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Arbeitszeiterfassung mit DATEV: Schritt-für-Schritt-Guide | 2026

  • Verfasst von: Diana Tran
  • Letzte Aktualisierung: 10 April 2026
Arbeitszeiterfassung mit DATEV - HR-Manager exportiert Zeitdaten aus Shiftbase für DATEV Lohn und Gehalt Abrechnung

Wer DATEV für die Lohnabrechnung nutzt und Arbeitszeiten noch in Excel erfasst, riskiert jeden Monat dasselbe: manuelle Übertragungsfehler, fehlende Zuschläge, falsch berechnete Überstunden - und im schlimmsten Fall Nachforderungen bei der nächsten Betriebsprüfung. Die Lösung ist keine Raketenwissenschaft, aber sie erfordert einen klaren Prozess. Dieser Guide zeigt ihn - Schritt für Schritt.

    • DATEV ist kein Zeiterfassungssystem - Arbeitszeiten müssen vorher in einem separaten Tool erfasst und dann an DATEV übergeben werden.
    • Der Prozess: Erfassen → Freigeben → Exportieren → In DATEV Lohn & Gehalt importieren.
    • Entscheidend ist die saubere Struktur der Zeitarten (Regelarbeitszeit, Überstunden, Nacht-/Feiertagszuschläge) im Zeiterfassungssystem - fehlerhafte Zeitarten bedeuten fehlerhafte Lohnabrechnung.
    • Seit BAG 2022 ist digitale Zeiterfassung Pflicht - wer noch auf Stundenzettel setzt, ist bereits rechtswidrig und übergibt ohnehin keine zuverlässigen Daten an DATEV.
    • Shiftbase ist DATEV-kompatibel: Zeitdaten werden strukturiert aufbereitet und direkt an DATEV Lohn & Gehalt übergeben.

Warum korrekte Zeiterfassung für DATEV entscheidend ist

DATEV verarbeitet die Zeitdaten für die Entgeltabrechnung - aber es prüft sie nicht. Was fehlerhaft eingeht, kommt fehlerhaft raus. Konkret bedeutet das:

  • Falsch erfasste Überstunden führen zu falscher Vergütung
  • Fehlende Pausen-Dokumentation macht Lohnabrechnungen angreifbar
  • Nicht separat ausgewiesene Nacht- oder Feiertagszuschläge verlieren die Steuerfreiheit nach § 3b EStG
  • Ungeprüfte Daten können bei Zoll-Prüfungen (MiLoG) zu Bußgeldern bis 500.000 € führen

Hinzu kommt: Seit dem BAG-Urteil vom 13. September 2022 (Az. 1 ABR 22/21) ist die systematische Arbeitszeiterfassung in Deutschland rechtlich verpflichtend. Wer Excel-Listen oder Stundenzettel an DATEV übergibt, erfüllt weder die gesetzliche Erfassungspflicht noch liefert er zuverlässige Lohndaten.

Was DATEV kann - und was nicht

Funktion DATEV Lohn & Gehalt Zeiterfassungssystem (z. B. Shiftbase)
Lohn- und Gehaltsabrechnung Ja Nein
Steuer- und SV-Berechnung Ja Nein
Zeiterfassung (Stempeln) Nein Ja
Schichtplanung Nein Ja
Überstunden berechnen Teilweise Ja
Zuschläge kalkulieren Ja (bei korrekten Zeitarten) Ja
DATEV-Export - Ja (als vorgelagerte Lösung)

Kernprinzip: Shiftbase setzt vor DATEV an - dort wo Arbeitszeiten entstehen. DATEV verarbeitet, was Shiftbase sauber aufbereitet hat. Kein Medienbruch, keine manuellen Übertragungen.

Was wird genau an DATEV übergeben?

