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Die größten Pain Points in der HR-Digitalisierung – und wie du sie löst

  • Verfasst von: Diana Tran
  • Letzte Aktualisierung: 26 Februar 2026
Ein HR-Manager arbeitet digital an seinem Arbeitsplatz, um HR-Prozesse effizient zu gestalten. Dabei nutzt er moderne Technologien und HR-Software, um die Personalverwaltung und das Recruiting zu optimieren und den Herausforderungen der digitalen Transformation im Unternehmen zu begegnen.

HR-Digitalisierung beschreibt die Umstellung zentraler Personalprozesse wie Personalakten, Dienstplanung, Zeiterfassung und Abwesenheiten von Papier oder Excel auf digitale Systeme. Was in der Theorie effizient klingt, erzeugt in der Praxis oft Unsicherheit: Was, wenn wir die falsche Software wählen? Was, wenn plötzlich alles transparent wird?

Kurzüberblick: HR-Digitalisierung in Deutschland

  • Betroffen sind u. a. Zeiterfassung, Dienstplanung, Abwesenheiten und Personalakten.
  • Teilweise verpflichtend: Zeiterfassung ist bereits ein Fokus-Thema; die digitale Personalakte wird im Kontext kommender Anforderungen bis spätestens 2027 relevant.
  • Hauptprobleme in der Praxis: Unsicherheit, Akzeptanz, Transparenz, Altlasten und DSGVO-Verantwortlichkeiten.
  • Lösungsprinzip: schrittweise Einführung mit klaren Regeln, Verantwortlichkeiten und einem Pilot-Team.
ℹ️ Nach dem ersten Schritt – der rechtlichen Einordnung und dem „Warum jetzt“ – folgt der schwierigere Teil: die Umsetzung im Alltag. Wenn du den rechtlichen Kontext zur digitalen Personalakte zuerst brauchst, lies den ersten Teil: Rechtlicher Trigger: Digitale Personalakte – Pflicht ab 2027.

Was zählt zur HR-Digitalisierung und was nicht

HR-Digitalisierung ist kein einzelnes Tool, sondern die systematische Umstellung von Prozessen auf digitale, regelbasierte Abläufe.

Typische Bestandteile

  • Operativ: Zeiterfassung, Pausen, Zuschläge, Dienstplanung, Schichttausch, Abwesenheiten
  • Administrativ: Dokumentenablage, Rollen & Zugriffsrechte, Fristen, Nachweise, Workflows
  • Transparenz & Reporting: Auswertungen, Überstundenkonten, Fehlzeiten, Plan-Ist-Abgleich

Häufige Missverständnisse

  • Ein „digitales PDF-Archiv“ ohne Regeln ist noch keine HR-Digitalisierung.
  • Excel kann einzelne Aufgaben abbilden, ist aber selten audit-fest, skalierbar und rollenbasiert.
  • Outsourcing (z. B. Lohnabrechnung) ist nicht automatisch Digitalisierung deiner internen Prozesse.

Warum HR-Digitalisierung emotional oft schwerer ist als technisch

Digitalisierung scheitert selten an Technik. Sie scheitert an Unsicherheit, Überforderung und internen Widerständen. Das ist normal: Sobald Prozesse digital werden, werden Regeln sichtbar, Zuständigkeiten klarer und Fehler messbar.

Merksatz: Wenn Regeln vor der Digitalisierung unklar sind, macht Software die Unklarheit sichtbarer – sie löst sie nicht automatisch.

HR-Digitalisierung als Reifeprozess

Viele Unternehmen profitieren davon, HR-Digitalisierung als Reifegrad-Modell zu betrachten. So bleibt die Einführung planbar und realistisch.

Reifegrad-Modell: Von Papier zu datengetriebener HR
Stufe Typischer Zustand Risiken Nächster Schritt
1 Papier & Excel Fehler, Intransparenz, hoher Aufwand Start mit Zeiterfassung oder Dienstplanung
2 Insellösungen Doppelerfassung, Medienbrüche Standards & Regeln definieren
3 Kernprozesse digital & regelbasiert Change-Widerstände, Rollenfragen Self-Service und klare Berechtigungen
4 Integrierte HR-Prozesse Abhängigkeit von sauberer Datenbasis Reports, Audits, Fristen automatisieren
5 Datengetriebene HR-Steuerung Interpretationsfehler, KPI-Fokus ohne Kontext KPIs mit Führung & Betriebsrat abstimmen

Zentrale Herausforderungen bei der HR-Digitalisierung

1️⃣ Angst vor Fehlentscheidungen bei der Software-Auswahl

In vielen Unternehmen läuft Software-Auswahl informell und ohne dokumentierte Kriterien. Das erhöht das Risiko von Fehlentscheidungen. Ein kurzer, standardisierter Auswahlprozess reduziert Unsicherheit und beschleunigt die Einführung.

