlaubt (der Richtwert liegt bei acht Stunden) und pro Woche maximal 48 Stunden. Wer eine normale 40 Stundenwoche hat, darf also höchstens acht Überstunden machen.

Fazit zum Berechnen der Arbeitszeit

Die Berechnung der Arbeitszeit ist keine Raketenwissenschaft. Mit den Formeln in unserem Artikel kannst du deine Arbeitszeit einfach selbst berechnen und zum Beispiel deinen Lohn überprüfen oder deinen Dienstplan erstellen. Achte vor allem darauf, dass du deine Arbeitszeit korrekt erfasst – und überprüfe bei einem Tarifvertrag, ob es in deinem Fall bestimmte Sonderregelungen gibt. Du hast noch weitere Fragen? Schreibe sie uns gerne in die Kommentare!