Das ist die Frage, die DATEV-Nutzer am häufigsten stellen. Übergeben werden strukturierte Zeitdaten nach Mitarbeiter und Zeitart:

Zeitart Inhalt Payroll-Wirkung
Regelarbeitszeit Tatsächlich geleistete Stunden (netto, nach Pausen) Basis für Lohnberechnung
Überstunden Stunden über der vertraglichen Sollzeit Vergütung oder Freizeitausgleich
Nachtzuschlag Stunden zwischen 20 und 6 Uhr Steuerfreier Zuschlag nach § 3b EStG
Sonntagszuschlag Arbeit an Sonntagen Steuerfreier Zuschlag
Feiertagszuschlag Arbeit an gesetzlichen Feiertagen Steuerfreier Zuschlag
Pausen Dokumentierte Unterbrechungen Reduziert die Netto-Arbeitszeit
Abwesenheiten Urlaub, Krankheit, Elternzeit Relevant für Lohnfortzahlung und Resturlaub
Kurzarbeit KUG-relevante Ausfallstunden Basis für Kurzarbeitergeld-Antrag

Wichtig für die Steuerfreiheit: Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge sind nur steuerfrei, wenn sie im Zeiterfassungssystem separat als eigene Zeitart geführt werden. Eine pauschale "Gesamtstunden"-Übergabe reicht nicht.

Schritt-für-Schritt: Arbeitszeiterfassung mit DATEV einrichten

Schritt 1 - Verstehen: DATEV erfasst keine Zeiten

DATEV Lohn & Gehalt ist ein Abrechnungssystem, kein Zeiterfassungssystem. Arbeitszeiten müssen zuerst in einem geeigneten Tool digital erfasst werden. Erst dann können sie an DATEV übergeben werden.

Schritt 2 - Zeiterfassungssystem auswählen

Wähle ein System, das DATEV-kompatibel ist. Entscheidende Kriterien:

  • Digitale Erfassung von Arbeitsbeginn, Arbeitsende und Pausen
  • Separate Zeitarten für Überstunden, Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit
  • Freigabeprozess für Führungskräfte und HR
  • Strukturierter Export im DATEV-kompatiblen Format
  • ArbZG-konforme Grenzüberwachung (Höchstarbeitszeit, Ruhezeiten)

Shiftbase ist direkt mit DATEV Lohn & Gehalt integriert - Zeitdaten werden strukturiert aufbereitet und zur Weiterverarbeitung übergeben.

Schritt 3 - Zeitarten sauber einrichten

Bevor der erste Mitarbeiter stempelt, müssen die Zeitarten im System konfiguriert sein. Jede Zeitart braucht:

  • Eine eindeutige Bezeichnung (z. B. "Nachtarbeit 23–6 Uhr")
  • Die korrekte Zuschlagsregel (Prozentsatz, Steuerfreiheitsgrenze)
  • Die Verknüpfung mit dem entsprechenden DATEV-Lohnartenschlüssel

Fehler hier wirken sich auf jeden einzelnen Export aus - lieber einmal sorgfältig einrichten als monatlich korrigieren.

Schritt 4 - Arbeitszeiten digital erfassen

Mitarbeitende erfassen ihre Zeiten per:

  • App - ideal für mobile Teams, Gastronomie, Außendienst
  • Terminal - bewährt in Produktion, Handel, Pflege
  • Browser - für Bürokräfte und Homeoffice

Pausen werden entweder aktiv erfasst oder automatisch nach ArbZG-Vorgaben gesetzt. Überstunden werden automatisch berechnet - kein manueller Aufwand für HR.

Schritt 5 - Zeiten prüfen und freigeben

Vor dem Export durchläuft jede Zeiterfassung einen Freigabeprozess:

  • Führungskraft prüft Plausibilität (stimmen die Stunden mit dem Einsatz überein?)
  • HR / Payroll prüft Vollständigkeit (alle Mitarbeitenden erfasst, keine Lücken?)

Nur freigegebene Zeiten werden exportiert. Das verhindert, dass fehlerhafte Daten in die Lohnabrechnung gelangen.