Bewährter Entscheidungs-Workflow aus der Praxis

  1. Ist-Analyse (1–2 Stunden)

    • Wie erfassen wir heute Arbeitszeiten?
    • Wie planen wir Schichten?
    • Wo entstehen Rückfragen oder Fehler (z. B. bei Plusstunden, Zuschlägen)?
  2. Must-have vs. Nice-to-have trennen

    • Must-have: Zeiterfassung, Abwesenheiten, Auswertungen, klare Rollen
    • Nice-to-have: Schnittstellen, mobile Apps, zusätzliche Workflows
  3. Pilot mit echtem Team

    • z. B. ein Standort oder eine Abteilung
    • reale Dienstpläne & echte Zeiterfassung testen
    • Feedback nach 7–14 Tagen auswerten

Viele HR-Teams starten bewusst mit Zeiterfassung oder Dienstplanung, weil der operative Nutzen schnell messbar ist. Shiftbase ist eine HR-Software für digitale Zeiterfassung, Dienstplanung und Abwesenheitsmanagement und wird häufig als erster Baustein eingesetzt. 

2️⃣ Mangelnde interne Akzeptanz

Praxis-Tipp: Akzeptanz entsteht durch Entlastung, nicht durch Argumente. Teams akzeptieren Veränderungen, wenn sie spürbar Zeit sparen, Fehler reduzieren oder Rückfragen vermeiden.

Typischer Change-Workflow aus HR-Sicht

  1. Schritt: Teamleitungen einbeziehen

    „Was nervt euch aktuell bei Planung, Zeiterfassung oder Urlaubslisten?“

  2. Schritt: Ein Problem lösen, nicht alles

    z. B. Urlaubsanträge digital statt Zettelwirtschaft

  3. Schritt 3: Mitarbeitende selbst klicken lassen

    Zeiten buchen, Abwesenheiten einsehen, Schichten tauschen

📌 Merksatz: Wenn Mitarbeitende Self-Service nutzen können, sinken Rückfragen und HR gewinnt Zeit zurück.

3️⃣ Angst vor steigender Transparenz

Viele HR-Verantwortliche befürchten, dass digitale Zeiterfassung alte Konflikte (Überstunden, Zuschläge, Pausen) sichtbar macht. Das ist realistisch. Die Lösung ist nicht weniger Transparenz, sondern gesteuerte Einführung mit klaren Regeln.

Transparenz-Workflow für den Einstieg

  1. Regeln definieren, bevor sie digital greifen

    • Wann entstehen Plusstunden?
    • Wie werden Zuschläge berechnet?
    • Wer darf was einsehen?
  2. Zeiträume sauber trennen

    • Altlasten nicht rückwirkend aufrollen
    • Digitale Regeln gelten ab Stichtag
  3. Auswertungen zuerst intern nutzen

    • HR & Führungskräfte bekommen Überblick
    • Mitarbeitenden-Zugriff schrittweise erweitern
ℹ️ If–Then für den Alltag: Wenn Regeln vorab dokumentiert sind, reduziert Digitalisierung Diskussionen. Wenn Regeln unklar bleiben, erhöht Digitalisierung die Konfliktfrequenz.

4️⃣ Manuelle Altlasten: Papierakten realistisch abbauen

Viele Teams denken, sie müssten „alles sofort“ digitalisieren. Das führt zu Projektstau. Ein Stufenplan bringt schnell Nutzen, ohne den Betrieb zu gefährden.

Bewährter Stufenplan aus HR-Sicht

  1. Sofort digital

    • Arbeitszeiten
    • Dienstpläne
    • Abwesenheiten
  2. Nach und nach

  3. Nur bei Bedarf

    • Alte, abgeschlossene Papierakten
📌 Merksatz: Wenn 20% der Dokumente 80% des täglichen HR-Aufwands verursachen, priorisiere genau diese 20% zuerst.

5️⃣ DSGVO: Vom Risiko zum Sicherheitsnetz

Ein häufiger Fehler: DSGVO wird als reines IT-Thema behandelt. Erfolgreiche HR-Teams definieren Verantwortlichkeiten, Prozesse und Fristen in HR und lassen die Software die Regeln abbilden.

DSGVO-Workflow im HR-Alltag

  • HR definiert Inhalte, Zwecke und Fristen
  • Software bildet Regeln und Löschkonzepte ab
  • Zugriffe werden rollenbasiert vergeben und protokolliert

Digitale HR-Systeme reduzieren Risiken, weil Zugriffe dokumentiert sind, Fristen reproduzierbar angewendet werden und Daten weniger unkontrolliert zirkulieren.

