Reskilling und Upskilling: Die Rolle der Personalabteilung in der Mitarbeiterentwicklung

  • Verfasst von: Diana Tran
  • Letzte Aktualisierung: 23 November 2023
Upskilling und Reskilling – begegne den Herausforderungen der Zukunft und mach einen Unterschied in der Entwicklung deiner Mitarbeitenden

In einer sich ständig verändernden Arbeitswelt sind Begriffe wie Reskilling und Upskilling nicht nur moderne Buzzwords. Sie sind zu integralen Aspekten der modernen Arbeitskultur geworden. Doch was bedeuten diese Begriffe genau und warum sind sie so wichtig?

Die Notwendigkeit des Upskilling und Reskilling

Zunächst: Reskilling bezeichnet den Prozess, bestehende Fähigkeiten zu erneuern oder völlig neue zu erlernen. Upskilling hingegen zielt darauf ab, vorhandene Kompetenzen zu erweitern und zu vertiefen. Warum ist das so wichtig? Weil unsere Welt im digitalen Zeitalter rasante Veränderungen erlebt. Technologien entwickeln sich ständig weiter, Unternehmen müssen agil bleiben und Mitarbeiter sollten diese Entwicklungen begleiten können. Das bedeutet, dass die Fähigkeiten und Kenntnisse, die du heute besitzt, morgen möglicherweise nicht mehr ausreichen.

Upskilling kann Mitarbeitende zur Geheimwaffe machen – dazu brauchen sie die richtigen Kompetenzen

In der heutigen, von rascher Digitalisierung geprägten Arbeitswelt wird die Notwendigkeit von Upskilling und Reskilling immer offensichtlicher. Die Gründe sind vielfältig:

1. Technologische Entwicklungen: In nahezu jeder Branche dringen neue Technologien vor – von Künstlicher Intelligenz über Blockchain bis hin zu erweiterten Realitäten. Diese Technologien verändern nicht nur die Art und Weise, wie wir arbeiten, sondern auch die Art von Fähigkeiten, die in der modernen Arbeitswelt benötigt werden.

2. Schneller Wandel der Geschäftsmodelle: Mit dem Fortschritt der Digitalisierung ändern sich auch die Geschäftsmodelle. Das erfordert neue Fähigkeiten und Herangehensweisen, sowohl auf Management-Ebene als auch auf Mitarbeiterebene.

3. Die Lebensdauer von Fähigkeiten verkürzt sich: Laut Studien hat sich die durchschnittliche Lebensdauer von Fähigkeiten in den letzten Jahrzehnten erheblich verkürzt. Das bedeutet, dass das, was du heute lernst, in ein paar Jahren möglicherweise veraltet sein könnte.

4. Globalisierung und Wettbewerb: Unternehmen stehen heute in einem globalen Wettbewerb. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sie sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter über die neuesten und relevantesten Fähigkeiten verfügen.

5. Arbeitsplatzsicherheit: Für dich als Einzelnen bedeutet das kontinuierliche Lernen nicht nur den Erhalt deines aktuellen Jobs, sondern öffnet auch Türen zu neuen Karrierechancen und gewährleistet damit eine größere Arbeitsplatzsicherheit in einer unsicheren Welt.

6. Zunehmende Automatisierung: Viele Routineaufgaben werden zunehmend automatisiert. Das bedeutet, dass kognitive und spezialisierte Fähigkeiten, die Maschinen (noch) nicht übernehmen können, mehr denn je gefragt sind. Erfahre hier mehr darüber.

7. Anpassungsfähigkeit und Agilität: Unternehmen, die agil sind und sich an Marktveränderungen anpassen können, sind erfolgreicher. Das erfordert Mitarbeiter, die sich ebenso schnell anpassen und neue Fähigkeiten erwerben können.

Die genannten Punkte zeigen deutlich, dass Upskilling und Reskilling nicht optional sind. Sie sind eine Notwendigkeit, um in der modernen Arbeitswelt erfolgreich zu sein – sowohl für Unternehmen als auch für Einzelpersonen. Es ist nicht mehr die Frage, ob man sich weiterbildet, sondern wie und in welchem Bereich man das tut. Und während früher der Abschluss eines Studiums oder einer Ausbildung oft als „Ende“ der Lernphase gesehen wurde, markiert er heute nur den Anfang eines lebenslangen Lernprozesses. Von diesen Veränderungen ist keine Branche ausgenommen. Ob also Autoherstellung, Verlagswesen oder Lebensmittelproduktion – überall hält der Wandel Einzug.