Schritt 6 - Export an DATEV Lohn & Gehalt

Der Export erfolgt je nach Setup:

  • Datei-Export / Import - strukturierter CSV- oder XML-Export, manuell in DATEV importiert. Geeignet für monatlichen Payroll-Lauf.
  • Teilautomatisierte Übergabe - Export wird regelmäßig erzeugt, geprüft und importiert. Balance zwischen Kontrolle und Effizienz.
  • Direkte Integration - Datenübertragung weitgehend automatisiert. Sinnvoll bei vielen Mitarbeitenden oder komplexen Zuschlagsregeln.

Empfehlung für KMU: Datei-Export/Import ist der einfachste Einstieg. Wer monatlich 20–200 Mitarbeitende abrechnet, spart damit bereits mehrere Stunden Lohnbuchhaltungsaufwand pro Monat.

Schritt 7 - Weiterverarbeitung in DATEV

In DATEV Lohn & Gehalt werden die übergebenen Zeitdaten verarbeitet für:

  • Lohn- und Gehaltsabrechnung nach Steuerklasse und Sozialversicherung
  • Zuschlagsberechnung (Nacht, Sonn-/Feiertag) mit korrekter Steuerfreiheit
  • Überstundenvergütung oder Buchung ins Arbeitszeitkonto
  • DEÜV-Meldungen und GKV-Monatsmeldungen

Bei sauberer Vorarbeit in Schritten 1–6 ist hier kaum Nachbearbeitung nötig.

Für welche Unternehmen lohnt sich DATEV-integrierte Zeiterfassung besonders?

--> Gastronomie und Hotellerie

Schichtarbeit, Teilzeit, Wochenendarbeit und Nachtarbeit - alle vier Zuschlagsarten fallen hier regelmäßig an. Ohne saubere Zeitartenstruktur entstehen monatlich Fehler in der Lohnabrechnung. NGG-Tarifvertrag erhöht die Komplexität zusätzlich.

--> Einzelhandel

Wechselnde Arbeitszeiten, Aushilfen, Minijobber - und die Minijob-Grenze von 603 € (2026), die bei Überschreitung sofortige Ummeldungspflicht auslöst. Digitale Zeiterfassung mit DATEV-Anbindung verhindert genau das.

--> Pflege und Gesundheitswesen

Dokumentationspflichten nach TVöD-P, Bereitschaftsdienst-Wertung, Nacht- und Wochenendarbeit. Zudem gilt ab Juli 2026 der neue Pflege-Branchenmindestlohn (16,52 €/17,80 €) - Zeiterfassung und Abrechnung müssen gleichzeitig angepasst werden.

--> Produktion und Handwerk

Drei-Schicht-Betriebe, Konti-Schichten, komplexe Zuschlagsregeln nach Metalltarifvertrag oder Haustarifvertrag. DATEV-Anbindung spart hier pro Abrechnung mehrere Stunden manueller Lohnbuchhaltung.

Typische Fehler - und wie du sie vermeidest

Fehler Konsequenz Lösung
Zeiten in Excel erfassen Nicht rechtssicher, fehleranfällig, kein ArbZG-Nachweis Digitales System mit App/Terminal
Zeitarten nicht getrennt Zuschläge verlieren Steuerfreiheit Separate Zeitart pro Zuschlagstyp konfigurieren
Pausen nicht dokumentiert Lohnabrechnung angreifbar, MiLoG-Risiko Automatische Pausenregel einrichten
Ungeprüfte Daten exportiert Fehler in DATEV, teure Korrekturen Freigabeprozess vor Export verpflichtend
Kein DATEV-Lohnartenschlüssel Import schlägt fehl oder wird falsch zugeordnet Zeitarten mit DATEV-Schlüsseln verknüpfen
Export zu spät Lohnlauf verzögert Fester Exporttermin im HR-Kalender verankern


Fazit: Arbeitszeiterfassung mit DATEV richtig umsetzen

Eine funktionierende Arbeitszeiterfassung mit DATEV beginnt nicht in DATEV - sie beginnt dort, wo Arbeitszeiten entstehen: im Schichtplan, beim Einstempeln, in der Pausen-Dokumentation. Wer diesen Prozess sauber aufbaut, profitiert von einer fehlerfreien Lohnabrechnung, revisionssicheren Nachweisen und deutlich weniger Aufwand in HR und Buchhaltung.

