Weihnachtsgeld

Weihnachtsgeld ist keine gesetzliche Pflicht, aber oft vertraglich, tariflich oder durch betriebliche Übung geschuldet. Mit Rechner für brutto und netto, Anspruch, Steuer und Kürzung.

Aktualisiert am:

Weihnachtsgeld-Rechner

Monatsgehalt und Höhe des Weihnachtsgelds eintragen, als Prozentsatz oder fester Betrag. Der Rechner zeigt, was nach Lohnsteuer und Sozialabgaben netto ankommt, auch anteilig bei Eintritt im Lauf des Jahres.

Stand 2026. Für die Lohnsteuer ist Weihnachtsgeld ein sonstiger Bezug: Der Rechner nimmt das Monatsgehalt mal zwölf als voraussichtlichen Jahresarbeitslohn und folgt dem amtlichen Programmablaufplan des Bundesfinanzministeriums. Sozialversicherungsbeiträge fallen an, bis die anteilige Beitragsbemessungsgrenze bis zum Auszahlungsmonat erreicht ist (§ 23a SGB IV). Angenommen sind ein gleiches Gehalt in allen Monaten, eine gesetzliche Krankenversicherung und keine Freibeträge.

Höhe des Weihnachtsgelds
Angaben für die Netto-Rechnung (Steuerklasse, Kinder, Urlaubsgeld)

Weihnachtsgeld brutto

3.000,00 €

Davon netto

1.683,50 €

Abzüge

44 %

Weihnachtsgeld: Rechnung im Einzelnen
Anteil für 202612/12
Lohnsteuer664,00 €
Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer0,00 €
Kranken- und Pflegeversicherung334,50 €
Renten- und Arbeitslosenversicherung318,00 €
Netto im Auszahlungsmonat ohne → mit Weihnachtsgeld2.054,42 € → 3.737,92 €

Für das anteilige Weihnachtsgeld brauchst du Eintrittsdatum, Vertragsstunden und, falls eine Kürzung vereinbart ist, die Krankheitstage. In Shiftbase liegen diese Daten pro Mitarbeiter bereit und gehen mit der Lohnvorbereitung an dein Lohnbüro.

Weihnachtsgeld ist eine Sonderzahlung zum Jahresende, die kein Gesetz vorschreibt. Einen Anspruch haben Beschäftigte trotzdem häufig: aus dem Arbeitsvertrag, einem Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung, einer betrieblichen Übung oder dem Gleichbehandlungsgrundsatz. Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge fallen voll an, die Lohnsteuer wird als sonstiger Bezug berechnet.

Ob du es kürzen, an einen Stichtag knüpfen oder nach einer Kündigung zurückverlangen darfst, hängt fast immer an einer Frage: Wofür wird das Weihnachtsgeld gezahlt?

Wofür Weihnachtsgeld gezahlt wird

Art der Zahlung

Was sie belohnt

Was daraus folgt

Gratifikation

die Betriebstreue

Ein Stichtag und eine Rückzahlungsklausel sind möglich, wenn sie klar vereinbart sind.

Entgelt für die Arbeit

die im Jahr geleistete Arbeit, ähnlich wie das 13. Monatsgehalt

Wer im Lauf des Jahres kommt oder geht, bekommt es anteilig.

Mischcharakter

Arbeit und Betriebstreue

Eine Stichtagsklausel im Formularvertrag ist in der Regel unwirksam.

Welche Art vorliegt, ergibt sich aus der Vereinbarung: aus dem Wortlaut, aus Bedingungen wie einer Mindestbeschäftigungsdauer und daraus, ob die Höhe an Leistung oder Fehlzeiten hängt. Wie viel davon abhängt, zeigt ein Fall des Bundesarbeitsgerichts. Ein Arbeitnehmer hatte zum 30. September gekündigt, die Weihnachtsgratifikation sollte nur bekommen, wer am 31. Dezember ungekündigt war. Weil die Zahlung auch die laufende Arbeit vergütete, war die Stichtagsklausel unwirksam, und er bekam neun Zwölftel eines Monatsgehalts (BAG, 13. November 2013, 10 AZR 848/12).

Das 13. Monatsgehalt ist meist reines Entgelt. Wer beide Begriffe in einem Vertrag verwendet, hält am besten fest, welcher Zweck gemeint ist.

Wann besteht ein Anspruch auf Weihnachtsgeld?

  • Arbeitsvertrag: Steht das Weihnachtsgeld als feste Zusage im Vertrag, ist es verbindlich.

