Gesunder Geist, gesundes Unternehmen: Die Wichtigkeit der Mental Health am Arbeitsplatz

  • Verfasst von: Diana Tran
  • Letzte Aktualisierung: 23 November 2023
Mental Health, das Gegenteil übermächtiger Belastungen, die zu Erkrankungen durch den Job bei Menschen führen.

Du hast sicherlich schon von dem Sprichwort »Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper« gehört. Aber wie steht es um einen gesunden Geist am Arbeitsplatz? Es geht nicht nur darum, die Wochenenden zum Entspannen oder den Urlaub zur Erholung zu nutzen. Ein gesunder Geist am Arbeitsplatz ist entscheidend für das Wohlbefinden jedes Einzelnen und das Wachstum des Unternehmens. Dieses Thema wollen wir in diesem Artikel behandeln.

Verständnis der mentalen Gesundheit

Mental Health – Wohlbefinden im Job kommt auch durch eine gute Work Life Balance

Mental Health ist ein weitreichendes und tiefgreifendes Konzept, das weit über die reine Abwesenheit von Krankheit oder Beeinträchtigung hinausgeht. Es handelt sich um eine Kombination von emotionalem, psychologischem und sozialem Wohlbefinden, die sich auf unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen auswirkt. Ein gesunder Geist ermöglicht es uns, mit den Herausforderungen des täglichen Lebens fertig zu werden, produktiv zu arbeiten und bedeutungsvolle Beziehungen zu pflegen.

Mentale Gesundheit am Arbeitsplatz ist nicht statisch. Wie physische Gesundheit kann sie sich im Laufe der Zeit verändern und das gilt auch für die Grenzen, die wir haben. Es gibt Tage, an denen wir uns psychisch stärker fühlen, und andere, an denen wir uns verletzlich oder überfordert fühlen. Dann kommen wir schnell an unsere Grenzen Es ist wichtig zu erkennen, dass jeder Mensch Hochs und Tiefs in seiner mentalen Gesundheit erlebt, ähnlich wie wir gute und schlechte Tage in unserer physischen Gesundheit haben.

Mehrere Faktoren beeinflussen unsere mentale Gesundheit, darunter Gene, Gehirnchemie, Persönlichkeit und Lebenserfahrungen, wie Traumata oder Missbrauch. Soziale Faktoren wie familiäre Beziehungen, beruflicher Status und der sozioökonomische Hintergrund spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle.

Das Verständnis der mentalen Gesundheit beinhaltet auch die Anerkennung von Symptomen und Anzeichen von mentalen Gesundheitsproblemen. Depression, Angstzustände und andere psychische Störungen sind nicht immer offensichtlich, und oft leiden Menschen im Stillen. Daher ist es entscheidend, dass sowohl Einzelpersonen als auch Organisationen das notwendige Bewusstsein und die Fähigkeiten haben, diese Zeichen zu erkennen und angemessen zu reagieren.

Schließlich ist es wichtig zu verstehen, dass mentale Gesundheit genauso wichtig ist wie physische Gesundheit. Sie beeinflusst nicht nur unsere inneren Erfahrungen und Emotionen, sondern auch, wie wir mit anderen Menschen interagieren, Entscheidungen treffen und auf die Challenges des Lebens reagieren. Ein proaktiver Ansatz zur Pflege der eigenen mentalen Gesundheit und die Unterstützung anderer in ihrem psychischen Wohlbefinden ist für das individuelle und kollektive Wohlergehen unerlässlich.

Auswirkungen der Mental Health am Arbeitsplatz

Die mentale Gesundheit hat enorme Auswirkungen auf den Arbeitsplatz, und ihr Einfluss ist weitreichender, als viele erkennen. Ein gesunder Geist kann die Schaffenskraft steigern, die Zusammenarbeit fördern und zu einer positiven Arbeitskultur beitragen.

Mental Health – das Thema kann sich auch auf weniger ausfallende Arbeitstage durch ernsthaft Erkrankungen auswirken.

Umgekehrt kann eine beeinträchtigte das Gegenteil bewirken. Hier sind einige der tiefgreifenden Auswirkungen, die mentale Gesundheit - oder deren Fehlen - auf den Arbeitsplatz haben kann:

1. Produktivität

Mitarbeiter, die mit mentalen Gesundheitsproblemen zu kämpfen haben, können Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren, Entscheidungen zu treffen oder Aufgaben rechtzeitig zu erledigen. Das Resultat? Projekte können ins Stocken geraten, Deadlines können verfehlt werden und die allgemeine Effizienz kann sinken.

