Krankmeldung: Wann, wie, und was Arbeitgeber tun dürfen

  • Verfasst von: Diana Tran
  • Letzte Aktualisierung: 28 Februar 2024
Arbeitnehmer telefoniert für Krankmeldung.

In einer Welt, in der Arbeit und Gesundheit eng miteinander verwoben sind, stellt sich oft die Frage, wie man mit Krankheitstagen umgeht. Dieser Artikel beleuchtet die Spielregeln der Krankmeldung, von der rechtzeitigen Benachrichtigung des Arbeitgebers bis hin zu den Rechten und Pflichten von Angestellten.

Was versteht man unter Krankmeldung?

Unter einer Krankmeldung versteht man die Mitteilung an den Arbeitgeber, dass man aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend arbeitsunfähig ist. Die Krankmeldung ist ein wichtiger Bestandteil des Arbeitsrechts und dient dazu, den Arbeitgeber über den Gesundheitszustand des Arbeitnehmers zu informieren. Durch die Krankmeldung kann der Arbeitgeber gegebenenfalls rechtzeitig Maßnahmen ergreifen, um die Arbeitsfähigkeit des Arbeitnehmers wiederherzustellen oder eine Vertretung zu organisieren.

Die Krankmeldung muss in der Regel unverzüglich und persönlich erfolgen. Hierbei ist es wichtig, den Arbeitgeber über die voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit zu informieren. Es gibt jedoch auch Fristen, innerhalb derer die Krankmeldung abgegeben werden muss. Zudem ist es wichtig zu beachten, dass eine Krankmeldung nicht automatisch eine Krankschreibung ist und dass der Arbeitgeber unter Umständen ein ärztliches Attest verlangen kann.

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Ab wann braucht man eine Krankmeldung?

In der Arbeitswelt ist es unerlässlich, klare Richtlinien bezüglich der Krankmeldung zu haben. Generell ist es so, dass Arbeitnehmer ab dem ersten Krankheitstag verpflichtet sind, ihren Arbeitgeber über ihre Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer zu informieren. Dies bildet die Grundlage einer transparenten und verantwortungsbewussten Beziehung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Telefonische Krankmeldung

Die telefonische Krankmeldung ist eine gängige Praxis, besonders am ersten Tag der Krankheit. Hierbei sollte der Arbeitnehmer nicht nur den unmittelbaren Vorgesetzten oder die Personalabteilung informieren, sondern auch die voraussichtliche Dauer der Abwesenheit kommunizieren. Wichtig ist hierbei, die Kommunikation zeitnah am Morgen des ersten Krankheitstages zu führen, um dem Unternehmen die Möglichkeit zur Planung zu geben.

Krankmeldung per Mail

Eine Krankmeldung per E-Mail ist ebenfalls eine verbreitete Methode, besonders wenn ein direkter telefonischer Kontakt nicht möglich ist. In der E-Mail sollten der Tag der Krankheit, die Art der Erkrankung (ohne zu spezifische Details) und die erwartete Dauer der Abwesenheit klar angegeben werden. Diese Form der Krankmeldung eignet sich besonders für Situationen, in denen eine sprachliche Kommunikation erschwert ist oder Dokumentation und Nachweis wichtig sind.

Wann muss die Krankmeldung beim Arbeitgeber sein?

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Die Zeitigkeit der Krankmeldung ist ein wesentlicher Aspekt im Arbeitsverhältnis. Laut Arbeitsrecht muss der Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber unverzüglich informieren, sobald er arbeitsunfähig ist. Dies bedeutet in der Regel, dass die Krankmeldung am ersten Tag der Abwesenheit erfolgen sollte, idealerweise vor Arbeitsbeginn oder innerhalb der ersten Arbeitsstunden. Diese fristgerechte Meldung ermöglicht es dem Arbeitgeber, entsprechende Maßnahmen zu treffen, um den Ausfall zu kompensieren.

Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Mit dem Fortschritt der Digitalisierung gewinnt die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zunehmend an Bedeutung. Diese digitale Form der Bescheinigung, oft auch als "eAU" bekannt, wird direkt vom Arzt an die Krankenkasse und in vielen Fällen auch an den Arbeitgeber übermittelt. Dieses Verfahren vereinfacht den Prozess und gewährleistet eine schnelle und sichere Übermittlung der relevanten Informationen. Es ist wichtig für Arbeitgeber, sich mit diesem Prozess vertraut zu machen und die notwendigen Systeme zur Annahme und Verarbeitung der eAU einzurichten.

Was ist der Unterschied zwischen Krankmeldung und Krankschreibung?

Im Kontext der Arbeitswelt sind die Begriffe 'Krankmeldung' und 'Krankschreibung' oftmals Quelle von Verwirrungen. Die Krankmeldung ist die Mitteilung des Arbeitnehmers an den Arbeitgeber über die Krankheit und die voraussichtliche Dauer der Abwesenheit. Sie erfolgt in der Regel am ersten Krankheitstag und dient als erste Benachrichtigung. Die Krankschreibung hingegen ist die ärztliche Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit, auch bekannt als Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Diese ist ein offizielles Dokument, das die Krankheit und die erwartete Dauer der Arbeitsunfähigkeit bestätigt.

Darf der Arbeitgeber das Attest anzweifeln?

