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Betriebszugehörigkeit: Bedeutung, Vorteile und Berechnung im Überblick

  • Verfasst von: Diana Tran
  • Letzte Aktualisierung: 13 Januar 2026
In ChatGPT zusammenfassen
Mitarbeiterübersicht mit Eintrittsdatum zur Dokumentation der Betriebszugehörigkeit im HR-System

Inhaltsverzeichnis

Die Betriebszugehörigkeit ist ein zentraler arbeitsrechtlicher Begriff und beschreibt, wie lange ein Arbeitnehmer ununterbrochen in einem Unternehmen beschäftigt ist. Für Arbeitgeber bildet sie eine wichtige Grundlage für Kündigungsfristen, Kündigungsschutz, Abfindungen, tarifliche Ansprüche und strategische Personalentscheidungen.

    • Betriebszugehörigkeit = Dauer eines ununterbrochenen Arbeitsverhältnisses im selben Unternehmen.
    • Sie beeinflusst Kündigungsfristen, Kündigungsschutz, Abfindungen und tarifliche Leistungen.
    • Arbeitszeitmodelle (Vollzeit, Teilzeit, Minijob) sind unerheblich.
    • Unterbrechungen sind rechtlich unterschiedlich zu bewerten.
    • Fehlerhafte Berechnungen bergen erhebliche arbeitsrechtliche Risiken.

Was bedeutet Betriebszugehörigkeit im Arbeitsverhältnis?

Die Betriebszugehörigkeit bezeichnet den Zeitraum, den ein Arbeitnehmer seit Beginn seines Arbeitsverhältnisses ohne rechtlich relevante Unterbrechung in einem Unternehmen tätig ist. Maßgeblich ist das vertraglich vereinbarte Eintrittsdatum, nicht die Position, Vergütung oder Arbeitszeit.

Für die Berechnung kommt es darauf an, ob das Arbeitsverhältnis formal fortbesteht – selbst wenn tatsächlich keine Arbeitsleistung erbracht wird.

Ab wann beginnt die Betriebszugehörigkeit?

  • Mit dem im Arbeitsvertrag festgelegten Startdatum
  • Auch Ausbildungsverhältnisse können angerechnet werden, wenn sie in ein Arbeitsverhältnis übergehen
Praxisbeispiel: Beginnt ein Auszubildender nach der Ausbildung nahtlos im selben Betrieb eine Festanstellung, kann die Ausbildungszeit je nach Rechtsgrundlage auf die Betriebszugehörigkeit angerechnet werden.

Zählt Teilzeit, Minijob oder Befristung?

Ja. Die Betriebszugehörigkeit ist unabhängig vom Arbeitszeitmodell.

Alle erwerben ihre Betriebszugehörigkeit in gleicher Weise wie Vollzeitmitarbeiter.

Warum ist die Betriebszugehörigkeit für Arbeitgeber entscheidend?

Für Arbeitgeber hat die Betriebszugehörigkeit sowohl rechtliche als auch wirtschaftliche Bedeutung. Sie dient als Berechnungsgrundlage für zahlreiche Pflichten und Risiken.

  • Berechnung gesetzlicher Kündigungsfristen
  • Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes
  • Höhe möglicher Abfindungen
  • Tarifliche Stufen, Sonderzahlungen und Jubiläen
  • Sozialauswahl bei betriebsbedingten Kündigungen

Rechtliche Grundlagen der Betriebszugehörigkeit

Die Betriebszugehörigkeit ist nicht in einem einzelnen Gesetz definiert, ergibt sich jedoch aus mehreren arbeitsrechtlichen Regelungen.

⚖️Kündigungsfristen nach § 622 BGB

Mit zunehmender Betriebszugehörigkeit verlängert sich die gesetzliche Kündigungsfrist für Arbeitgeber:

Betriebszugehörigkeit Kündigungsfrist
ab 2 Jahren 1 Monat
ab 5 Jahren 2 Monate
ab 8 Jahren 3 Monate
ab 10 Jahren 4 Monate
ab 12 Jahren 5 Monate

Die Kündigung erfolgt jeweils zum Monatsende, sofern keine abweichenden tariflichen oder vertraglichen Regelungen bestehen.

⚖️ Kündigungsschutz nach dem KSchG

Nach sechs Monaten Betriebszugehörigkeit greift der allgemeine Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz, sofern der Betrieb mehr als zehn Mitarbeiter beschäftigt.

📝 Abfindung und arbeitsgerichtliche Praxis

In der Praxis spielt die Betriebszugehörigkeit eine zentrale Rolle:

  • bei Abfindungsverhandlungen
  • in Sozialplänen
  • bei gerichtlichen Interessenabwägungen

Eine längere Betriebszugehörigkeit erhöht regelmäßig die Abfindungshöhe.