Die Rolle der Personalabteilung in der Mitarbeiterentwicklung

Reskilling oder Upskilling – du kannst deinen Mitarbeitenden die Entscheidung überlassen, welche Kompetenzen sie ausbauen möchten.

Die Personalabteilung spielt eine zentrale Rolle in der modernen Arbeitslandschaft. Sie ist nicht mehr nur für die Rekrutierung und Verwaltung von Personal verantwortlich, sondern auch für dessen Entwicklung und Förderung. Dazu gehören:

1. Erkennen von Bedarf: Eine der Hauptaufgaben der Personalabteilung ist es, den aktuellen und zukünftigen Bedarf an Qualifizierung und Kenntnissen im Unternehmen zu identifizieren. Das erfordert enge Zusammenarbeit mit den verschiedenen Abteilungen und Führungskräften.

2. Planung und Implementierung von Schulungsprogrammen: Nachdem der Bedarf und die Qualifikationslücken erkannt wurden, ist es an der Personalabteilung, entsprechende Schulungs- und Weiterbildungsprogramme zu planen und umzusetzen – sei es intern durch Workshops und Seminare oder extern durch Partnerschaften mit Bildungseinrichtungen. So können eben diese Qualifikationslücken geschlossen werden.

3. Individuelle Entwicklungspfade: Jeder Mitarbeiter hat seine einzigartige Qualifizierung, Interessen und Karriereziele. Die Personalabteilung sollte in der Lage sein, individuelle Entwicklungspfade zu erstellen, die den Mitarbeiter nicht nur im aktuellen Job unterstützen, sondern ihm auch helfen, sich auf zukünftige Rollen und Aufgaben vorzubereiten.

4. Feedback und Evaluation: Regelmäßiges Feedback ist entscheidend für die persönliche und berufliche Entwicklung. Die Personalabteilung muss sicherstellen, dass es Mechanismen gibt, um den Fortschritt der Mitarbeitenden zu bewerten und ihnen Rückmeldungen zu geben.

5. Förderung einer Lernkultur: Eine proaktive Personalabteilung sollte eine Kultur fördern, in der kontinuierliches Lernen und Entwicklung zur Norm werden. Das kann durch die Etablierung von Lerngruppen, Mentoring-Programmen oder regelmäßigen „Lerntagen“ geschehen.

6. Nutzung von Technologie: Moderne Technologien wie Learning-Management-Systeme (LMS) oder Künstliche Intelligenz können dazu beitragen, den Lernprozess zu individualisieren und den Fortschritt besser zu verfolgen.

7. Berücksichtigung von Soft Skills: Neben technischer Qualifizierung und Wissen sind weiche Skills wie Kommunikation, Kritikfähigkeit oder Teamarbeit entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens. Die Personalabteilung muss sicherstellen, dass diese Fähigkeiten ebenso gefördert und entwickelt werden.

8. Karriereentwicklung und Nachfolgeplanung: Die Personalabteilung sollte auch einen Blick in die Zukunft werfen und Mitarbeiter auf höhere Positionen oder spezielle Rollen vorbereiten. Eine effektive Nachfolgeplanung stellt sicher, dass das Unternehmen auch bei plötzlichen Vakanzen handlungsfähig bleibt.

Die Rolle der Personalabteilung in der Mitarbeiterentwicklung ist wesentlich komplexer und strategischer geworden. Sie hat den Übergang vom reinen »Personalmanagement« zur »Talententwicklung« vollzogen und trägt eine zentrale Verantwortung für den langfristigen Erfolg des Unternehmens. Es geht nicht mehr nur darum, die richtigen Leute einzustellen, sondern auch darum, sie kontinuierlich weiterzuentwickeln und auf die Zukunft vorzubereiten.

