Bonuszahlung

Eine Bonuszahlung ist eine Zahlung zusätzlich zum Lohn, meist abhängig von Leistung oder Zielen; Pflicht wird sie nur durch Vertrag, Zusage oder betriebliche Übung.

Geschrieben von: Beke SchoustraAktualisiert am:

Eine Bonuszahlung ist eine Zahlung, die der Arbeitgeber zusätzlich zum vereinbarten Lohn oder Gehalt leistet, meist abhängig von der Leistung einzelner Mitarbeitender, eines Teams oder des ganzen Betriebs. Kein Gesetz schreibt sie vor. Verbindlich wird sie durch Arbeitsvertrag, Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung, Zielvereinbarung oder eine betriebliche Übung.

Steuerlich ist ein Bonus Arbeitslohn und in der Regel ein sonstiger Bezug. Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge fallen voll an, einen eigenen, höheren Steuersatz gibt es dafür aber nicht.

Welche Arten von Bonuszahlungen es gibt

Art

Woran sie hängt

Beispiel aus Gastronomie und Handel

Leistungsbonus

individuelle Ziele aus einer Zielvereinbarung

Eine Filialleiterin bekommt 1.000 €, wenn die Inventurdifferenz unter der vereinbarten Quote bleibt.

Teambonus

ein gemeinsames Ziel von Team oder Filiale

Das Restaurantteam teilt einen Topf, wenn der Quartalsumsatz eine Schwelle überschreitet.

Jahresbonus oder Erfolgsbeteiligung

das Ergebnis des Unternehmens

2 % vom Jahresgewinn, verteilt nach Monatsgehalt

Gratifikation

ein Anlass oder die Betriebstreue

Weihnachtsgeld, Zahlung zum Dienstjubiläum

Halteprämie

der Verbleib bis zu einem Stichtag

Prämie für Saisonkräfte, die bis zum 30. September bleiben

Provision

einzelne Verkäufe oder Abschlüsse

3 % vom Umsatz einer Verkäuferin im Möbelhaus

Wie die Zahlung heißt, entscheidet wenig. Für Kündigung, Krankheit und Rückzahlung zählt, wofür sie gedacht ist: für Arbeit und Leistung im Bezugszeitraum, für die Treue zum Betrieb oder für beides. Zahlungen aus einem bestimmten Anlass erklärt der Artikel zur Gratifikation.

Wann besteht ein Anspruch auf eine Bonuszahlung?

Einen gesetzlichen Anspruch auf eine Bonuszahlung gibt es nicht. Mitarbeitende haben ihn, wenn eine dieser Grundlagen besteht:

  • Arbeitsvertrag oder Zusatzvereinbarung: Der Bonus ist mit seinen Bedingungen zugesagt, etwa in einer Zusatzvereinbarung zum Arbeitsvertrag.

  • Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung: Sie gelten für alle, die darunter fallen.

  • Zielvereinbarung: Der Bonus hängt davon ab, wie weit vereinbarte Ziele erreicht werden.

  • Gesamtzusage: Der Arbeitgeber kündigt den Bonus der ganzen Belegschaft an, zum Beispiel per Aushang oder Rundmail.

  • Betriebliche Übung: Bei jährlichen Zahlungen an die ganze Belegschaft entsteht sie nach der Rechtsprechung in der Regel nach mindestens drei Zahlungen ohne Vorbehalt.

  • Gleichbehandlung: Zahlt der Arbeitgeber nach einer erkennbaren Regel, darf er einzelne Mitarbeitende nur aus sachlichem Grund ausnehmen.

Freiwillig zahlen, ohne sich für die Zukunft zu binden

Wer einen Bonus nur in diesem Jahr zahlen will, sagt das bei der Zahlung selbst: schriftlich, klar und ohne Widerspruch. Ein allgemeiner Freiwilligkeitsvorbehalt im Arbeitsvertrag, der alle künftigen Leistungen erfasst, ist unwirksam. Steht daneben noch ein Widerrufsvorbehalt, ist die Klausel außerdem intransparent, und der Arbeitgeber kann sich auf die Freiwilligkeit nicht berufen (BAG, 14. September 2011, 10 AZR 526/10; § 307 Abs. 1 BGB).