6. Tarifverträge & Sonderregeln

In Branchen wie Gastronomie, Pflege oder Einzelhandel gilt eine einfache Faustregel:

Was analog unklar ist, wird digital nicht automatisch besser.

Erfolgreiche Unternehmen vereinheitlichen Zuschlagslogiken, reduzieren Sonderfälle und dokumentieren Regeln schriftlich. Erst dann werden diese Regeln in Dienstplanung und Zeiterfassung sauber abgebildet.

Excel vs. Papier vs. HR-Software

Vergleich: typische Auswirkungen im HR-Alltag
Kriterium Papier Excel HR-Software
Nachvollziehbarkeit niedrig mittel hoch
Fehleranfälligkeit hoch hoch niedriger bei klaren Regeln
Rollen & Zugriffe kaum steuerbar schwer steuerbar rollenbasiert
Audit- und Reporting-Fähigkeit gering mittel hoch
Skalierbarkeit gering begrenzt hoch


Einführung ohne Chaos: eine kurze, praxistaugliche Roadmap

  • Woche 1: Ist-Analyse, Regeln skizzieren, Pilot-Team wählen

  • Woche 2: Pilot starten (Zeiterfassung oder Dienstplanung), Feedback sammeln

  • Woche 3–4: Regeln nachschärfen, Rollen & Rechte definieren, Self-Service aktivieren

  • Ab Woche 5: Rollout pro Standort/Abteilung, danach Akten/Docs schrittweise erweitern

Fazit: HR-Digitalisierung ist kein Risiko, sondern ein Reifeprozess

Die größten Ängste entstehen nicht durch Technik, sondern durch Unsicherheit. Wer strukturiert vorgeht, Mitarbeitende einbindet und Regeln vor der Digitalisierung definiert, macht HR-Digitalisierung kontrollierbar, transparent und zukunftssicher.

Gerade mit Blick auf die digitale Personalakte ab 2027 lohnt es sich, jetzt die Grundlagen zu legen: saubere Prozesse, klare Verantwortlichkeiten und ein System, das Regeln reproduzierbar abbildet.

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Häufig gestellte Fragen

  • Nein. Ein schrittweiser Einstieg ist sinnvoll und in der Praxis oft erfolgreicher. Starte mit einem Prozess, der sofort Nutzen bringt, etwa Zeiterfassung oder Dienstplanung. Danach kannst du Abwesenheiten, Dokumente und weitere Workflows ergänzen.

  • Beginne dort, wo der tägliche Aufwand und die Fehlerkosten am höchsten sind. In vielen Unternehmen sind das Zeiterfassung, Dienstplanung und Abwesenheiten. Diese Prozesse erzeugen viele Rückfragen und lassen sich gut in Piloten testen.

  • Teilweise ja. Zeiterfassung ist bereits ein zentraler Pflicht- und Compliance-Bereich. Zusätzlich wird der Kontext rund um digitale Personalakten und Nachweisführung in Deutschland in Richtung verbindlicherer Standards weiterentwickelt, weshalb Unternehmen frühzeitig umstellen sollten.

  • Excel kann kurzfristig funktionieren, wird aber bei Wachstum schnell unübersichtlich. Typische Probleme sind Versionskonflikte, unklare Regeln, fehlende Rollensteuerung und hoher manueller Aufwand. Wenn du Transparenz und Nachvollziehbarkeit brauchst, ist ein digitales System meist stabiler.

  • Die reinen Lizenzkosten sind nur ein Teil. Relevanter sind Zeitaufwand, Fehlerkosten und Rückfragen im Alltag. Wenn ein System die Anzahl an Korrekturen, Rückfragen und manuellen Abgleichen reduziert, amortisiert es sich häufig schneller als erwartet.

  • Je nach Umfang oft wenige Wochen, nicht Monate. Ein Pilot kann in 1–2 Wochen starten. Der Rollout pro Standort oder Abteilung erfolgt danach schrittweise, während Regeln und Berechtigungen weiter verfeinert werden.

Human Resource

Verfasst von:

Diana Tran

Diana ist nicht nur eine leidenschaftliche Expertin im Bereich Personalwesen, sondern auch eine talentierte Content Writerin. Ihr tiefes Verständnis für die Bedürfnisse von Unternehmen und Mitarbeitern befähigt sie dazu, Inhalte zu erstellen, die nicht nur informativ, sondern auch inspirierend sind. Mit ihrer einzigartigen Fähigkeit, hochwertige HR-Inhalte zu produzieren, ist Diana ein wahrer Schatz für alle, die ihr Wissen über das Personalwesen erweitern möchten.

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