  • Tarifvertrag: Gilt ein Tarifvertrag für das Arbeitsverhältnis, ist sein Weihnachtsgeld der Mindeststandard. Im öffentlichen Dienst heißt es Jahressonderzahlung (§ 20 TVöD).

  • Betriebsvereinbarung: Sie kann eine Sonderzahlung für alle Beschäftigten eines Betriebs regeln.

  • Betriebliche Übung: Zahlt der Arbeitgeber drei Jahre hintereinander ohne Vorbehalt, entsteht ein Anspruch für die Zukunft.

  • Gleichbehandlung: Zahlt der Arbeitgeber vergleichbaren Beschäftigten Weihnachtsgeld, darf er einzelne nur aus sachlichem Grund ausnehmen.

Wer freiwillig zahlen will, ohne einen Anspruch für die Zukunft zu schaffen, braucht bei jeder Zahlung einen klaren Freiwilligkeitsvorbehalt. Steht daneben im selben Vertrag ein Widerrufsvorbehalt, ist die Klausel widersprüchlich, und der Arbeitgeber kann sich auf den Freiwilligkeitsvorbehalt nicht mehr berufen (BAG, 14. September 2011, 10 AZR 526/10). Ein Widerruf setzt einen Anspruch voraus, den der Freiwilligkeitsvorbehalt gerade ausschließen soll.

Teilzeitkräfte dürfen nicht schlechter gestellt werden als Vollzeitkräfte und bekommen das Weihnachtsgeld im Verhältnis ihrer Arbeitszeit. Das gilt auch für Minijobber. Wer Weihnachtsgeld nur an Vollzeitkräfte zahlt, riskiert Nachforderungen.

Weihnachtsgeld berechnen: Beispiele

Wie hoch das Weihnachtsgeld ist, steht in der Vereinbarung: als fester Betrag, als Prozentsatz vom Monatsgehalt oder gestaffelt nach Betriebszugehörigkeit.

Prozent vom Monatsgehalt

Ein Arbeitsvertrag im Handel sieht 60 % eines Monatsgehalts vor. Bei 2.400 € brutto sind das 1.440 € Weihnachtsgeld.

Eintritt im Lauf des Jahres

Eine Köchin fängt am 1. April an. Ihr Arbeitsvertrag nennt 1.200 € Weihnachtsgeld als Entgelt für die Arbeit im Jahr. Für neun volle Monate stehen ihr im ersten Jahr 9/12 zu, also 900 €. Ist das Weihnachtsgeld eine reine Gratifikation, kann der Vertrag stattdessen eine Wartezeit vorsehen; was dabei zulässig ist, beschreibt der Beitrag zum Weihnachtsgeld bei Neueinstellung.

Teilzeit

Eine Servicekraft arbeitet 24 statt 40 Stunden pro Woche. Bekommen Vollzeitkräfte 1.200 €, stehen ihr 24/40 davon zu, also 720 €.

Kürzung wegen Krankheit

Ist vereinbart, dass Krankheitstage das Weihnachtsgeld kürzen, darf die Kürzung pro Krankheitstag höchstens ein Viertel des Arbeitsentgelts betragen, das im Jahresdurchschnitt auf einen Arbeitstag entfällt (§ 4a EFZG). Bei 30.000 € Jahresverdienst und 250 Arbeitstagen sind das 120 € pro Tag, die Kürzung beträgt also höchstens 30 € pro Krankheitstag. Acht Krankheitstage mindern das Weihnachtsgeld um höchstens 240 €. Ohne eine solche Vereinbarung gibt es keine Kürzung.

Steuer und Sozialversicherung

Weihnachtsgeld ist nicht steuerfrei. Für die Lohnsteuer gilt es als sonstiger Bezug: Der Arbeitgeber ermittelt die Jahreslohnsteuer auf den voraussichtlichen Jahresarbeitslohn einmal ohne und einmal mit dem Weihnachtsgeld und behält die Differenz ein (§ 39b Abs. 3 EStG). Weil die ganze Zahlung in einem Monat abgerechnet wird, wirkt der Abzug im November oder Dezember hoch. Einen eigenen, höheren Steuersatz gibt es dafür nicht.

In der Sozialversicherung ist Weihnachtsgeld einmalig gezahltes Arbeitsentgelt. Es wird dem Monat der Auszahlung zugeordnet und ist beitragspflichtig, bis die anteilige Jahresbeitragsbemessungsgrenze erreicht ist (§ 23a SGB IV). Wird es erst zwischen Januar und März gezahlt und überschreitet es zusammen mit dem übrigen Entgelt die anteilige Grenze, gehört es zum letzten Abrechnungsmonat des Vorjahres.