Bonus mit Zielvereinbarung: was der Arbeitgeber schuldet

Bei einem Bonus mit Zielvereinbarung hängt die Höhe vom Grad der Zielerreichung ab. Lässt die Regel dem Arbeitgeber Spielraum bei der Festsetzung, muss er nach billigem Ermessen entscheiden. Ist die Festsetzung unbillig oder kommt sie nicht, setzt das Arbeitsgericht den Bonus fest (§ 315 Abs. 3 BGB).

Teuer wird es, wenn die Ziele zu spät kommen. Gibt der Arbeitgeber schuldhaft keine Ziele vor oder erst so spät, dass sie keinen Anreiz mehr setzen können, schuldet er in der Regel Schadensersatz in Höhe des entgangenen Bonus. Im entschiedenen Fall kamen die Unternehmensziele erst nach etwa drei Vierteln des Jahres, das Bundesarbeitsgericht sprach dem Arbeitnehmer gut 16.000 € zu (BAG, 19. Februar 2025, 10 AZR 57/24). Ziele gehören deshalb an den Anfang des Zeitraums, schriftlich und so, dass die Mitarbeitenden sie selbst beeinflussen können.

Bonuszahlung bei Kündigung und Krankheit

Ob ein Bonus nach einer Kündigung noch zusteht, hängt am Zweck. Belohnt er Arbeit oder Leistung im Bezugsjahr, steht er anteilig zu, auch wenn der Vertrag einen Stichtag nennt. Eine Stichtagsklausel im Formularvertrag ist für solche Zahlungen in der Regel unwirksam (BAG, 13. November 2013, 10 AZR 848/12). Belohnt die Zahlung nur, dass jemand bleibt, darf sie an ein ungekündigtes Arbeitsverhältnis am Stichtag geknüpft werden. So funktioniert die Halteprämie.

Krankheitstage dürfen einen Bonus nur kürzen, wenn das vereinbart ist, und um höchstens ein Viertel des Arbeitsentgelts, das im Jahresdurchschnitt auf einen Arbeitstag entfällt (§ 4a EFZG). Bei 31.200 € Jahresverdienst und 260 Arbeitstagen sind das 120 € am Tag. Die Kürzung beträgt also höchstens 30 € pro Krankheitstag, bei zehn Krankheitstagen höchstens 300 €.

Wie wird eine Bonuszahlung versteuert?

Ein Bonus, der einmal im Jahr oder für mehrere Monate auf einmal kommt, ist ein sonstiger Bezug (§ 38a Abs. 1 Satz 3 EStG). Der Arbeitgeber berechnet die Jahreslohnsteuer auf den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn einmal ohne und einmal mit dem Bonus und behält die Differenz ein (§ 39b Abs. 3 EStG). Der Abzug wirkt hoch, weil der Bonus oben auf das Jahreseinkommen kommt und mit dem Grenzsteuersatz besteuert wird. An der Steuerklasse ändert sich dadurch nichts.

In der Sozialversicherung ist der Bonus einmalig gezahltes Arbeitsentgelt. Er gehört in den Monat der Auszahlung und ist beitragspflichtig, bis die anteilige Jahresbeitragsbemessungsgrenze erreicht ist (§ 23a SGB IV). Zahlt der Betrieb den Jahresbonus zwischen Januar und März und überschreitet er damit die anteilige Grenze, wird er dem letzten Abrechnungsmonat des Vorjahres zugeordnet.

Die Lohnsteuer auf einen Bonus wird genauso berechnet wie auf das Weihnachtsgeld. Wie viel netto bleibt, kannst du deshalb mit dem Weihnachtsgeld-Rechner überschlagen.