Der erste Schritt ist ein digitales Zeiterfassungssystem, das DATEV-kompatibel ist und die Zeitarten sauber strukturiert. Alles andere folgt daraus.

Shiftbase ist DATEV-kompatibel - Zeitdaten werden direkt für DATEV Lohn & Gehalt aufbereitet. Jetzt 14 Tage kostenlos testen! 


Häufig gestellte Fragen

  • Strukturierte Zeitdaten nach Mitarbeiter und Zeitart: Regelarbeitszeit, Überstunden, Nachtarbeit, Sonntagsarbeit, Feiertagsarbeit, Pausen und Abwesenheiten - jeweils mit dem korrekten DATEV-Lohnartenschlüssel verknüpft. Nur freigegebene Zeiten werden exportiert. 

  • Nein. DATEV Lohn & Gehalt ist ein Abrechnungssystem, kein Zeiterfassungssystem. Arbeitszeiten müssen in einem separaten, DATEV-kompatiblen Tool erfasst und dann strukturiert übergeben werden. Tools wie Shiftbase sind genau für diese Verbindung ausgelegt. 

  • Die Shiftbase-Integration ist auf DATEV Lohn & Gehalt ausgerichtet - das meistgenutzte DATEV-Modul für die Entgeltabrechnung in deutschen KMU. Details zur technischen Kompatibilität findest du im Shiftbase DATEV-Marketplace

  • Die Arbeitszeiterfassung wird meist an DATEV Lohn & Gehalt übergeben.
    Welche Schnittstelle geeignet ist, hängt von Unternehmensgröße und Payroll-Setup ab.

  •  DATEV selbst ist nicht vorgeschrieben - aber die systematische Arbeitszeiterfassung ist es. Seit dem BAG-Urteil 2022 müssen Arbeitszeiten objektiv, verlässlich und vollständig erfasst werden. Stundenzettel und Excel erfüllen das nicht. Eine DATEV-kompatible digitale Zeiterfassung löst beide Anforderungen gleichzeitig. 

  • Fehler lassen sich vermeiden durch:

    • digitale statt manueller Erfassung

    • klare Freigabeprozesse

    • Übergabe nur geprüfter Zeiten an DATEV

    So wird die Lohnabrechnung schneller und deutlich fehlerärmer.

  •  Ab etwa 10 Mitarbeitenden mit variablen Arbeitszeiten rechnet sich eine DATEV-integrierte Lösung. Unter 10 Mitarbeitenden mit festen Arbeitszeiten ist der manuelle Aufwand noch überschaubar. Bei Schichtbetrieben mit Zuschlägen lohnt sich die Integration fast immer - unabhängig von der Unternehmensgröße. 

Zeiterfassung

Verfasst von:

Diana Tran

Diana Tran ist Senior Content Strategist bei Shiftbase und verantwortet den deutschen Markt in der DACH-Region. Seit über drei Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit Workforce Management, Personalplanung und den Herausforderungen moderner HR-Prozesse. Sie spezialisiert sich auf Themen wie Dienstplanung, Zeiterfassung, Abwesenheitsmanagement sowie arbeitsrechtliche Anforderungen im deutschsprachigen Raum. Ihre Inhalte richten sich an Unternehmen, die ihre Personalprozesse strukturieren, optimieren und rechtssicher gestalten möchten. Durch ihren praxisorientierten Ansatz übersetzt sie komplexe HR-Themen in verständliche und umsetzbare Lösungen für den Arbeitsalltag.

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