Abwesenheit am Arbeitsplatz bezeichnet das Fernbleiben eines Arbeitnehmers während der vereinbarten Arbeitszeit. Sie kann krankheitsbedingt (entschuldigt), privat oder verhaltensbedingt (unentschuldigt) sein. Für Arbeitgeber ist es entscheidend, nicht nur die Häufigkeit, sondern auch die Ursachen von Fehlzeiten zu verstehen, um gezielt gegensteuern zu können.
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Mitarbeitende fehlen am häufigsten wegen Krankheit, psychischer Belastung oder einem schlechten Arbeitsklima. Als Arbeitgeber erkennst du Muster frühzeitig, wenn du Fehlzeiten systematisch erfasst und auswertest. Die wirksamsten Gegenmittel: flexible Arbeitszeiten, offene Kommunikation und ein strukturiertes Abwesenheitsmanagement.
Was ist Abwesenheit am Arbeitsplatz?
Abwesenheit am Arbeitsplatz bedeutet, dass ein Mitarbeitender während seiner regulären Arbeitszeit nicht erscheint. Das klingt simpel, ist aber für dein Unternehmen ein vielschichtiges Thema. Denn nicht jede Abwesenheit hat dieselbe Ursache, und nicht jede lässt sich mit denselben Maßnahmen verhindern.
Entschuldigte vs. unentschuldigte Abwesenheit
Entschuldigte Abwesenheiten umfassen Krankheit mit Attest, Urlaub, Elternzeit oder Arzttermine mit vorheriger Ankündigung. Unentschuldigte Abwesenheit liegt vor, wenn ein Mitarbeitender ohne Angabe von Gründen oder Voranmeldung einfach nicht erscheint. Letzteres stellt rechtlich und organisatorisch eine größere Herausforderung dar.
Was ist Absentismus – und was ist Präsentismus?
Absentismus beschreibt das häufige oder dauerhafte Fernbleiben von der Arbeit, oft ohne vollständig legitimen Grund. Präsentismus (auch: grauer Absentismus) ist das Gegenteil: Mitarbeitende erscheinen zwar, arbeiten aber deutlich unter ihren Möglichkeiten, weil sie krank, erschöpft oder demotiviert sind. Beide Phänomene kosten Unternehmen bares Geld – Präsentismus dabei oft sogar mehr als klassische Fehlzeiten.
Die häufigsten Gründe für Abwesenheit am Arbeitsplatz
Die Ursachen für Fehlzeiten lassen sich in drei große Kategorien einteilen: gesundheitliche, persönliche und arbeitsplatzbezogene Gründe. Zu verstehen, welche davon bei dir überwiegen, ist der erste Schritt zur Verbesserung.
Körperliche Erkrankungen und Verletzungen
Erkältungen, Grippe, Rückenschmerzen und Magen-Darm-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Gründen für kurzfristige Abwesenheiten. Laut dem DAK-Gesundheitsreport (2024) entfallen rund 38 % aller Fehltage in Deutschland auf Muskel-Skelett-Erkrankungen und Atemwegserkrankungen. Besonders körperlich belastende Berufe wie Pflege, Produktion oder Logistik weisen dabei die höchsten Fehlzeitenquoten auf.
Psychische Belastungen: Stress, Burnout und Depression
Psychische Erkrankungen sind inzwischen die zweithäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit in Deutschland. Burnout, Depressionen und Angststörungen verursachen im Schnitt deutlich längere Fehlzeiten als körperliche Erkrankungen. Chronischer Stress durch Überlastung, fehlende Wertschätzung oder mangelnde Autonomie gilt als Haupttreiber.
Familiäre Verpflichtungen und private Umstände
Kinderkrankheit, Pflegebedürftigkeit eines Angehörigen oder unerwartete Notlagen zu Hause sind legitime Gründe, die viele Mitarbeitende betreffen. Unternehmen, die hier keine flexiblen Lösungen anbieten, riskieren höhere Abwesenheitsraten und Fluktuation.
Schlechtes Betriebsklima und mangelnde Wertschätzung
Mobbing, Konflikte im Team, ein autoritärer Führungsstil oder fehlende Anerkennung sind klare Treiber für vermeidbare Fehlzeiten. Wenn sich Mitarbeitende nicht wohlfühlen, erscheinen sie häufiger krank, auch wenn die eigentliche Ursache nicht körperlicher Natur ist.