Steuerfreie Alternativen zum Geldbonus

Ein Bonus in Geld ist nie steuerfrei. Sachbezüge bleiben steuer- und beitragsfrei, solange sie 50 € im Monat nicht übersteigen, etwa ein Warengutschein, der zusätzlich zum geschuldeten Lohn gegeben wird (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG). Eine Sachprämie über dieser Grenze kann der Arbeitgeber pauschal mit 30 % versteuern (§ 37b EStG). Die steuerfreie Inflationsausgleichsprämie bis 3.000 € gab es nur bis zum 31. Dezember 2024 (§ 3 Nr. 11c EStG).

Bonus für Teilzeitkräfte und Minijobber

Teilzeitkräfte bekommen einen Bonus mindestens im Verhältnis ihrer Arbeitszeit (§ 4 Abs. 1 TzBfG). Zahlt ein Restaurant jeder Vollzeitkraft mit 40 Stunden 600 € Teambonus, stehen einer Servicekraft mit 20 Stunden mindestens 300 € zu. Das gilt auch für Minijobber.

Im Minijob zählt ein Bonus zum Verdienst, ein fest zugesagter Bonus von Anfang an. Die Grenze liegt 2026 bei 603 € im Monat oder 7.236 € im Jahr (§ 8 Abs. 1a SGB IV mit dem Mindestlohn von 13,90 €). Eine Aushilfe mit 450 € im Monat kommt mit 1.500 € zugesagtem Bonus auf 6.900 € im Jahr und bleibt im Minijob. Ist ein Bonus nicht vorhersehbar, darf die Grenze in höchstens zwei Kalendermonaten im Jahr um jeweils bis zu 603 € überschritten werden (§ 8 Abs. 1b SGB IV).

Bonus und Mindestlohn

Den Mindestlohn von 13,90 € pro Stunde (2026, ab 1. Januar 2027 14,60 €) muss die Vergütung jeden Monat erreichen. Der Anspruch ist erfüllt, wenn die für den Kalendermonat gezahlte Bruttovergütung die geleisteten Stunden mal Mindestlohn deckt (BAG, 25. Mai 2016, 5 AZR 135/16). Ein Jahresbonus im Dezember gleicht deshalb keine zu niedrigen Monate davor aus, denn der Mindestlohn ist spätestens am letzten Bankarbeitstag des Folgemonats fällig (§ 2 Abs. 1 MiLoG). Für eine laufende Vergütung nach Umsatz gilt dasselbe, ein Beispiel steht im Artikel zur Provision.

Bonussystem einführen: ein Beispiel aus dem Restaurant

Ein Restaurant mit zwölf Mitarbeitenden führt einen Quartalsbonus ein. Liegt der Umsatz im Quartal über 180.000 €, gehen 10 % des Mehrumsatzes in einen Topf, und der Topf wird nach gearbeiteten Stunden verteilt. So sind Teilzeitkräfte und Aushilfen anteilig dabei.

Bei 195.000 € Umsatz liegen 15.000 € über der Schwelle, im Topf sind also 1.500 €. Das Team hat im Quartal zusammen 3.000 Stunden gearbeitet, das sind 0,50 € pro Stunde. Eine Vollzeitkraft mit 480 Stunden bekommt 240 €, eine Aushilfe mit 120 Stunden 60 €.

Damit die Regel später keinen Streit auslöst, legst du vorab schriftlich fest:

  • den Zeitraum und die Schwelle, und wer den Umsatz feststellt

  • den Verteilungsschlüssel, hier die gearbeiteten Stunden

  • ob Urlaubs- und Krankheitstage mitzählen, und eine Kürzung höchstens im Rahmen von § 4a EFZG

  • den Auszahlungsmonat und ob die Zahlung einmalig oder dauerhaft ist

Gibt es einen Betriebsrat, bestimmt er bei den Grundsätzen der Verteilung mit (§ 87 Abs. 1 Nr. 10 BetrVG), bei leistungsbezogenen Entgelten auch bei der Festsetzung der Prämiensätze (§ 87 Abs. 1 Nr. 11 BetrVG).

