Lohnfortzahlung in der Elternzeit
Elternzeit und Lohnfortzahlung verständlich erklärt: Pflichten, Ausnahmen und Planungstipps für Arbeitgeber und HR.
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Während der Elternzeit zahlt der Arbeitgeber keinen Lohn. Das Arbeitsverhältnis ruht, das Einkommen kommt aus dem Elterngeld. Schwierig wird es an den Rändern: wenn jemand kurz vor der Elternzeit krank wird, während der Elternzeit in Teilzeit arbeitet oder am ersten Tag danach eine Krankschreibung schickt. Wer dann zahlt, hängt vom Zeitpunkt ab: vor der Elternzeit der Arbeitgeber, währenddessen niemand, danach wieder der Arbeitgeber.
Besteht während der Elternzeit Anspruch auf Lohn?
Nein. Einen Anspruch auf Lohn vom Arbeitgeber gibt es in der Elternzeit nicht. Der Arbeitsvertrag bleibt bestehen, ruht aber: Der Mitarbeiter muss nicht arbeiten, der Arbeitgeber muss nicht zahlen. Sein Einkommen sichert der Mitarbeiter über das Elterngeld, das die Elterngeldstelle zahlt.
Erst wenn wieder gearbeitet wird, etwa in Teilzeit während der Elternzeit, lebt der Lohnanspruch für diese Stunden wieder auf.
Krank während der Elternzeit
Wer während der Elternzeit krank wird, bekommt vom Arbeitgeber keine Lohnfortzahlung. Die Lohnfortzahlung ersetzt Lohn, der wegen der Krankheit ausfällt, und in der Elternzeit fällt kein Lohn aus, weil ohnehin keiner gezahlt wird. Eine Krankschreibung muss der Mitarbeiter in dieser Zeit auch nicht beim Arbeitgeber einreichen.
Die Elternzeit verlängert sich durch die Krankheit nicht, und die verlorenen Tage werden nicht nachgeholt. Das Elterngeld läuft weiter.
Krank vor der Elternzeit
Wird ein Mitarbeiter vor dem Beginn der Elternzeit krank, zahlt der Arbeitgeber wie sonst auch bis zu sechs Wochen Lohnfortzahlung. Mit dem ersten Tag der Elternzeit endet sie aber, auch wenn die sechs Wochen noch nicht um sind und der Mitarbeiter noch krankgeschrieben ist. Ab diesem Tag ruht das Arbeitsverhältnis.
Bei Müttern liegt vor der Elternzeit meistens der Mutterschutz. In dieser Zeit zahlen die Krankenkasse das Mutterschaftsgeld und der Arbeitgeber einen Zuschuss bis zum bisherigen Nettolohn. Die Zeit des Mutterschutzes nach der Geburt wird auf die Elternzeit angerechnet.
Krank nach der Elternzeit
Ist ein Mitarbeiter am ersten Tag nach der Elternzeit krank, zahlt der Arbeitgeber Lohnfortzahlung wie sonst auch, für bis zu sechs Wochen. Die Wartezeit von vier Wochen, die für neue Mitarbeitende gilt, spielt keine Rolle, weil das Arbeitsverhältnis während der Elternzeit weiterbestanden hat. Die Krankmeldung läuft wie immer.
Elternzeit wegen Krankheit vorzeitig beenden
Elternzeit kann man nicht einfach abbrechen, um Lohnfortzahlung zu bekommen. Vorzeitig beenden geht nur mit Zustimmung des Arbeitgebers oder in Härtefällen, etwa bei einer schweren Krankheit oder dem Tod eines Elternteils oder Kindes (§ 16 Abs. 3 BEEG). In diesen Fällen kann der Arbeitgeber nur innerhalb von vier Wochen, schriftlich und aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen. Ohne jede Zustimmung lässt sich die Elternzeit nur verkürzen, um für ein weiteres Kind in den Mutterschutz zu gehen; wer sie dagegen verlängern will, braucht in den ersten zwei Jahren meist die Zustimmung.
Teilzeit in der Elternzeit
Bis zu 32 Stunden pro Woche darf ein Mitarbeiter in der Elternzeit arbeiten (§ 15 Abs. 4 BEEG). In Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten hat er unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch darauf. Für die vereinbarten Stunden gilt dann alles wie in jeder anderen Teilzeit: Lohn, Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, beschränkt auf diese Stunden.
Beispiel: Eine Mitarbeiterin arbeitet während der Elternzeit 20 Stunden pro Woche, in Teilzeit in Elternzeit. Wird sie krank, zahlt der Arbeitgeber bis zu sechs Wochen den Lohn für diese 20 Stunden weiter.
Entgeltfortzahlung oder Elterngeld: wer zahlt wann?
