Arbeitszeiterfassung mit DATEV: Schritt-für-Schritt-Guide | 2026
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Wer DATEV für die Lohnabrechnung nutzt und Arbeitszeiten noch in Excel erfasst, riskiert jeden Monat dasselbe: manuelle Übertragungsfehler, fehlende Zuschläge, falsch berechnete Überstunden und im schlimmsten Fall Nachforderungen bei der nächsten Betriebsprüfung. Die Lösung ist keine Raketenwissenschaft, aber sie erfordert einen klaren Prozess. Dieser Guide zeigt ihn Schritt für Schritt.
Warum korrekte Zeiterfassung für DATEV entscheidend ist
DATEV verarbeitet die Zeitdaten für die Entgeltabrechnung, aber es prüft sie nicht. Was fehlerhaft eingeht, kommt fehlerhaft raus. Konkret bedeutet das:
Falsch erfasste Überstunden führen zu falscher Vergütung
Fehlende Pausen-Dokumentation macht Lohnabrechnungen angreifbar
Nicht separat ausgewiesene Nacht- oder Feiertagszuschläge verlieren die Steuerfreiheit nach § 3b EStG
Fehlende oder falsche Arbeitszeitaufzeichnungen nach § 17 MiLoG können bei Zollprüfungen Bußgelder bis 30.000 € auslösen, wer den Mindestlohn nicht zahlt, riskiert bis 500.000 € (§ 21 MiLoG)
Hinzu kommt: Seit dem BAG-Beschluss vom 13. September 2022 (Az. 1 ABR 22/21) ist die systematische Arbeitszeiterfassung in Deutschland rechtlich verpflichtend. Excel-Listen und Stundenzettel sind dafür nicht verboten, aber fehleranfällig, und jede Zahl muss von Hand in DATEV landen.
Was DATEV kann und was nicht
Funktion | DATEV Lohn & Gehalt | Zeiterfassungssystem (z. B. Shiftbase) |
|---|---|---|
Lohn- und Gehaltsabrechnung | Ja | Nein |
Steuer- und SV-Berechnung | Ja | Nein |
Zeiterfassung (Stempeln) | Nein | Ja |
Schichtplanung | Nein | Ja |
Überstunden berechnen | Teilweise | Ja |
Zuschläge kalkulieren | Ja (bei korrekten Zeitarten) | Ja |
DATEV-Export | - | Ja (als vorgelagerte Lösung) |
Kernprinzip: Shiftbase setzt vor DATEV an, dort wo Arbeitszeiten entstehen. DATEV verarbeitet, was Shiftbase aufbereitet hat. Kein Medienbruch, kein Abtippen.
Was wird genau an DATEV übergeben?
Das ist die Frage, die DATEV-Nutzer am häufigsten stellen. Übergeben werden strukturierte Zeitdaten nach Mitarbeiter und Zeitart:
Zeitart | Inhalt | Payroll-Wirkung |
|---|---|---|
Regelarbeitszeit | Tatsächlich geleistete Stunden (netto, nach Pausen) | Basis für Lohnberechnung |
Überstunden | Stunden über der vertraglichen Sollzeit | Vergütung oder Freizeitausgleich |
Stunden zwischen 20 und 6 Uhr | Steuerfreier Zuschlag nach § 3b EStG | |
Arbeit an Sonntagen | Steuerfreier Zuschlag | |
Arbeit an gesetzlichen Feiertagen | Steuerfreier Zuschlag | |
Pausen | Dokumentierte Unterbrechungen | Reduziert die Netto-Arbeitszeit |
Abwesenheiten | Urlaub, Krankheit, Elternzeit | Relevant für Lohnfortzahlung und Resturlaub |
KUG-relevante Ausfallstunden | Basis für Kurzarbeitergeld-Antrag |
Wichtig für die Steuerfreiheit: Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge sind nur steuerfrei, wenn sie im Zeiterfassungssystem separat als eigene Zeitart geführt werden. Eine pauschale "Gesamtstunden"-Übergabe reicht nicht.
Schritt-für-Schritt: Arbeitszeiterfassung mit DATEV einrichten
Schritt 1: DATEV erfasst keine Zeiten
DATEV Lohn & Gehalt ist ein Abrechnungssystem, kein Zeiterfassungssystem. Arbeitszeiten müssen zuerst in einem geeigneten Tool digital erfasst werden. Erst dann können sie an DATEV übergeben werden.
Schritt 2: Zeiterfassungssystem auswählen
Wähle ein System, das DATEV-kompatibel ist. Entscheidende Kriterien:
Digitale Erfassung von Arbeitsbeginn, Arbeitsende und Pausen
Separate Zeitarten für Überstunden, Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit
Freigabeprozess für Führungskräfte und HR
Strukturierter Export im DATEV-kompatiblen Format
ArbZG-konforme Grenzüberwachung (Höchstarbeitszeit, Ruhezeiten)
Shiftbase exportiert freigegebene Stunden im DATEV-kompatiblen Format für DATEV Lohn und Gehalt (über das Add-on App Center+). Die Zeitdaten kommen strukturiert bei deinem Lohnbüro an.
