Arbeitslohn

Arbeitslohn sind im Steuerrecht alle Einnahmen, die Beschäftigte aus ihrem Arbeitsverhältnis bekommen, in Geld oder als Sachleistung; auf ihn behält der Arbeitgeber die Lohnsteuer ein.

Geschrieben von: Beke SchoustraAktualisiert am:

Arbeitslohn im Steuerrecht

Arbeitslohn ist im Steuerrecht alles, was Beschäftigte aus ihrem Arbeitsverhältnis bekommen, in Geld oder als Sachleistung. So steht es in der Lohnsteuer-Durchführungsverordnung: Arbeitslohn sind alle Einnahmen, die dem Arbeitnehmer aus dem Dienstverhältnis zufließen, und es ist unerheblich, unter welcher Bezeichnung oder in welcher Form sie gewährt werden (§ 2 Abs. 1 LStDV). Das Einkommensteuergesetz zählt Gehälter, Löhne, Gratifikationen, Tantiemen und andere Bezüge und Vorteile dazu, laufend oder einmalig, mit oder ohne Rechtsanspruch (§ 19 Abs. 1 EStG).

Auf den Arbeitslohn behält der Arbeitgeber die Lohnsteuer ein. Darum geht es bei dem Begriff: Er entscheidet, was in der Lohnabrechnung versteuert wird und was nicht. Der Bruttolohn ist dagegen der vereinbarte Lohn vor Abzügen, also das, was im Arbeitsvertrag steht. Arbeitslohn ist meistens mehr, weil Sachbezüge und Vorteile dazukommen, und manchmal weniger, weil steuerfreie Teile herausfallen.

Arbeitslohn, Arbeitsentgelt, Arbeitseinkommen

Drei Rechtsgebiete, drei Begriffe für fast dasselbe Geld. Wo sie sich unterscheiden, ändert sich, was abgezogen wird:

Begriff

Rechtsgebiet

Wofür er gebraucht wird

Arbeitslohn

Steuerrecht, § 19 EStG

Grundlage der Lohnsteuer

Arbeitsentgelt

Sozialversicherung, § 14 SGB IV

Grundlage der Sozialversicherungsbeiträge

Arbeitseinkommen

Zivilprozessrecht, § 850 ZPO

Grundlage einer Lohnpfändung

Bruttolohn

Arbeitsvertrag, Lohnabrechnung

vereinbarter Lohn vor allen Abzügen

Mit dem Arbeitsentgelt deckt sich der Arbeitslohn weitgehend, denn was lohnsteuerfrei ist oder pauschal versteuert wird, bleibt in der Regel auch beitragsfrei. Bei den steuerfreien Zuschlägen für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit laufen sie aber auseinander: steuerfrei bis 50 € Grundlohn pro Stunde, beitragsfrei nur bis 25 €.

Was zum Arbeitslohn gehört

  • Laufender Lohn: Stundenlohn, Monatsgehalt, Überstundenvergütung, Zuschläge und Zulagen, die regelmäßig mit der Abrechnung kommen.

  • Einmalzahlungen: Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Prämien, Boni, Abfindungen und Nachzahlungen. Die Lohnsteuer heißt sonstiger Bezug und wird über den Jahresarbeitslohn berechnet (§ 39b Abs. 3 EStG).

  • Sachbezüge: Personalessen, eine Dienstwohnung, ein Firmenwagen zur privaten Nutzung, Gutscheine. Sie werden mit dem üblichen Endpreis oder einem amtlichen Sachbezugswert angesetzt.

  • Vorteile: verbilligte Waren aus dem eigenen Sortiment, ein zinsgünstiges Arbeitgeberdarlehen, vom Arbeitgeber übernommene Kosten, die eigentlich die Beschäftigten tragen müssten.

Kein Arbeitslohn ist Geld, das Beschäftigte nur für den Betrieb ausgeben oder ersetzt bekommen, etwa die Kasse für den Großmarkteinkauf oder die vorgestreckten Kosten für Reinigungsmittel (Auslagenersatz und durchlaufende Gelder, § 3 Nr. 50 EStG).