Überarbeitung und fehlende Work-Life-Balance
Dauerhafte Überstunden, monotone Tätigkeiten ohne Entwicklungsperspektive und fehlende Erholungszeiten führen langfristig zu Erschöpfung. Ein unausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben ist einer der stärksten Prädiktoren für erhöhte Abwesenheitsraten.
Warum hohe Fehlzeiten ein Warnsignal für dein Unternehmen sind
Wenn du in deinem Team steigende Abwesenheitszahlen beobachtest, solltest du das ernst nehmen. Sie zeigen dir, dass etwas im Argen liegt, ob in der Arbeitsorganisation, der Führung oder dem Betriebsklima. Wer nur die Symptome bekämpft (z.B. durch Krankenrückkehrgespräche), ohne die Ursachen zu verstehen, verliert langfristig an Produktivität und Arbeitgeberattraktivität.
Kosten durch Abwesenheit: Was Fehlzeiten wirklich kosten
Ein Fehltag kostet Unternehmen nicht nur das Gehalt des Abwesenden. Hinzu kommen Kosten für Vertretung, Produktivitätsverluste der Kollegen, Mehrarbeit und im schlimmsten Fall verpasste Kundentermine. Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) entstehen durch Arbeitsunfähigkeit in Deutschland jährlich volkswirtschaftliche Kosten von mehreren Milliarden Euro.
Fehlzeitenquote berechnen: Die Formel erklärt
Du kannst die Fehlzeitenquote deines Teams einfach berechnen:
Fehlzeitenquote (%) = (Anzahl der Fehltage / mögliche Arbeitstage) x 100
Beispiel: 10 Mitarbeitende, 220 mögliche Arbeitstage pro Person, 110 Fehltage insgesamt. Fehlzeitenquote = (110 / 2.200) x 100 = 5 %
Ein Richtwert: In Deutschland liegt die durchschnittliche Fehlzeitenquote bei etwa 5,5 % (Quelle: BKK Gesundheitsreport 2024). Liegt dein Unternehmen deutlich darüber, lohnt sich eine systematische Ursachenanalyse.
Fehlzeiten reduzieren: 7 wirksame Maßnahmen für Arbeitgeber
Die gute Nachricht: Du kannst aktiv gegensteuern. Diese sieben Maßnahmen helfen dir, Abwesenheiten strukturell und nachhaltig zu reduzieren.
1. Flexible Arbeitszeitmodelle einführen
Gleitzeit, Homeoffice-Regelungen oder die Vier-Tage-Woche ermöglichen es Mitarbeitenden, Arbeit und Privatleben besser zu vereinbaren. Das reduziert vor allem Abwesenheiten durch familiäre Verpflichtungen und stressbedingte Erschöpfung.
2. Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) aufbauen
Gesundheitsprogramme, ergonomische Arbeitsplätze, Bewegungsangebote und Stressmanagement-Workshops senken nachweislich die Krankheitsquote. Viele davon sind steuerlich begünstigt oder durch Krankenkassen bezuschusst.
3. Rückkehrgespräche professionell führen
Ein kurzes, wertschätzendes Gespräch nach jeder Abwesenheit hilft dir, Muster zu erkennen und zeigt dem Mitarbeitenden, dass seine Gesundheit wichtig ist. Wichtig: kein Verhör, sondern echtes Interesse.
4. Kommunikationskultur stärken
Mitarbeitende, die Probleme offen ansprechen können, erscheinen seltener aus Frust oder Erschöpfung krank. Regelmäßige Team-Check-ins und eine offene Feedbackkultur sind wichtige Bausteine.
5. Ergonomische Arbeitsplätze gestalten
Rückenschmerzen und Muskelverspannungen lassen sich durch höhenverstellbare Schreibtische, ergonomische Stühle und korrekte Bildschirmpositionierung deutlich reduzieren. Die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) bieten dir dafür den rechtlichen Rahmen.