Best Practices für Reskilling und Upskilling – die 10 besten Methoden

Auch in Zeiten der zunehmenden Automatisierung ist Upskilling der Schlüssel für deine Mitarbeitenden

1. Bedarfsanalyse durchführen

Bevor ein Unternehmen in Bildungs- und Schulungsprogramme investiert, sollte es genau wissen, welche Fähigkeiten benötigt werden. Das kann durch Umfragen, Interviews mit Teamleitern oder die Analyse von Unternehmensdaten erfolgen. Denn Up- und Reskilling sollten nicht blindlings erfolgen.

2. Individuelle Lernpläne

Jeder Mitarbeiter hat unterschiedliche Vorkenntnisse, Lernstile und Karriereziele. Ein One-Size-Fits-All-Ansatz wird hier nicht funktionieren. Stattdessen sollte für jeden Mitarbeitenden ein individueller Lernplan erstellt werden, der seine Stärken und Schwächen berücksichtigt. Danach kann Schritt für Schritt am Up- und Reskilling gearbeitet werden.

3. Blended Learning nutzen

Dieser Ansatz kombiniert das Beste aus Online- und Präsenzunterricht. Während Online-Kurse Flexibilität bieten und es den Mitarbeitern ermöglichen, in ihrem eigenen Tempo zu lernen, bieten Präsenzseminare die Möglichkeit für praktische Übungen und direkten Austausch.

4. Peer-to-Peer Lernen

Das Lernen von Kollegen kann oft effektiver sein als traditionelle Schulungsansätze im Up- und Reskilling. Durch den Austausch von Erfahrungen und Wissen können Mitarbeiter von den Fähigkeiten und Kenntnissen ihrer Kollegen profitieren.

5. Mentoring-Programme

Erfahrene Mitarbeiter haben einen Schatz an Wissen und Erfahrungen. Durch Mentoring-Programme können sie dieses Wissen an jüngere oder weniger erfahrene Kollegen weitergeben, wodurch eine Kultur des kontinuierlichen Lernens gefördert wird.

6. Externe Schulungen:

Manchmal verfügt ein Unternehmen nicht über das nötige Fachwissen, um bestimmte Schulungen im Rahmen des Up- und Reskilling intern anzubieten. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, externe Experten oder Institutionen einzubeziehen.

7. Lernen am Arbeitsplatz:

Statt Mitarbeiter aus ihrem gewohnten Arbeitsumfeld zu entfernen, kann das Up- und Reskilling direkt in den Arbeitsalltag integriert werden. Das ermöglicht eine sofortige Anwendung des neu erworbenen Wissens und erhöht die Relevanz des Lernens.

8. Feedback-Schleifen einbauen

 Um den Lernerfolg sicherzustellen, sollte regelmäßig Feedback eingeholt werden. Das ermöglicht es, den Lernprozess kontinuierlich zu optimieren und sicherzustellen, dass die Schulungsprogramme effektiv sind.

9. Zertifikate und Badges

Anerkennung kann ein starker Motivator sein. Durch die Vergabe von Zertifikaten oder Badges für abgeschlossene Kurse oder erlernte Fähigkeiten beim Up- und Reskilling können Mitarbeiter für ihre Anstrengungen belohnt werden.

10. Lernkultur fördern

Letztlich sollten Unternehmen eine Kultur schaffen, in der das Lernen und die Weiterentwicklung als integraler Bestandteil des Arbeitsalltags betrachtet werden. Das kann durch Anreize, regelmäßige Lernveranstaltungen oder einfach durch die Vorbildfunktion von Führungskräften erreicht werden.

Die Anwendung dieser Best Practices erfordert eine sorgfältige Planung und Implementierung. Doch wenn sie richtig eingesetzt werden, können sie dazu beitragen, dass ein Unternehmen und seine Mitarbeiter in der sich ständig verändernden Geschäftswelt wettbewerbsfähig bleiben.

Fallstudie Up- und Reskilling

Deine Mitarbeitenden sollten ihre Kompetenzen ständig ausbauen – Reskilling oder Upskilling können helfen

Ein Unternehmen, das Upskilling erfolgreich implementiert hat, ist Siemens. Sie haben ein digitales Weiterbildungsprogramm gestartet, um ihre Mitarbeiter auf die Industrie 4.0 vorzubereiten. Das Ergebnis? Eine gesteigerte Produktivität und zufriedenere Mitarbeiter, die sich gut auf die digitale Transformation vorbereitet fühlten.