Situation | Wer zahlt |
|---|---|
Elternzeit ohne Arbeit | Elterngeldstelle (Elterngeld) |
Krank während der Elternzeit ohne Arbeit | niemand zusätzlich, Elterngeld läuft weiter |
Krank vor der Elternzeit | Arbeitgeber, aber nur bis zum Beginn der Elternzeit |
Mutterschutz | Krankenkasse (Mutterschaftsgeld) und Arbeitgeber (Zuschuss) |
Teilzeit während der Elternzeit | Arbeitgeber für die Teilzeitstunden |
Krank während der Teilzeit | Arbeitgeber für die Teilzeitstunden, bis zu sechs Wochen |
Krank nach der Elternzeit | Arbeitgeber, bis zu sechs Wochen |
Elterngeld: was der Mitarbeiter bekommt
Das Elterngeld beträgt 65 bis 67 % des Nettoeinkommens vor der Geburt, mindestens 300 € und höchstens 1.800 € im Monat. Es kommt von der Elterngeldstelle. Der Arbeitgeber stellt dafür eine Bescheinigung über das Einkommen aus. Wer in der Elternzeit in Teilzeit arbeitet, bekommt Elterngeld für den Einkommensverlust, also weniger als ohne Arbeit.
Sozialversicherung während der Elternzeit
Gesetzlich Versicherte bleiben während der Elternzeit kranken- und pflegeversichert. Solange sie Elterngeld bekommen, ist das beitragsfrei (§ 224 SGB V). In der Rentenversicherung bekommen Eltern für die ersten Lebensjahre des Kindes Kindererziehungszeiten gutgeschrieben, die Beiträge dafür trägt der Bund. Arbeitet jemand in Teilzeit, gelten für diesen Lohn die normalen Beiträge, die sich Arbeitgeber und Mitarbeiter teilen.
Urlaub und Sonderzahlungen
Der Arbeitgeber darf den Urlaub für jeden vollen Monat Elternzeit um ein Zwölftel kürzen (§ 17 Abs. 1 BEEG), wenn er das dem Mitarbeiter erklärt. Arbeitet der Mitarbeiter in Teilzeit, darf er nicht kürzen. Resturlaub, den jemand vor der Elternzeit nicht mehr nehmen konnte, bleibt erhalten und wird nach der Elternzeit nachgeholt. Den Anspruch rechnet der Urlaubsrechner aus. Wie du die Kürzung erklärst und rechnest, steht unter Urlaubsanspruch in der Elternzeit.
Ob Weihnachtsgeld oder andere Sonderzahlungen während der Elternzeit gezahlt werden, hängt vom Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag ab. Ist die Zahlung eine Belohnung für geleistete Arbeit, darf sie meist anteilig gekürzt werden. Ist sie eine Treueprämie für die Betriebszugehörigkeit, oft nicht.
Kündigungsschutz
Ab der Anmeldung der Elternzeit, frühestens acht Wochen vor ihrem Beginn, und während der ganzen Elternzeit darf der Arbeitgeber nicht kündigen (§ 18 BEEG). Nur in seltenen Ausnahmefällen, etwa bei einer Betriebsschließung, kann die zuständige Landesbehörde eine Kündigung für zulässig erklären.
Pflichten von Arbeitgebern
Elternzeit ist ein gesetzlicher Anspruch, den der Arbeitgeber nicht genehmigen muss. Der Mitarbeiter meldet sie spätestens sieben Wochen vor Beginn an, wenn sie vor dem dritten Geburtstag des Kindes liegt, sonst spätestens 13 Wochen vorher. Für Kinder, die ab dem 1. Mai 2025 geboren sind, genügt dafür eine E-Mail, für ältere Kinder braucht es ein unterschriebenes Schreiben (§ 28 Abs. 1b BEEG). Die Anmeldung bestätigt der Arbeitgeber, er prüft die Fristen und hält das Rückkehrrecht ein: Nach der Elternzeit lebt der Arbeitsvertrag wieder auf, mit den vereinbarten Stunden und Aufgaben.
Elternzeit in der Dienst- und Einsatzplanung
Elternzeit beeinflusst die Personalplanung oft für Monate. Meist braucht es eine Vertretung und eine Übergabe vor dem Beginn, und gegen Ende die Rückkehr in ein passendes Arbeitszeitmodell vorbereiten, häufig mit weniger Stunden als vorher.
In Shiftbase stehen Abwesenheiten im selben Dienstplan wie die Schichten. Trägst du die Elternzeit ein, siehst du beim Planen, wer fehlt, und planst niemanden ein, der gar nicht da ist. Das Abwesenheitsmanagement und der Dienstplan sind dasselbe System.
Checkliste für Arbeitgeber
Bestätige die Anmeldung und prüf die Fristen. Für die Elterngeldstelle stellst du eine Einkommensbescheinigung aus. War der Mitarbeiter vor der Elternzeit krank, endet die Lohnfortzahlung mit ihrem ersten Tag. Willst du den Urlaub um ein Zwölftel pro Monat kürzen, erkläre das schriftlich. Teilzeit während der Elternzeit hältst du mit Stunden und Verteilung im Vertrag fest. Und bereite die Rückkehr rechtzeitig vor, mit Arbeitszeit und Arbeitsplatz.