Welche Zeiten zählen zur Betriebszugehörigkeit?

Folgende Zeiten gelten in der Regel nicht als Unterbrechung:

Mögliche Unterbrechungen der Betriebszugehörigkeit:

Merksatz: Besteht das Arbeitsverhältnis rechtlich fort, bleibt die Betriebszugehörigkeit erhalten.

Betriebszugehörigkeit bei Betriebsübergang

Bei einem Betriebsübergang nach § 613a BGB bleibt die bisherige Betriebszugehörigkeit vollständig erhalten. Der neue Arbeitgeber tritt in alle Rechte und Pflichten ein.

Betriebszugehörigkeit in verschiedenen Branchen

    • Saisonverträge und Wiedereinstellungen
    • Hoher Anteil an Minijobs
    • Vorsaisons zählen nur bei rechtlicher Kontinuität
    • Filialwechsel innerhalb eines Unternehmens
    • Tarifliche Staffelungen
    • Werkstudenten- und Teilzeitmodelle
    • Tarifverträge wie TVöD oder AVR
    • Stufenlaufzeiten und Jubiläumsregelungen
    • Hohe Bedeutung für Mitarbeiterbindung

Betriebszugehörigkeit korrekt dokumentieren

Eine saubere Dokumentation ist essenziell, um rechtliche Sicherheit zu gewährleisten.

--> Empfohlener HR-Workflow

  • Eintrittsdatum eindeutig erfassen
  • Vertragsänderungen lückenlos dokumentieren
  • Unterbrechungen rechtlich bewerten
  • Daten regelmäßig überprüfen

Digitale Workforce-Management-Systeme wie Shiftbase unterstützen Arbeitgeber dabei, Beschäftigungszeiten, Vertragsverläufe und Einsatzhistorien zentral und revisionssicher zu verwalten.

Häufig gestellte Fragen

  • Die Betriebszugehörigkeit beschreibt, wie lange ein Mitarbeiter ununterbrochen im Unternehmen beschäftigt ist. Für Arbeitgeber ist sie besonders relevant, da sie unter anderem Kündigungsfristen, Kündigungsschutz, tarifliche Ansprüche und interne Personalentscheidungen beeinflusst.

  • Die Betriebszugehörigkeit beginnt in der Regel mit dem vertraglich vereinbarten Startdatum des Arbeitsverhältnisses. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Mitarbeiter in Vollzeit, Teilzeit oder als Minijobber beschäftigt ist.

  • Bestimmte Zeiten wie Elternzeit, Mutterschutz oder Krankheit gelten nicht als Unterbrechung der Betriebszugehörigkeit. Ein tatsächlicher Vertragsabbruch mit späterer Neueinstellung kann die Betriebszugehörigkeit jedoch unterbrechen – abhängig vom Einzelfall.

  • Mit zunehmender Betriebszugehörigkeit verlängert sich die gesetzliche Kündigungsfrist für Arbeitgeber gemäß § 622 BGB. Je länger ein Mitarbeiter im Betrieb ist, desto mehr Zeit muss bei einer ordentlichen Kündigung eingeplant werden.

  • Nein. Die Betriebszugehörigkeit ist unabhängig vom Arbeitszeitmodell. Teilzeitkräfte, Minijobber oder befristet Beschäftigte erwerben ihre Betriebszugehörigkeit genauso wie Vollzeitmitarbeiter.

  • Bei einem Betriebsübergang nach § 613a BGB bleibt die bisherige Betriebszugehörigkeit in der Regel vollständig erhalten. Für Arbeitgeber ist eine lückenlose Dokumentation der Beschäftigungszeiten daher besonders wichtig.

  • Arbeitgeber sollten das Eintrittsdatum, Vertragsänderungen und relevante Unterbrechungen zentral dokumentieren. Digitale HR-Lösungen wie Shiftbase unterstützen dabei, Mitarbeiterdaten, Arbeitszeiten und Einsatzhistorien übersichtlich zu verwalten und bei Bedarf schnell abrufbar zu machen.

Human Resource

Verfasst von:

Diana Tran

Diana ist nicht nur eine leidenschaftliche Expertin im Bereich Personalwesen, sondern auch eine talentierte Content Writerin. Ihr tiefes Verständnis für die Bedürfnisse von Unternehmen und Mitarbeitern befähigt sie dazu, Inhalte zu erstellen, die nicht nur informativ, sondern auch inspirierend sind. Mit ihrer einzigartigen Fähigkeit, hochwertige HR-Inhalte zu produzieren, ist Diana ein wahrer Schatz für alle, die ihr Wissen über das Personalwesen erweitern möchten.

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