Schritt 3: Zeitarten sauber einrichten
Bevor der erste Mitarbeiter stempelt, müssen die Zeitarten im System konfiguriert sein. Jede Zeitart braucht:
Eine eindeutige Bezeichnung (z. B. "Nachtarbeit 23 bis 6 Uhr")
Die korrekte Zuschlagsregel (Prozentsatz, Steuerfreiheitsgrenze)
Die Verknüpfung mit dem entsprechenden DATEV-Lohnartenschlüssel
Fehler hier wirken sich auf jeden einzelnen Export aus, also lieber einmal sorgfältig einrichten als monatlich korrigieren. Welche Lohnarten es gibt und wie sie verschlüsselt werden, erklärt dir unser Lexikon.
Schritt 4: Arbeitszeiten digital erfassen
Mitarbeitende erfassen ihre Zeiten per:
App: ideal für mobile Teams, Gastronomie, Außendienst
Terminal: bewährt in Produktion, Handel, Pflege
Browser: für Bürokräfte und Homeoffice
Pausen werden aktiv gestempelt oder je nach Einstellung automatisch abgezogen. Überstunden ergeben sich aus dem Vergleich von Soll- und Ist-Zeit, ohne dass HR nachrechnen muss.
Schritt 5: Zeiten prüfen und freigeben
Vor dem Export durchläuft jede Zeiterfassung einen Freigabeprozess:
Führungskraft prüft Plausibilität (stimmen die Stunden mit dem Einsatz überein?)
HR / Payroll prüft Vollständigkeit (alle Mitarbeitenden erfasst, keine Lücken?)
Nur freigegebene Zeiten werden exportiert. So gelangen deutlich weniger Fehler in die Lohnabrechnung.
Schritt 6: Export an DATEV Lohn & Gehalt
Der Export erfolgt je nach Setup:
Datei-Export / Import: strukturierter CSV- oder XML-Export, manuell in DATEV importiert. Geeignet für monatlichen Payroll-Lauf.
Teilautomatisierte Übergabe: Export wird regelmäßig erzeugt, geprüft und importiert. Balance zwischen Kontrolle und Effizienz.
Direkte Integration: Datenübertragung weitgehend automatisiert. Sinnvoll bei vielen Mitarbeitenden oder komplexen Zuschlagsregeln.
Empfehlung für KMU: Datei-Export und Import sind der einfachste Einstieg, und genau das bietet Shiftbase mit dem Export im DATEV-kompatiblen Format. Je mehr Mitarbeitende du abrechnest, desto mehr Abtippen sparst du damit.
Schritt 7: Weiterverarbeitung in DATEV
In DATEV Lohn & Gehalt werden die übergebenen Zeitdaten verarbeitet für:
Lohn- und Gehaltsabrechnung nach Steuerklasse und Sozialversicherung
Zuschlagsberechnung (Nacht, Sonn-/Feiertag) mit korrekter Steuerfreiheit
Überstundenvergütung oder Buchung ins Arbeitszeitkonto
DEÜV-Meldungen und GKV-Monatsmeldungen
Bei sauberer Vorarbeit in den Schritten 1 bis 6 ist hier kaum Nachbearbeitung nötig.
Für welche Unternehmen lohnt sich DATEV-kompatible Zeiterfassung besonders?
Gastronomie und Hotellerie
Schichtarbeit, Teilzeit, Wochenendarbeit und Nachtarbeit: alle vier Zuschlagsarten fallen hier regelmäßig an. Ohne saubere Zeitartenstruktur entstehen monatlich Fehler in der Lohnabrechnung. Tarifverträge mit der NGG machen es noch komplexer.
Einzelhandel
Wechselnde Arbeitszeiten, Aushilfen, Minijobber und die Minijob-Grenze von 603 € im Monat (2026). Wird sie nicht nur gelegentlich und unvorhersehbar überschritten (§ 8 Abs. 1b SGB IV), endet der Minijob und du musst ummelden. Mit einer digitalen Zeiterfassung siehst du laufend, wie viele Stunden ein Minijobber schon gearbeitet hat.
Pflege und Gesundheitswesen
Dokumentationspflichten nach TVöD-P, Bereitschaftsdienst-Wertung, Nacht- und Wochenendarbeit. Zudem gilt seit Juli 2026 der neue Pflege-Branchenmindestlohn (16,52 € für Pflegehilfskräfte, 17,80 € für qualifizierte Pflegehilfskräfte, 21,03 € für Pflegefachkräfte). Zeiterfassung und Abrechnung müssen dazu passen.
