Ärztliches Attest

Ein ärztliches Attest bescheinigt den Gesundheitszustand. Wann Arbeitgeber es verlangen dürfen, was darauf steht und was bei dauerhaften Einschränkungen gilt.

Was ist ein ärztliches Attest?

Ein ärztliches Attest ist eine schriftliche Bescheinigung einer Ärztin oder eines Arztes über den Gesundheitszustand eines Menschen. Im Arbeitsleben ist damit meistens die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gemeint, die Krankschreibung. Es gibt aber auch andere Atteste: über Einschränkungen, etwa kein schweres Heben oder keine Nachtschicht, über die Eignung für eine Tätigkeit oder über die Erkrankung eines Kindes.

Ab wann muss ein Attest vorliegen?

Krank melden muss sich ein Arbeitnehmer sofort, am ersten Tag und vor Arbeitsbeginn. Das Attest kommt später: Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, muss sie nach § 5 EntgFG spätestens am darauffolgenden Arbeitstag ärztlich festgestellt sein. Wochenenden zählen mit. Wer am Freitag krank wird und am Montag noch nicht arbeiten kann, braucht für Montag eine Krankschreibung.

Der Arbeitgeber darf das Attest auch früher verlangen, schon ab dem ersten Krankheitstag und ohne Begründung. Das hat das Bundesarbeitsgericht 2012 entschieden (5 AZR 886/11). Gilt die Regel für den ganzen Betrieb und nicht nur für eine Person, hat ein Betriebsrat mitzubestimmen. Wie oft man drei Tage ohne Attest fehlen darf, steht unter Wie viele Krankheitstage sind normal?. Den Ablauf einer Krankmeldung zeigt die Krankmeldung.

Die eAU: Attest ohne Papier

Seit dem 1. Januar 2023 gibt es für gesetzlich Versicherte die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Die Arztpraxis schickt sie an die Krankenkasse, der Arbeitgeber ruft sie dort ab. Der Arbeitnehmer bringt keinen gelben Schein mehr, muss sich aber weiterhin sofort krank melden und die Arbeitsunfähigkeit ärztlich feststellen lassen. Eine Bescheinigung auf Papier gibt es in der Regel noch bei Privatversicherten und bei Ärzten im Ausland.

Bei leichten Erkrankungen kann eine bekannte Praxis seit Dezember 2023 auch telefonisch krankschreiben, für bis zu fünf Tage. Wann eine Krankschreibung rückwirkend gilt, steht unter rückwirkende Krankschreibung.

Was steht auf einem Attest und was nicht?

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für den Arbeitgeber nennt den Beginn und das voraussichtliche Ende der Arbeitsunfähigkeit und ob es eine Erst- oder Folgebescheinigung ist. Eine Diagnose steht nicht darauf, und der Arbeitgeber hat auch keinen Anspruch darauf, sie zu erfahren.

Attest über eine dauerhafte körperliche Einschränkung

Ein Attest über eine dauerhafte Einschränkung ist keine Krankschreibung. Der Mitarbeiter kann arbeiten, nur nicht alles: kein schweres Heben, kein langes Stehen, keine Nachtschicht. Das Attest beschreibt, was nicht geht, die Diagnose braucht der Arbeitgeber auch hier nicht.

Der Arbeitgeber verteilt die Arbeit nach billigem Ermessen (§ 106 GewO) und muss ein solches Attest dabei berücksichtigen, soweit er dem Mitarbeiter andere passende Aufgaben oder Schichten geben kann. Schwerbehinderte Menschen haben nach § 164 Abs. 4 SGB IX einen Anspruch auf eine Beschäftigung, die ihre Einschränkung berücksichtigt.

Nachtarbeit: Untersuchung statt Attest

Für Nachtarbeit gilt eine eigene Regel. Nachtarbeitnehmer dürfen sich vor Beginn und danach alle drei Jahre arbeitsmedizinisch untersuchen lassen, ab 50 Jahren jedes Jahr. Die Kosten trägt der Arbeitgeber (§ 6 Abs. 3 ArbZG). Stellt die Untersuchung fest, dass Nachtarbeit die Gesundheit gefährdet, hat der Mitarbeiter Anspruch auf einen Tagesarbeitsplatz, wenn betriebliche Gründe nicht dringend dagegen sprechen.

Wer bezahlt ein ärztliches Attest?

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bezahlt die Krankenkasse. Andere Atteste, etwa über eine Einschränkung oder für den Sportverein, sind keine Kassenleistung: Die Praxis rechnet sie privat nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab.

Krankmeldungen im Dienstplan

Fällt jemand aus, ist die Schicht trotzdem noch da. In Shiftbase trägst du die Krankmeldung als Abwesenheit ein und entscheidest, was mit der Schicht passiert: stehen lassen, entfernen oder öffnen. Machst du sie zur offenen Schicht, übernimmt sie jemand aus deinem Team in der App, und du musst niemanden mehr anrufen. Mehr dazu unter Abwesenheitsmanagement.

Häufig gestellte Fragen

Ein ärztliches Attest braucht man für den Arbeitgeber, wenn die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage dauert. Es muss dann spätestens am darauffolgenden Arbeitstag vorliegen. Der Arbeitgeber darf es aber auch früher verlangen, schon ab dem ersten Tag.

Der Arbeitgeber darf ab dem ersten Krankheitstag ein Attest verlangen, ohne das zu begründen. Das hat das Bundesarbeitsgericht 2012 bestätigt. Gilt die Regel für den ganzen Betrieb, muss ein vorhandener Betriebsrat zustimmen.

Auf dem ärztlichen Attest für den Arbeitgeber steht keine Diagnose. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nennt nur Beginn und voraussichtliches Ende der Arbeitsunfähigkeit, und der Arbeitgeber hat keinen Anspruch, die Diagnose zu erfahren.

Ein Attest über eine dauerhafte körperliche Einschränkung beschreibt, welche Tätigkeiten ein Mitarbeiter nicht mehr ausüben kann, etwa schweres Heben oder Nachtschichten. Es ist keine Krankschreibung. Der Arbeitgeber muss es bei der Verteilung von Aufgaben und Schichten berücksichtigen, soweit das möglich ist.

Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bezahlt die Krankenkasse. Andere ärztliche Atteste sind keine Kassenleistung und werden privat nach der Gebührenordnung für Ärzte abgerechnet.

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