Lohnzusatzkosten zählen zu den größten Kostenfaktoren für Arbeitgeber – und 2026 steigen sie weiter durch höhere Sozialbeiträge, Fachkräftemangel und neue gesetzliche Vorgaben. Unternehmen wollen wissen, welche Kosten auf sie zukommen, wie sie diese berechnen und welche Änderungen 2026 relevant werden.
-
-
Lohnzusatzkosten sind alle Kosten, die zusätzlich zum Bruttolohn entstehen, darunter Sozialabgaben, Umlagen, BG-Beiträge sowie tarifliche und freiwillige Leistungen.
-
2026 sind in Deutschland steigende Krankenversicherungs-Zusatzbeiträge und mögliche Pflegeversicherungsreformen relevant.
-
In Österreich können 2026 SV-Beiträge und Kommunalsteuerregelungen angepasst werden.
-
In der Schweiz wirkt sich die BVG-Reform 2026 auf Arbeitgeberbeiträge und Pensionskassenmodelle aus.
- Typische Fehler: fehlende Transparenz pro Mitarbeiter, unklare Zuschlagsberechnung, keine saisonale Personalkalkulation.
-
Was sind Lohnzusatzkosten?
Lohnzusatzkosten umfassen jene Kosten, die zusätzlich zum vereinbarten Bruttolohn anfallen – etwa gesetzliche Abgaben, Umlagen, Versicherungen oder freiwillige Arbeitgeberleistungen. Gerade 2026 ist das Thema für viele Betriebe relevant, weil Personalkosten weiter steigen, Zusatzbeiträge angepasst werden und Branchen mit hohem Personalanteil (z. B. Gastronomie oder Pflege) besonders betroffen sind.
Welche Lohnzusatzkosten gibt es für Arbeitgeber?
🇩🇪 Gesetzliche Lohnnebenkosten in Deutschland (Stand 2026)
Arbeitgeber zahlen 2026 folgende Anteile zur Sozialversicherung (Stand gesetzliche Grundlagen, mögliche Reformen in Diskussion):
-
Krankenversicherung:
-
14,6 % Grundbeitrag → Arbeitgeberanteil 7,3 %
-
Zusatzbeitrag (durchschnittlich 2025: 1,7 %) → Arbeitgeber hälftiger Anteil
(Mehrere Krankenkassen haben angekündigt, 2026 Erhöhungen zu prüfen.)
-
-
Rentenversicherung:
-
Arbeitgeberanteil 9,3 %
-
-
Arbeitslosenversicherung:
-
Arbeitgeberanteil 1,3 %
-
-
Pflegeversicherung:
-
Arbeitgeberanteil 1,7 %
(Politische Diskussion: mögliche Beitragsanpassungen zur Finanzierung steigender Pflegekosten.)
-
--> Umlagen U1, U2, U3 (für kleine und mittelständische Unternehmen)
Diese gelten insbesondere für Unternehmen bis ca. 30 Mitarbeitende:
- U1: Erstattung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
- U2: Erstattung der Mutterschaftsaufwendungen
- U3: Insolvenzgeldumlage (i. d. R. 0,06 %)
--> Weitere gesetzliche Kosten
- Beiträge zur Berufsgenossenschaft (unfallabhängig)
- Unfallversicherung
- Schwerbehindertenabgabe (ab 20 Mitarbeitenden)
🇦🇹 Österreich: Gesetzliche Lohnnebenkosten 2026
Arbeitgeber zahlen u. a.:
- Dienstgeberbeitrag (DB)
- Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag (DZ)
- Kommunalsteuer (3 %)
- Betriebliche Vorsorgekasse (BV-Kasse) – 1,53 %
- AUVA-Beitrag (Unfallversicherung)
In Diskussion sind 2026 leichte Anpassungen des DZ sowie inflationsbedingte Veränderungen bei einzelnen SV-Sätzen.
🇨🇭 Schweiz: Arbeitgeberbeiträge zu Sozialversicherungen (2026)
- AHV/IV/EO: 5,3 % Arbeitgeberanteil
- ALV: 1,1 %
- BVG: variabel je nach Pensionskasse und Alter der Mitarbeitenden
- UVG: obligatorisch (Berufsunfall), Nichtberufsunfall je nach Modell
- KTG: freiwillig, aber in vielen Branchen Standard (Gastro, Pflege)
2026 relevant: Die BVG-Reform könnte Anpassungen an Eintrittsschwellen und Mindestzinssätzen auslösen.