2. Fehlzeiten

Psychische Erkrankungen sind eine der Hauptursachen für Fehlzeiten am Arbeitsplatz und leider nach wie vor ein echtes Tabuthema. Mitarbeiter könnten sich aus Angst vor Stigmatisierung psychischer Erkrankungen oder aus Unfähigkeit, ihre Arbeit zu erfüllen, krankmelden.

3. Zwischenmenschliche Beziehungen

Ein Mitarbeiter, der mit mentalen Herausforderungen konfrontiert ist, kann Schwierigkeiten in der Kommunikation mit Kollegen haben, was zu Missverständnissen, Konflikten oder einem Mangel an Teamkohäsion führen kann.

4. Arbeitsmoral und Engagement

Ein Arbeitsplatz, der die mentale Gesundheit nicht fördert, kann zu einem sinkenden Mitarbeiterengagement führen. Wenn die Mitarbeitenden das Gefühl haben, dass ihre mentalen Gesundheitsbedenken nicht ernst genommen werden, können sie sich entfremdet und weniger verpflichtet fühlen. Eine gute Work Life Balance kann auch zur Steigerung des Wohlbefindens der Menschen im Job führen.

5. Geschäftsergebnisse

Die vorherigen Punkte können letztlich zu finanziellen Auswirkungen führen. Fehlzeiten, niedriger Output und hohe Mitarbeiterfluktuation können die Betriebskosten erhöhen und den Profit verringern.

6. Arbeitssicherheit

In extremen Fällen können psychische Gesundheitsprobleme zu einem erhöhten Risiko für Unfälle oder Verletzungen am Arbeitsplatz führen, insbesondere in Berufen, die hohe Konzentration und Aufmerksamkeit erfordern.

7. Reputation des Unternehmens

Unternehmen, die sich nicht um die mentale Gesundheit ihrer Mitarbeitenden kümmern, können auf lange Sicht ihren guten Ruf verlieren. Ein solches Image kann die Fähigkeit des Unternehmens beeinträchtigen, Top-Talente anzuziehen oder zu halten.

Verstehen und Erkennen dieser Auswirkungen ist nur der erste Schritt. Unternehmen müssen aktiv werden, Strategien entwickeln und Ressourcen bereitstellen, um sicherzustellen, dass der Arbeitsplatz die mentale Gesundheit fördert und nicht beeinträchtigt. Indem du die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz priorisierst, investierst du nicht nur in das Wohlbefinden deiner Mitarbeitenden, sondern auch in den langfristigen Erfolg deines Unternehmens.

Die Rolle des Arbeitsplatzes bei der Förderung der psychischen Gesundheit

Eine gute Mental Health kann die Belastung reduzieren und manche Krankheit vorbeugen.

Der Arbeitsplatz ist nicht nur ein Ort, an dem Aufgaben erledigt werden; er ist ein zentraler Teil unseres Lebens, der einen erheblichen Einfluss auf unser allgemeines Wohlbefinden hat. Daher haben der Arbeitsplatz und der Arbeitgeber eine entscheidende Funktion bei der Förderung der mentalen Gesundheit und beim Schutz vor potenziellen psychischen Belastungen. Das solltest du als Arbeitgeber dir immer wieder bewusst machen. Deine Arbeitnehmer verbringen viel Zeit in der Arbeitswelt. Umso wichtiger ist es, die mentale Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern.

1. Einfluss auf die tägliche Routine 

Ein Großteil unseres Erwachsenenlebens wird am Arbeitsplatz verbracht. Das Arbeitsumfeld, die Kultur und die Beziehungen zu Kollegen prägen unsere tägliche Erfahrung und beeinflussen direkt unsere mentale Gesundheit. Ein positiver, unterstützender Arbeitsplatz kann als Puffer gegen Stress und andere psychische Herausforderungen dienen.

2. Potenzielle Stressquelle 

Arbeit kann sowohl eine Quelle für Erfüllung als auch für Stress sein. Hohe Arbeitsbelastung, enge Deadlines, schwierige Beziehungen zu Vorgesetzten oder Kollegen und unsichere Arbeitsverhältnisse können zur Entstehung oder Verschärfung von psychischen Gesundheitsproblemen beitragen. Wenn die Grenzen zwischen Arbeitswelt und Privatleben verschwimmen, ist Gefahr im Verzug. Hier liegt die Verantwortung des Arbeitsgebers, diese Faktoren zu erkennen und zu minimieren.