6. Mitarbeiterbefragungen durchführen
Du erfährst mehr über versteckte Belastungen durch anonyme Umfragen als durch direkte Gespräche. Regelmäßige Pulsbefragungen helfen dir, Trends frühzeitig zu erkennen.
7. Abwesenheiten digital erfassen und analysieren
Nur wenn du Fehlzeiten systematisch dokumentierst, kannst du Muster erkennen und gezielt handeln. Eine Abwesenheitsmanagement-Software wie Shiftbase gibt dir jederzeit einen klaren Überblick, ohne dass Aktenordner oder Excel-Tabellen nötig sind.
Abwesenheiten rechtssicher dokumentieren und verwalten
Als Arbeitgeber bist du verpflichtet, Abwesenheiten und Arbeitszeiten zu dokumentieren. Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) schreibt vor, Überstunden und Abweichungen von der Regelarbeitszeit zu erfassen. Darüber hinaus solltest du aus eigenem Interesse eine lückenlose Abwesenheitshistorie führen, um bei Häufungen handlungsfähig zu sein, etwa durch eine Abmahnung oder ein BEM-Gespräch (Betriebliches Eingliederungsmanagement).
Wie Shiftbase die Abwesenheitsverwaltung vereinfacht
Mit Shiftbase erfasst du Abwesenheiten, Urlaubstage und Krankmeldungen an einem Ort. Du siehst in Echtzeit, wer wann fehlt, kannst Vertretungen einplanen und Auswertungen für dein HR-Team oder die Lohnbuchhaltung exportieren. Das spart Zeit und vermeidet Fehler, die bei der manuellen Verwaltung entstehen.
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Häufig gestellte Fragen
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Die häufigsten Ursachen sind körperliche Erkrankungen (Erkältung, Rückenprobleme), psychische Belastungen (Stress, Burnout, Depression), familiäre Verpflichtungen sowie ein schlechtes Betriebsklima. In Deutschland entfallen laut DAK-Gesundheitsreport die meisten Fehltage auf Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychische Erkrankungen.
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Absentismus bedeutet, dass Mitarbeitende der Arbeit fernbleiben, obwohl kein vollständig legitimer Grund vorliegt. Präsentismus (grauer Absentismus) bezeichnet das Gegenteil: Mitarbeitende erscheinen zwar, erbringen aber deutlich weniger Leistung, weil sie krank, erschöpft oder demotiviert sind. Beide Formen kosten Unternehmen Produktivität.
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Die Formel lautet: Fehlzeitenquote (%) = (Anzahl der Fehltage / mögliche Arbeitstage gesamt) x 100. Bei 10 Mitarbeitenden mit je 220 Arbeitstagen und insgesamt 110 Fehltagen ergibt das eine Quote von 5 %. Der deutsche Durchschnitt liegt bei rund 5,5 %.
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Die wirksamsten Maßnahmen sind: flexible Arbeitszeitmodelle einführen, betriebliches Gesundheitsmanagement aufbauen, Rückkehrgespräche führen, die Kommunikationskultur verbessern, ergonomische Arbeitsplätze bereitstellen und Abwesenheiten systematisch erfassen und auswerten.
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Das ist gesetzlich nicht einheitlich geregelt. Laut § 5 Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) müssen Arbeitnehmende spätestens ab dem dritten Krankheitstag eine ärztliche Bescheinigung vorlegen. Arbeitgeber können jedoch vertraglich oder per Betriebsvereinbarung festlegen, dass das Attest bereits ab dem ersten Tag erforderlich ist.
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Ein Rückkehrgespräch ist ein kurzes, wertschätzendes Gespräch zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden nach einer Abwesenheit. Es dient dazu, den Wiedereinstieg zu erleichtern, mögliche Belastungen zu erkennen und Unterstützung anzubieten. Besonders nach längeren oder häufigen Fehlzeiten ist es ein wirkungsvolles Frühwarninstrument.
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Das betriebliche Eingliederungsmanagement ist ein gesetzlich verankertes Verfahren (§ 167 SGB IX), das Arbeitgeber nach mehr als sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit innerhalb eines Jahres anbieten müssen. Ziel ist es, gemeinsam mit dem Mitarbeitenden Maßnahmen zu finden, die eine dauerhafte Rückkehr an den Arbeitsplatz ermöglichen.