Pfänden lässt sich Weihnachtsgeld nur zum Teil: Unpfändbar ist es bis zur Hälfte des auf volle 10 € aufgerundeten monatlichen Freibetrags nach § 850c ZPO (§ 850a Nr. 4 ZPO).

Wie viel netto vom Weihnachtsgeld übrig bleibt

Von 1.000 € Weihnachtsgeld bleiben bei einem Monatsgehalt von 3.000 € in Steuerklasse I, ohne Kinder und ohne Kirchensteuer, 563,50 € netto. Abgezogen werden 219 € Lohnsteuer und 217,50 € Sozialversicherungsbeiträge. Bei 2.000 € Weihnachtsgeld sind es 1.124 € netto. Die Abzüge liegen damit bei knapp 44 %, beim Monatsgehalt derselben Person bei gut 31 %. Der Grund ist der Grenzsteuersatz: Das Weihnachtsgeld kommt oben auf das Jahreseinkommen und wird mit dem Satz besteuert, der dort gilt.

Liegt das Monatsgehalt über der Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung von 5.812,50 € im Monat (2026), fallen auf das Weihnachtsgeld keine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge mehr an, knapp darunter nur auf einen Teil. Wer im selben Jahr schon Urlaubsgeld bekommen hat, hat einen Teil dieses Spielraums bereits verbraucht. Der Rechner oben auf dieser Seite berücksichtigt beides.

Weihnachtsgeld im Minijob

Im Minijob zählt zugesagtes Weihnachtsgeld von Anfang an zum Verdienst. Die Grenze liegt 2026 bei 603 € im Monat oder 7.236 € im Jahr. Eine Aushilfe mit 200 € im Monat und 400 € Weihnachtsgeld kommt auf 2.800 € im Jahr und bleibt im Minijob. Wer 603 € verdient und 900 € Weihnachtsgeld zugesagt bekommt, liegt bei 8.136 € und ist von Anfang an sozialversicherungspflichtig im Midijob (Beispiele der Minijob-Zentrale, Stand: 2026).

Eine einmalige Prämie, die nicht vorhersehbar war und sich nicht jedes Jahr wiederholt, gefährdet den Minijob nicht, solange im Auszahlungsmonat zusammen mit dem Lohn höchstens 1.206 € gezahlt werden. Das geht in höchstens zwei Kalendermonaten im Jahr. Fest vereinbartes Weihnachtsgeld gilt nie als unvorhersehbar.

Weihnachtsgeld kürzen, streichen oder zurückfordern

Streichen kann der Arbeitgeber das Weihnachtsgeld nur, wenn er es bisher freiwillig und mit wirksamem Vorbehalt gezahlt hat. Ist es im Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder durch betriebliche Übung zugesagt, geht das nicht einseitig, auch nicht wegen einer schlechten wirtschaftlichen Lage.

Für Elternzeit und lange Krankheit kommt es wieder auf den Zweck an. Ein Entgelt für geleistete Arbeit entsteht für Monate ohne Arbeit in der Regel nicht, eine Treueprämie kann auch dann fällig sein, wenn der Vertrag nichts anderes regelt. Wer Fehlzeiten berücksichtigen will, schreibt das deshalb ausdrücklich in die Vereinbarung.

Endet das Arbeitsverhältnis vor Weihnachten, steht ein Entgelt anteilig zu. Eine Gratifikation kann dagegen an einen ungekündigten Bestand am Stichtag geknüpft sein, und eine Rückzahlungsklausel kann Beschäftigte für eine angemessene Zeit an den Betrieb binden. Wie lange diese Bindung je nach Höhe der Zahlung dauern darf, fasst der Beitrag Weihnachtsgeld bei Kündigung zusammen.

In der Kurzarbeit zahlt der Arbeitgeber das Weihnachtsgeld selbst. Die Agentur für Arbeit lässt Einmalzahlungen bei der Berechnung des Kurzarbeitergelds außen vor, es wird dadurch also nicht gekürzt.

Weihnachtsgeld im Tarifvertrag und im öffentlichen Dienst

Viele Tarifverträge regeln das Weihnachtsgeld, etwa im Einzelhandel, im Gastgewerbe oder in der Metall- und Elektroindustrie. Höhe und Bedingungen unterscheiden sich nach Branche, Tarifgebiet und Betriebszugehörigkeit und ändern sich mit jeder Tarifrunde. Den aktuellen Betrag liest du deshalb im jeweiligen Tarifvertrag nach, nicht in einer Übersicht vom Vorjahr. Im öffentlichen Dienst heißt die Zahlung Jahressonderzahlung, ihr Prozentsatz hängt von der Entgeltgruppe ab.