Häufig gestellte Fragen
Während der Elternzeit besteht kein Anspruch auf Gehalt vom Arbeitgeber, weil das Arbeitsverhältnis ruht. Das Einkommen kommt aus dem Elterngeld, das die Elterngeldstelle zahlt.
Wird man während der Elternzeit krank, zahlt der Arbeitgeber keine Lohnfortzahlung, weil ohnehin kein Lohn gezahlt wird. Das Elterngeld läuft weiter, und die Elternzeit verlängert sich durch die Krankheit nicht.
Wird man vor der Elternzeit krank, zahlt der Arbeitgeber bis zu sechs Wochen Lohnfortzahlung, aber nur bis zum ersten Tag der Elternzeit. Mit dem Beginn der Elternzeit endet die Lohnfortzahlung, auch wenn man noch krank ist.
Nach der Elternzeit gibt es bei Krankheit Lohnfortzahlung für bis zu sechs Wochen, wie bei allen anderen Mitarbeitenden. Die Wartezeit von vier Wochen gilt nicht, weil das Arbeitsverhältnis weiterbestanden hat.
Bei Teilzeit in der Elternzeit gibt es Lohn und im Krankheitsfall Lohnfortzahlung für die vereinbarten Stunden. Für die übrige Zeit gibt es weiter Elterngeld.
Während der Elternzeit sind gesetzlich Versicherte beitragsfrei kranken- und pflegeversichert, solange sie Elterngeld bekommen. Für die Rente werden Kindererziehungszeiten gutgeschrieben, die der Bund bezahlt. Bei Teilzeit fallen für den Lohn normale Beiträge an.
Der Arbeitgeber darf den Urlaub für jeden vollen Monat Elternzeit um ein Zwölftel kürzen, wenn er es dem Mitarbeiter erklärt. Arbeitet der Mitarbeiter während der Elternzeit in Teilzeit, ist keine Kürzung erlaubt.
Alle Begriffe ansehen
- 48-Stunden-WocheDie 48-Stunden-Woche ist die Obergrenze für die durchschnittliche Wochenarbeitszeit nach § 3 ArbZG. In einzelnen Wochen sind bis zu 60 Stunden möglich, wenn der Schnitt im Ausgleichszeitraum stimmt.
- Arbeitsstunden pro MonatIm Schnitt hat ein Monat 4,33 Wochen: Bei 40 Stunden pro Woche sind das 173,33 Arbeitsstunden im Monat, bei 35 Stunden 151,67. Für einen bestimmten Monat zählen die Arbeitstage.
- Direktionsrecht (§ 106 GewO)Das Direktionsrecht nach § 106 GewO erlaubt dem Arbeitgeber, Zeit, Ort und Inhalt der Arbeit festzulegen, soweit Vertrag, Tarif, Betriebsvereinbarung und Gesetz Raum lassen und die Weisung billigem Ermessen entspricht.
- ElternzeitElternzeit ist eine unbezahlte Freistellung bis zum dritten Geburtstag, die Mütter und Väter sieben Wochen vorher beim Arbeitgeber anmelden. Mit Rechner für Beginn, Ende und Antragsfrist.
- LadenschlussgesetzWas vom Ladenschlussgesetz übrig ist: Ladenöffnung ist Ländersache, Bayern hat seit August 2025 ein eigenes Gesetz, und das gilt für dein Personal am Sonntag.
- LohnsteuerDie Lohnsteuer richtet sich nach Bruttolohn, Steuerklasse und Freibeträgen. Wie sie berechnet wird, wann du sie abführst und was als Arbeitgeber dazugehört.
- RuhezeitZwischen zwei Arbeitstagen müssen mindestens 11 Stunden Ruhezeit liegen. Wann sie kürzer sein darf, was sie unterbricht und Beispiele aus dem Schichtplan.
- SchichttauschBeim Schichttausch übernehmen zwei Mitarbeitende gegenseitig ihre Dienste. Wer zustimmen muss, welche Regeln gelten und ein Muster für das Protokoll.
- Trinkgeld versteuernTrinkgeld ist für Angestellte steuerfrei, wenn Gäste es freiwillig geben, auch per Karte und aus der Trinkgeldkasse. Steuerpflichtig sind feste Bedienungszuschläge und Trinkgeld an den Inhaber.
- Urlaubsanspruch in der ElternzeitIn der Elternzeit entsteht Urlaub weiter. Der Arbeitgeber darf ihn pro vollem Kalendermonat um ein Zwölftel kürzen, wenn er das erklärt, aber nicht bei Teilzeit beim selben Arbeitgeber. Resturlaub verfällt nicht.
- VerdienstbescheinigungDie Verdienstbescheinigung ist der Vordruck, auf dem du einem Amt den Verdienst bestätigst. Welcher Zeitraum zählt und wohin Zuschläge gehören.
- Weiterbeschäftigung nach RenteneintrittWeiterbeschäftigung nach Renteneintritt: wie der Vertrag weiterläuft, was für Renten- und Arbeitslosenversicherung gilt und wann die Aktivrente greift.
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