Die Zukunft von Upskilling und Reskilling

1. Lifelong Learning als Standard

In der Zukunft wird das Konzept des »lebenslangen Lernens« nicht nur eine Option, sondern eine Notwendigkeit sein. Up- und Reskilling werden immer Bestandteil im modernen Arbeitsmarkt sein. Die rasante Technologieentwicklung und der sich ständig ändernde Markt werden dazu führen, dass sich sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen kontinuierlich anpassen müssen. Das Bildungssystem, so wie wir es heute kennen, wird sich wahrscheinlich weiterentwickeln, um regelmäßige Fort- und Weiterbildungsphasen während des gesamten Berufslebens zu integrieren. Nur so kann die Zukunftsfähigkeit Schritt für Schritt ausgebaut werden.

2. Technologiegetriebenes Lernen

Künstliche Intelligenz, Augmented Reality und Virtual Reality könnten das Lernen revolutionieren. Personalisierte Lernpfade, Simulationen und immersives Lernen könnten die Effizienz und den Umfang der Weiterbildung erheblich steigern. Die Bereitschaft, solche Kompetenzen zu implementieren und die Herausforderungen der Zukunft anzunehmen, werden einer der Schlüssel für Zukunftsfähigkeit von Mitarbeitenden und Unternehmen sein.

3. Weiche Fähigkeiten im Vordergrund

Während technische Fähigkeiten weiterhin wichtig sind, werden so genannte Soft Skills wie emotionale Intelligenz, Kreativität und kritisches Denken immer wichtiger. Da Maschinen viele technische Aufgaben übernehmen können, werden menschliche Fähigkeiten, die nicht so leicht automatisiert werden können, an Bedeutung gewinnen. Mitarbeitende, die solche Skills haben, könnten für dich den Unterschied gegenüber der Mitbewerber sein.

4. Flexible Lernformate

Die Zukunft des Lernens wird wahrscheinlich flexibler und vielfältiger sein. Kurze Lerneinheiten, sogenannte »Microlearnings«, könnten genauso zum Einsatz kommen wie ausgedehnte virtuelle Seminare oder praktische Workshops. So ist nicht immer gleich eine ganze Umschulung fällig, sondern vielleicht lediglich das Ausbauen von Kompetenzen, sprich Reskilling oder Upskilling.

5. Globale Lernnetzwerke

 Die Digitalisierung ermöglicht es, dass Menschen aus der ganzen Welt zusammen lernen und Wissen teilen. Das könnte zu globalen Lerngemeinschaften und Netzwerken führen, die die traditionellen Grenzen von Bildungseinrichtungen und Unternehmen überschreiten. Eine Reskilling oder Upskilling Strategie muss also nicht nur lokal greifen, sondern Mitarbeitende können sich den Herausforderungen weltweit stellen.

6. Unternehmen als Bildungseinrichtungen

Es ist gut möglich, dass Unternehmen in der Zukunft nicht nur als Arbeitgeber, sondern auch als Bildungseinrichtungen fungieren. Anstatt Mitarbeitende extern zu schulen, könnten sie interne Akademien oder Lernzentren einrichten, die ständig Weiterbildungsprogramme anbieten.

7. Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung

Themen wie Nachhaltigkeit, Ethik und soziale Verantwortung werden in den Bildungsplänen der Zukunft eine größere Rolle spielen. Unternehmen werden nicht nur Fachkenntnisse ihrer Mitarbeitenden, sondern auch ein tiefes Verständnis für globale Herausforderungen und soziale Verantwortung fördern wollen.

Wir unterstützen dich gerne

Automatisierung als Chance für deine Mitarbeitenden

Die Zukunft von Upskilling und Reskilling ist aufregend und bietet zahlreiche Möglichkeiten. Es liegt an Unternehmen und Einzelpersonen, diese Chancen zu nutzen und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln, um in der zukünftigen Arbeitswelt erfolgreich zu sein. Es ist klar, dass die Bedeutung von Bildung und Entwicklung in der Arbeitswelt weiter wachsen wird und dass sie entscheidend für den individuellen und kollektiven Erfolg sein wird. Wir von Shiftbase stehen bereit, um dir bei der Bewältigung dieser Herausforderungen mit hochwertiger und professioneller Software und im Sinne deiner Mitarbeitenden zu helfen. Fordere am besten noch heute deine kostenlose Demoversion an.

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