Sonderzahlungen sauber vorbereiten

Shiftbase berechnet kein Weihnachtsgeld und erstellt keine Lohnabrechnung. Es liefert die Daten, auf denen die Rechnung aufbaut: das Eintrittsdatum für die anteilige Zahlung, die Vertragsstunden für Teilzeitkräfte und die erfassten Krankheitstage, falls eine Kürzung nach § 4a EFZG vereinbart ist. Gearbeitete Stunden kommen aus der Zeiterfassung und dem Dienstplan, Abwesenheiten aus dem Urlaubsplaner. Über die Lohnvorbereitung gehen diese Daten DATEV-kompatibel an das Lohnbüro, und dort wird die Sonderzahlung abgerechnet.

Häufig gestellte Fragen

Weihnachtsgeld ist keine gesetzliche Pflicht. Der Arbeitgeber muss es zahlen, wenn Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung es vorsehen, wenn er drei Jahre hintereinander ohne Vorbehalt gezahlt hat (betriebliche Übung) oder wenn er vergleichbaren Beschäftigten Weihnachtsgeld zahlt.

Weihnachtsgeld ist nicht steuerfrei und voll sozialversicherungspflichtig. Die Lohnsteuer wird als sonstiger Bezug berechnet: Jahreslohnsteuer mit Weihnachtsgeld minus Jahreslohnsteuer ohne Weihnachtsgeld (§ 39b Abs. 3 EStG). Deshalb fällt der Abzug im Auszahlungsmonat höher aus als bei einem normalen Monatsgehalt.

Von 1.000 € Weihnachtsgeld bleiben bei einem Monatsgehalt von 3.000 € in Steuerklasse I ohne Kinder und Kirchensteuer 563,50 € netto (Stand 2026). Wie viel es im Einzelfall ist, hängt von Gehalt, Steuerklasse und Kinderzahl ab; der Weihnachtsgeld-Rechner auf dieser Seite rechnet das aus.

Einen gesetzlichen Prozentsatz für das Weihnachtsgeld gibt es nicht. Wie hoch es ist, steht im Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung, als Prozentsatz vom Monatsgehalt, als fester Betrag oder gestaffelt nach Betriebszugehörigkeit.

Der Arbeitgeber darf das Weihnachtsgeld wegen Krankheit nur kürzen, wenn das vereinbart ist. Pro Krankheitstag darf die Kürzung höchstens ein Viertel des durchschnittlichen Arbeitsentgelts eines Arbeitstags betragen (§ 4a EFZG).

Beim Weihnachtsgeld gilt der Gleichbehandlungsgrundsatz: Einzelne Beschäftigte oder Gruppen darf der Arbeitgeber nur aus sachlichem Grund ausnehmen. Teilzeitkräfte und Minijobber bekommen es anteilig nach ihrer Arbeitszeit, wenn vergleichbare Vollzeitkräfte es erhalten.

Weihnachtsgeld im Minijob ist erlaubt und zählt zum Verdienst. Ist es zugesagt, muss es von Anfang an in die Verdienstgrenze von 603 € im Monat oder 7.236 € im Jahr eingerechnet werden (Stand: 2026). Wird die Grenze dadurch überschritten, liegt ein Midijob vor.

Weihnachtsgeld muss nach einer Kündigung nur zurückgezahlt werden, wenn es eine Gratifikation für die Betriebstreue ist und eine klare Rückzahlungsklausel vereinbart wurde, die nicht zu lange bindet. Ist das Weihnachtsgeld Entgelt für die geleistete Arbeit, gibt es keine Rückzahlung. Die Einzelheiten stehen im Beitrag Weihnachtsgeld bei Kündigung.

Weihnachtsgeld wird zu dem Zeitpunkt ausgezahlt, den Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung nennen, meist mit dem Gehalt für November oder Dezember. Einen gesetzlichen Termin gibt es nicht.

Weihnachtsgeld wird während Kurzarbeit gezahlt, wenn ein Anspruch besteht; ob es gekürzt werden darf, regeln Arbeits- oder Tarifvertrag. Das Kurzarbeitergeld sinkt dadurch nicht, denn Einmalzahlungen gehen in die Berechnung von Soll- und Ist-Entgelt nicht ein (§ 106 Abs. 1 SGB III).

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