Steuerfreier Arbeitslohn

Manches ist zwar Arbeitslohn, bleibt aber steuerfrei. In Gastronomie und Handel sind das vor allem:

Leistung

Steuerfrei, soweit

Grundlage

Trinkgeld von Gästen

freiwillig von Dritten und zusätzlich zum geschuldeten Lohn

§ 3 Nr. 51 EStG

Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit

bis 25 %, 50 % beziehungsweise 125 oder 150 %, auf höchstens 50 € Grundlohn pro Stunde

§ 3b EStG

Sachbezüge wie Tank- oder Einkaufsgutscheine

insgesamt bis 50 € im Kalendermonat, zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn

§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG

Betriebsfeier

bis 110 € je Veranstaltung und Teilnehmer, höchstens zwei im Jahr, offen für alle

§ 19 Abs. 1 Nr. 1a EStG

Mehr zum Trinkgeld, auch zu den Grenzen, steht unter Trinkgeld. Die 50 € bei Sachbezügen sind eine Freigrenze: Ist der Gutschein 51 € wert, ist der ganze Betrag steuerpflichtig.

Pauschal besteuerter Arbeitslohn: Beispiele

Pauschal besteuert heißt: Der Arbeitgeber zahlt die Lohnsteuer mit einem festen Satz selbst, sie wird nicht vom Lohn der Beschäftigten abgezogen. Die häufigsten Fälle:

Leistung

Pauschsteuersatz

Grundlage

Minijob

2 %, einschließlich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer

§ 40a Abs. 2 EStG

Kurzfristige Beschäftigung, höchstens 18 zusammenhängende Arbeitstage und im Schnitt bis 150 € pro Arbeitstag

25 %

§ 40a Abs. 1 EStG

Mahlzeiten im Betrieb

25 %

§ 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG

Betriebsfeier, soweit über dem Freibetrag

25 %

§ 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 EStG

Erholungsbeihilfe bis 156 € für Beschäftigte, 104 € für Ehepartner, 52 € je Kind im Jahr

25 %

§ 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 EStG

Zuschuss zu den Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit

15 %

§ 40 Abs. 2 Satz 2 EStG

Für die Beschäftigten ist das bequem, weil das Geld ohne Abzug ankommt. Für dich ist es eine Rechnung: Die Pauschalsteuer kostet Geld. Dafür entfällt die individuelle Lohnsteuer, und was nach § 40 Abs. 2 EStG pauschal versteuert wird, ist auch beitragsfrei in der Sozialversicherung (§ 1 Abs. 1 Nr. 3 SvEV). Für den Minijob ist die 2-%-Pauschale der Normalfall.

Steuerpflichtiger Arbeitslohn ohne Lohnsteuerabzug

Diese Zeile in der Anlage N der Einkommensteuererklärung meint Arbeitslohn, der steuerpflichtig ist, von dem aber niemand Lohnsteuer einbehalten hat. Das passiert, wenn der Arbeitgeber gar keinen Lohnsteuerabzug machen muss, etwa ein ausländischer Arbeitgeber ohne Betriebsstätte in Deutschland, oder wenn Zahlungen nicht über die Lohnabrechnung gelaufen sind. Die Beschäftigten müssen diesen Arbeitslohn dann selbst in der Steuererklärung angeben.

Für dich als Arbeitgeber ist das kein Weg, Lohnsteuer zu sparen. Zahlst du Lohn am Lohnbüro vorbei, etwa eine Prämie bar in die Hand, haftest du in der Regel für die nicht einbehaltene Lohnsteuer. Was nicht steuerfrei oder pauschal versteuert ist, gehört in die Abrechnung.

Ermäßigt besteuerter Arbeitslohn

Eine Nachzahlung für zwei Kalenderjahre oder eine Abfindung kann ermäßigt besteuert werden, als Vergütung für eine mehrjährige Tätigkeit beziehungsweise als Entschädigung. Dabei wird die Steuer so berechnet, als würde nur ein Fünftel der Zahlung zum übrigen Einkommen kommen, und das Ergebnis mal fünf genommen (§ 34 Abs. 1 und 2 EStG). So steigt der Steuersatz durch eine einmalige hohe Zahlung weniger stark. Auf der Jahreslohnsteuerbescheinigung steht dieser Arbeitslohn in einer eigenen Zeile.

Beispiel: der Arbeitslohn einer Servicekraft

Eine Servicekraft in einem Restaurant in Köln verdient 15 € pro Stunde bei 40 Wochenstunden, im Monat 2.600 €. Im Dezember arbeitet sie 20 Stunden nach 20 Uhr, der Arbeitsvertrag sieht 25 % Nachtzuschlag vor. Gäste geben ihr 250 € Trinkgeld. Sie isst an 15 Tagen mittags im Betrieb und zahlt nichts dafür, und sie nimmt an der Weihnachtsfeier teil, die pro Person 90 € kostet.