Ein Arbeitgeber hat das Recht, die Echtheit eines Attests zu hinterfragen, falls begründete Zweifel an seiner Gültigkeit bestehen. Dies könnte der Fall sein, wenn auffällige Muster wie häufige Krankmeldungen vor oder nach dem Wochenende auftreten. In solchen Fällen kann der Arbeitgeber eine Überprüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) veranlassen. Es ist jedoch wichtig, dass der Arbeitgeber seine Zweifel auf sachlichen Gründen basiert und den Prozess mit Respekt und Fairness gegenüber dem Arbeitnehmer handhabt.

Was ist bei längeren Krankheiten zu beachten?

Krankmeldung auf dem Schreibtisch eines Vorgesetzten

Wenn eine Krankheit länger als wenige Tage dauert, gibt es einige Dinge zu beachten. In diesem Fall ist es wichtig, dass der Arbeitnehmer den Arbeitgeber regelmäßig über den Fortschritt seiner Genesung informiert. Der Arbeitgeber kann auch ein ärztliches Attest verlangen, um sicherzustellen, dass der Arbeitnehmer tatsächlich krank ist und eine längere Abwesenheit erforderlich ist.

Darüber hinaus ist es ratsam, die Krankenversicherung über die Krankheit zu informieren, insbesondere wenn eine längere Abwesenheit vom Arbeitsplatz zu erwarten ist. Je nach Versicherungsvertrag können bestimmte Leistungen wie Krankengeld oder Reha-Maßnahmen in Anspruch genommen werden.

Es ist auch wichtig, dass der Arbeitnehmer während einer längeren Krankheit regelmäßig mit seinem Arzt oder seiner Ärztin kommuniziert und die empfohlenen Behandlungen und Therapien einhält. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Patient und Arzt ist der Schlüssel zu einer schnellen und erfolgreichen Genesung.

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Anspruch auf Lohnfortzahlung bei Krankmeldung?

Ein zentrales Anliegen für Arbeitnehmer bei einer Krankmeldung ist der Anspruch auf Lohnfortzahlung. Nach deutschem Arbeitsrecht haben Angestellte das Recht auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber für die Dauer von bis zu sechs Wochen. Dies bedeutet, dass Arbeitnehmer für die Zeit ihrer krankheitsbedingten Abwesenheit vom Arbeitgeber ihren regulären Lohn erhalten, sofern die Krankmeldung und Krankschreibung ordnungsgemäß erfolgen.

Wichtig ist hierbei, dass die Krankschreibung von einem Arzt ausgestellt und fristgerecht beim Arbeitgeber eingereicht wird. Nach Ablauf der sechs Wochen greift in der Regel die Zahlung des Krankengeldes durch die Krankenkasse des Arbeitnehmers, was einen anderen Satz als das reguläre Gehalt darstellen kann.

Arbeiten trotz Krankmeldung

Das Thema "Arbeiten trotz Krankmeldung" ist sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer von Bedeutung. Grundsätzlich gilt, dass eine Krankmeldung eine ärztlich bescheinigte Arbeitsunfähigkeit bedeutet, was impliziert, dass der Arbeitnehmer nicht arbeitsfähig ist. Trotzdem gibt es Fälle, in denen Arbeitnehmer sich während einer Krankmeldung zur Arbeit entschließen.

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass dies mit Vorsicht zu behandeln ist. Arbeitnehmer, die trotz Krankschreibung arbeiten, riskieren nicht nur ihre Gesundheit, sondern auch rechtliche Konsequenzen. Dies kann auch den Versicherungsschutz im Krankheitsfall beeinträchtigen. Arbeitgeber sollten in solchen Fällen darauf achten, dass sie keine Arbeit von krankgeschriebenen Mitarbeitern annehmen oder verlangen, da dies gegen die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers verstoßen kann.

Arbeitnehmer, die sich während einer Krankmeldung besser fühlen und arbeiten möchten, sollten vorher Rücksprache mit ihrem Arzt halten und gegebenenfalls eine Aufhebung der Krankschreibung anstreben.

Büroangestellter sendet Krankmeldung per E-Mail

Fazit zu Krankmeldung

Die Krankmeldung ist ein wesentlicher Bestandteil des Arbeitslebens und dient als Schnittstelle zwischen Gesundheit und Berufstätigkeit. Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist es gleichermaßen wichtig, die Regeln und Verfahren rund um die Krankmeldung zu verstehen und einzuhalten. Dies beinhaltet das Wissen um den richtigen Zeitpunkt und die korrekten Methoden der Krankmeldung, das Bewusstsein über die Rechte und Pflichten während einer krankheitsbedingten Abwesenheit sowie das Verständnis für die Unterschiede zwischen Krankmeldung und Krankschreibung.

Eine effektive Handhabung der Krankmeldung trägt nicht nur zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben bei, sondern fördert auch ein positives Arbeitsklima, in dem die Gesundheit der Mitarbeiter geachtet und unterstützt wird. Letztlich ist es eine Frage des gegenseitigen Respekts und Verständnisses, die zur Stärkung des Vertrauensverhältnisses zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer beiträgt.

 

Abwesenheits- und Urlaubsplaner
Diana Tran

Verfasst von:

Diana Tran

Diana ist nicht nur eine leidenschaftliche Expertin im Bereich Personalwesen, sondern auch eine talentierte Content Writerin. Ihr tiefes Verständnis für die Bedürfnisse von Unternehmen und Mitarbeitern befähigt sie dazu, Inhalte zu erstellen, die nicht nur informativ, sondern auch inspirierend sind. Mit ihrer einzigartigen Fähigkeit, hochwertige HR-Inhalte zu produzieren, ist Diana ein wahrer Schatz für alle, die ihr Wissen über das Personalwesen erweitern möchten.

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