| Land | Gesetzliche AG-Kosten | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Deutschland | KV, RV, AV, PV, Umlagen, BG | Zusatzbeitrag KV variabel |
| Österreich | DB, DZ, Kommunalsteuer, BVK, AUVA | Kommunalsteuer 3 % |
| Schweiz | AHV/IV/EO, ALV, BVG, UVG | BVG-Reform 2026 relevant |
Freiwillige und tarifliche Lohnzusatzkosten
Häufige freiwillige Zusatzleistungen
- Essenszuschüsse / Verpflegungspauschalen
- Fahrtkostenzuschüsse
- Betriebliche Altersvorsorge
- Weiterbildungskosten
- Gesundheitsprogramme
Tarifvertragliche Zusatzkosten
Branchenbeispiele:
- Gastronomie/Hotellerie: Zuschläge für Nacht, Feiertag, Wochenenden
- Pflege: Tarifverträge mit festen Zuschlägen und Sonderzahlungen
- Einzelhandel: Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Entgeltfortzahlungstage
Lohnzusatzkosten berechnen: Formel & Beispiele
Bruttolohn + gesetzliche + tarifliche + freiwillige Zusatzkosten
Für Transparenz empfiehlt sich eine Schicht- bzw. Mitarbeiterbasierte Aufschlüsselung – hier unterstützt Workforce-Software wie Shiftbase insbesondere im Dienstplan- und Kostencontrolling.
Berechnungsbeispiele
--> Beispiel Gastronomie (Deutschland):
Mitarbeiter: Servicekraft Bruttolohn: 2.400 €
| Kostenart | Betrag |
|---|---|
| Sozialversicherung AG-Anteil | ca. 625 € |
| Umlagen U1–U3 | ca. 30 € |
| Berufsgenossenschaft | ca. 25 € |
| Gesamtkosten | ≈ 3.080 € |
--> Beispiel Einzelhandel (Österreich):
Dienstnehmer: Verkäufer Bruttolohn: 2.200 €
| Kostenart | Betrag |
|---|---|
| DB/DZ | ca. 115 € |
| Kommunalsteuer | 66 € |
| BV-Kasse | 33 € |
| AUVA | 33 € |
| Gesamtkosten | ≈ 2.447 € |
Änderungen 2026: Das müssen Arbeitgeber wissen
Deutschland
- Mehrere Krankenkassen planen höhere Zusatzbeiträge
- Pflegeversicherung steht unter politischem Reformdruck
- Umlagen können je nach Kasse variieren
Österreich
- Diskussion über Anpassungen der Kommunalsteuer
- Inflationsbedingte SV-Anpassungen möglich
Schweiz
- Umsetzung der BVG-Reform könnte Arbeitgeberbeiträge verändern
- Änderungen in UVG-Prämien für Risiken (z. B. Gastronomie, Pflege) möglich
Praxisperspektive: Bedeutung für HR & Personalplanung
💥Strategische Bedeutung
- Lohnzusatzkosten beeinflussen Preisgestaltung, Budget und Personalstrategie
- In arbeitsintensiven Branchen besonders relevant (Hotel, Gastro, Pflege)
⚡Häufige Fehler
- Keine transparente Übersicht pro Mitarbeitenden
- Ignorieren saisonaler Schwankungen (z. B. Black Friday, Sommerferien)
- Fehlende Steuerung von Zuschlägen & Plusstunden
💡Tipps
- Lohnkosten pro Schicht überwachen
- Prognosen für 2026 frühzeitig im Budget berücksichtigen
- Tarife & gesetzliche Änderungen jährlich prüfen
Wie digitale Tools wie Shiftbase unterstützen können
- Übersicht über Lohnkosten pro Schicht, Mitarbeiter & Standort
- Automatische Berechnung von Zuschlägen, Abwesenheiten & Plusstunden
- Transparente Planungsübersichten zur Budgetkontrolle
- Bessere Personalplanung für Branchen mit hoher Schwankung
- Exportfähige Berichte für Buchhaltung & Steuerberater
Häufig gestellte Fragen
-
Alle Kosten, die zusätzlich zum Bruttolohn entstehen, z. B. Sozialabgaben, Umlagen, BG-Beiträge, tarifliche Zuschläge, freiwillige Leistungen.
-
Erwartet werden u. a. Anpassungen bei Krankenversicherungs-Zusatzbeiträgen, Pflegeversicherung (DE) sowie BVG und UVG-Beiträgen (CH).
-
In Deutschland ca. 20–22 %, in Österreich rund 30 %, in der Schweiz 15–18 % – je nach Branche.
-
--> Lohnnebenkosten = gesetzliche Kosten.
--> Lohnzusatzkosten = gesetzliche + freiwillige bzw. tarifliche Zusatzkosten. -
Durch transparente Dienstplanung, digitale Zeiterfassung, schlaues Zuschlagsmanagement, weniger ungeplante Ausfälle und präzise Budgetierung.