Produktion und Handwerk
Drei-Schicht-Betriebe, Konti-Schichten, komplexe Zuschlagsregeln nach Metalltarifvertrag oder Haustarifvertrag. Ein Export im DATEV-kompatiblen Format spart hier viel manuelle Lohnbuchhaltung.
Typische Fehler und wie du sie vermeidest
Fehler | Konsequenz | Lösung |
|---|---|---|
Zeiten in Excel erfassen | Fehleranfällig, jede Zahl muss von Hand übertragen werden | Digitales System mit App/Terminal |
Zeitarten nicht getrennt | Zuschläge verlieren Steuerfreiheit | Separate Zeitart pro Zuschlagstyp konfigurieren |
Pausen nicht dokumentiert | Lohnabrechnung angreifbar, MiLoG-Risiko | Automatische Pausenregel einrichten |
Ungeprüfte Daten exportiert | Fehler in DATEV, teure Korrekturen | Freigabe vor dem Export als festen Schritt einführen |
Kein DATEV-Lohnartenschlüssel | Import schlägt fehl oder wird falsch zugeordnet | Zeitarten mit DATEV-Schlüsseln verknüpfen |
Export zu spät | Lohnlauf verzögert | Fester Exporttermin im HR-Kalender verankern |
Fazit: Arbeitszeiterfassung mit DATEV richtig umsetzen
Eine funktionierende Arbeitszeiterfassung mit DATEV beginnt nicht in DATEV, sondern dort, wo Arbeitszeiten entstehen: im Schichtplan, beim Einstempeln, in der Pausen-Dokumentation. Wer diesen Prozess sauber aufbaut, profitiert von einer Lohnabrechnung mit weniger Fehlern, lückenlosen Nachweisen und deutlich weniger Aufwand in HR und Buchhaltung.
Der erste Schritt ist ein digitales Zeiterfassungssystem, das DATEV-kompatibel ist und die Zeitarten sauber strukturiert. Alles andere folgt daraus.
Shiftbase exportiert deine freigegebenen Stunden im DATEV-kompatiblen Format für DATEV Lohn und Gehalt. Teste Shiftbase 14 Tage kostenlos.
Häufig gestellte Fragen
Shiftbase exportiert über das Add-on App Center+ die freigegebenen Stunden im DATEV-kompatiblen Format, getrennt nach Mitarbeitenden und Zeitarten wie Regelarbeitszeit, Überstunden und Zuschlagsstunden. Wie die Zeitarten den Lohnarten in DATEV Lohn und Gehalt zugeordnet werden, legst du mit deinem Lohnbüro fest.
Nein. DATEV Lohn & Gehalt ist ein Abrechnungssystem, kein Zeiterfassungssystem. Arbeitszeiten müssen in einem separaten, DATEV-kompatiblen Tool erfasst und dann strukturiert übergeben werden. Tools wie Shiftbase sind genau für diese Übergabe ausgelegt.
Der Export von Shiftbase im DATEV-kompatiblen Format ist auf DATEV Lohn und Gehalt ausgerichtet. Welche Version dein Lohnbüro nutzt und wie der Import dort läuft, klärst du am besten direkt mit ihm. Details zum Export stehen auf der DATEV-Seite im Shiftbase Marketplace.
Die Arbeitszeiterfassung wird meist an DATEV Lohn & Gehalt übergeben.
Welcher Weg passt, hängt von Unternehmensgröße und Payroll-Setup ab. Shiftbase liefert dafür einen Datei-Export im DATEV-kompatiblen Format, den dein Lohnbüro in DATEV Lohn und Gehalt importiert.
DATEV selbst ist nicht vorgeschrieben, die systematische Arbeitszeiterfassung aber schon. Seit dem BAG-Beschluss von 2022 (1 ABR 22/21) müssen Arbeitgeber Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit erfassen. Eine bestimmte Form schreibt das Gesetz bisher nicht vor, auch Papier oder Excel sind erlaubt. Eine digitale Zeiterfassung mit DATEV-kompatiblem Export erspart dir aber die Übertragung von Hand.
Fehler lassen sich vermeiden durch:
digitale statt manueller Erfassung
klare Freigabeprozesse
Übergabe nur geprüfter Zeiten an DATEV
So wird die Lohnabrechnung schneller und deutlich fehlerärmer.
Eine feste Grenze gibt es nicht. Je mehr Mitarbeitende mit wechselnden Arbeitszeiten und Zuschlägen du abrechnest, desto mehr Zeit kostet die Übertragung von Hand. In Schichtbetrieben mit Zuschlägen lohnt sich ein Export meist schon bei wenigen Mitarbeitenden.
Beke schreibt für Shiftbase über Dienstplanung, Zeiterfassung und alles, was die Personalplanung leichter macht. Sie übersetzt den Alltag von Teamleitern in praktische Tipps, die sofort weiterhelfen.
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