Bonuszahlungen in der Lohnvorbereitung

Für einen Bonus nach Stunden brauchst du am Ende des Quartals verlässliche Zahlen. Den Bonus selbst rechnet Shiftbase nicht aus, und eine Lohnabrechnung erstellt es auch nicht. Es liefert aber, worauf die Verteilung aufbaut: die erfassten Arbeitszeiten aus der Zeiterfassung, die Vertragsstunden der Teilzeitkräfte und die Krankheitstage, falls eine Kürzung vereinbart ist.

Beim Abschluss des Zeitraums prüfst du die Stunden im Lohnbericht. Über die vorbereitende Lohnabrechnung gehen sie DATEV-kompatibel oder als Excel-Datei an dein Lohnbüro, und dort wird der Bonus abgerechnet.

Häufig gestellte Fragen

Einen gesetzlichen Anspruch auf eine Bonuszahlung gibt es nicht. Mitarbeitende haben ihn, wenn Arbeitsvertrag, Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung, Zielvereinbarung oder eine Gesamtzusage ihn vorsehen, oder durch betriebliche Übung, wenn der Arbeitgeber mindestens dreimal ohne Vorbehalt gezahlt hat.

Eine Bonuszahlung wird als sonstiger Bezug versteuert: Der Arbeitgeber berechnet die Jahreslohnsteuer mit und ohne den Bonus und behält die Differenz ein (§ 39b Abs. 3 EStG). Einen höheren Steuersatz gibt es für einen Bonus nicht, der Abzug wirkt nur hoch, weil die ganze Zahlung in einem Monat kommt.

Eine Bonuszahlung in Geld ist nie steuerfrei und voll beitragspflichtig. Steuer- und beitragsfrei bleiben nur Sachbezüge bis 50 € im Monat, etwa ein Warengutschein zusätzlich zum Lohn (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG). Größere Sachprämien kann der Arbeitgeber pauschal mit 30 % versteuern (§ 37b EStG).

Nach einer Kündigung steht eine Bonuszahlung, die Arbeit oder Leistung im Bezugsjahr vergütet, anteilig zu; eine Stichtagsklausel im Formularvertrag ist dafür in der Regel unwirksam (BAG, 10 AZR 848/12). Nur eine Zahlung, die allein den Verbleib im Betrieb belohnt, darf an ein ungekündigtes Arbeitsverhältnis am Stichtag geknüpft werden.

Eine Bonuszahlung, die Arbeit oder Leistung im Bezugszeitraum vergütet, ist verdient und kann wegen einer späteren Kündigung in der Regel nicht zurückgefordert werden. Rückzahlungsklauseln mit festen Grenzen sind vor allem bei einer Gratifikation für die Betriebstreue möglich.

Eine Bonuszahlung darf wegen Krankheit nur gekürzt werden, wenn das vereinbart ist. Pro Krankheitstag darf die Kürzung höchstens ein Viertel des Arbeitsentgelts betragen, das im Jahresdurchschnitt auf einen Arbeitstag entfällt (§ 4a EFZG).

Teilzeitkräfte und Minijobber bekommen eine Bonuszahlung mindestens im Verhältnis ihrer Arbeitszeit, wenn vergleichbare Vollzeitkräfte sie erhalten (§ 4 Abs. 1 TzBfG). Im Minijob zählt ein zugesagter Bonus zum Verdienst, die Grenze liegt 2026 bei 7.236 € im Jahr.

Ziele für einen Bonus muss der Arbeitgeber so rechtzeitig festlegen, dass sie ihren Zweck als Anreiz noch erfüllen können. Gibt er sie schuldhaft zu spät oder gar nicht vor, schuldet er in der Regel Schadensersatz in Höhe des entgangenen Bonus (BAG, 19. Februar 2025, 10 AZR 57/24).

Beke Schoustra
Beke SchoustraAccount Executive DACH

Beke schreibt für Shiftbase über Dienstplanung, Zeiterfassung und alles, was die Personalplanung leichter macht. Sie übersetzt den Alltag von Teamleitern in praktische Tipps, die sofort weiterhelfen.

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