Bestandteil

Betrag

Steuerpflichtiger Arbeitslohn

Grundlohn

2.600,00 €

voll steuerpflichtig

Nachtzuschlag, 25 % für 20 Stunden

75,00 €

steuerfrei (§ 3b EStG)

Trinkgeld von Gästen

250,00 €

steuerfrei (§ 3 Nr. 51 EStG)

Personalessen, 15 Mahlzeiten zum Sachbezugswert von 4,57 € pro Essen

68,55 €

steuerpflichtig, oder pauschal mit 25 %

Weihnachtsfeier

90,00 €

steuerfrei bis 110 €

Summe

3.083,55 €

davon steuerpflichtig: 2.668,55 €

Von 3.083,55 € an Einnahmen sind also 2.668,55 € steuerpflichtiger Arbeitslohn. Ob das Personalessen in der Lohnabrechnung individuell versteuert oder pauschal vom Betrieb übernommen wird, ist eine Entscheidung des Arbeitgebers. Wie viel danach netto bleibt, zeigt der Nettolohn.

Woher die Zahlen für den Arbeitslohn kommen

Den Arbeitslohn rechnet dein Lohnbüro oder dein Lohnprogramm aus, aber nur aus dem, was es bekommt. Fehlt eine Nachtschicht, fehlt auch ihr steuerfreier Zuschlag in der Abrechnung. Steht eine Schicht doppelt drin, ist der ganze Monat zu hoch versteuert.

Shiftbase rechnet die Stunden aus Dienstplan und Zeiterfassung samt Zuschlägen schon während des Monats zusammen. Beim Monatsabschluss gehen sie als Datei an dein Lohnprogramm, auf Wunsch DATEV-kompatibel. So kannst du die Stunden und Zuschläge für die Lohnabrechnung vorbereiten, bevor jemand die Lohnsteuer darauf rechnet.

Häufig gestellte Fragen

Arbeitslohn sind alle Einnahmen, die Beschäftigte aus ihrem Arbeitsverhältnis bekommen, in Geld oder als Sachleistung, laufend oder einmalig (§ 19 EStG, § 2 LStDV). Auf den Arbeitslohn behält der Arbeitgeber die Lohnsteuer ein.

Zum Arbeitslohn zählen Lohn und Gehalt, Zuschläge und Zulagen, Einmalzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld, Prämien und Abfindungen sowie Sachbezüge wie Personalessen, Gutscheine oder ein privat genutzter Firmenwagen. Kein Arbeitslohn ist Auslagenersatz für Ausgaben, die Beschäftigte für den Betrieb vorstrecken.

Der Bruttolohn ist der vereinbarte Lohn vor Abzügen, der Arbeitslohn der Begriff aus dem Steuerrecht. Zum Arbeitslohn gehören zusätzlich Sachbezüge und andere Vorteile, steuerfreie Teile wie Nachtzuschläge oder Trinkgeld werden dagegen nicht besteuert.

Steuerfreier Arbeitslohn ist Arbeitslohn, auf den keine Lohnsteuer anfällt. Dazu gehören Trinkgeld von Gästen (§ 3 Nr. 51 EStG), Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit im Rahmen von § 3b EStG, Sachbezüge bis 50 € im Monat und Betriebsfeiern bis 110 € je Teilnehmer.

Pauschal besteuerter Arbeitslohn ist Arbeitslohn, auf den der Arbeitgeber die Lohnsteuer mit einem festen Satz selbst zahlt. Beispiele sind der Minijob mit 2 %, kurzfristige Beschäftigungen, Mahlzeiten, Betriebsfeiern über dem Freibetrag und Erholungsbeihilfen mit 25 % sowie Fahrtkostenzuschüsse mit 15 %.

Steuerpflichtiger Arbeitslohn ohne Lohnsteuerabzug ist Arbeitslohn, auf den Steuer anfällt, von dem aber kein Arbeitgeber Lohnsteuer einbehalten hat, etwa Lohn von einem ausländischen Arbeitgeber ohne Lohnsteuerabzug in Deutschland. Beschäftigte geben ihn selbst in der Einkommensteuererklärung an.

Trinkgeld von Gästen ist steuerfrei, wenn es freiwillig und zusätzlich zum geschuldeten Lohn gegeben wird (§ 3 Nr. 51 EStG). Muss der Arbeitgeber es weitergeben, weil es etwa als Bedienungszuschlag auf der Rechnung steht, ist es steuerpflichtiger Arbeitslohn.

Beke Schoustra
Beke SchoustraAccount Executive DACH

Beke schreibt für Shiftbase über Dienstplanung, Zeiterfassung und alles, was die Personalplanung leichter macht. Sie übersetzt den Alltag von Teamleitern in praktische Tipps, die sofort weiterhelfen.

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