3. Möglichkeit zur Identitätsbildung 

Für viele Menschen ist ihre Arbeit ein wichtiger Teil ihrer Identität. Ein erfüllter Beruf gibt nicht nur ein Gefühl der Bestätigung, sondern auch ein Gefühl der Zugehörigkeit und des Zwecks. Arbeitgeber, die ihre Mitarbeitenden wertschätzen und fördern, tragen positiv zu deren Selbstwertgefühl und allgemeinem psychischem Wohlbefinden bei. Wer die mentale Gesundheit am Arbeitsplatz fördert, schafft ein förderliches Arbeitsklima für alle Mitarbeitenden.

4. Plattform für Bewusstsein und Bildung 

Der Arbeitsplatz bietet eine hervorragende Plattform, um das Bewusstsein für psychische Gesundheit zu erhöhen und Ressourcen und Schulungen zur Verfügung zu stellen. Durch Workshops, Seminare und andere Informationsveranstaltungen können Unternehmen das Thema in den Vordergrund rücken und das Stigma, das oft mit psychischen Erkrankungen verbunden ist, abbauen.

5. Unterstützungsnetzwerk 

Kollegiale Beziehungen sind oft enger, als wir denken. Der Arbeitsplatz und du als Arbeitgeber können ein Netzwerk der Unterstützung in diesem Thema bieten, sei es durch formelle Strukturen wie HR-Abteilungen und Beratungsangebote oder durch informelle Unterstützung unter Kollegen.

Es ist unerlässlich, dass Unternehmen ihre Rolle bei der Förderung der mentalen Gesundheit erkennen und aktiv werden. Das bedeutet nicht nur, potenzielle Stressquellen zu minimieren, sondern auch, Möglichkeiten zur Stärkung des mentalen Wohlbefindens aktiv zu fördern. Ein Unternehmen, das in die mentale Gesundheit seiner Mitarbeitenden investiert, investiert in seine eigene Zukunft. Ein gesunder, glücklicher Mitarbeiter ist ein produktiver, loyaler und kreativer Mitarbeiter – und davon profitieren alle.

Best Practices und Maßnahmen zur Verbesserung der mentalen Gesundheit am Arbeitsplatz – die 10 besten Tipps

Eine gute Mental Health am Arbeitsplatz kann die Grenzen der Belastbarkeit erweitern.

1. Flexible Arbeitszeiten:   Das moderne Arbeitsleben kann oft stressig sein. Indem Arbeitgeber flexible Arbeitszeiten anbieten, ermöglichen sie ihren Mitarbeitern, ihre beruflichen und privaten Verpflichtungen besser in Einklang zu bringen. Das kann nicht nur den Stress reduzieren, sondern auch das Gefühl der Autonomie und Kontrolle über den eigenen Zeitplan erhöhen.

2. Pausen:  Regelmäßige Pausen sind unerlässlich, um den Geist zu erfrischen und die Konzentration zu erhöhen. Ein kurzer Spaziergang, ein Moment der Stille oder einfache Dehnübungen können helfen, den Kopf freizumachen und die Produktionskraft zu steigern. Arbeitgeber sollten solche Pausen aktiv fördern und entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung stellen und die Grenzen dieser Räume respektieren.

3. Bildungsprogramme:  Schulungen und Workshops, die das Bewusstsein für psychische Gesundheit erhöhen, sind ein Muss. Arbeitnehmer sollten in der Lage sein, Anzeichen von psychischem Stress bei sich selbst und bei anderen zu erkennen und zu wissen, wie sie Unterstützung suchen oder bieten können.

4. Sportliche Aktivitäten:  Bewegung ist nicht nur für die körperliche Gesundheit wichtig, sondern hat auch nachweisliche positive Auswirkungen auf die mentale Gesundheit. Ein betriebliches Fitnessprogramm, Yoga-Kurse oder gemeinsame Sportaktivitäten können die Moral steigern und helfen, Stress abzubauen.

5. Räume zum Entspannen:  Bereiche, in denen die Mitarbeitenden sich zurückziehen und entspannen können, sind essenziell. Es können Ruheräume, Meditationsecken oder einfach Orte sein, die von der Hektik des Alltags ablenken und eine Pause ermöglichen.

6. Kommunikationskanäle:  Eine offene Kommunikationskultur ist entscheidend. Arbeitnehmer sollten ermutigt werden, ihre Gefühle, Bedenken und Vorschläge ohne Angst vor Vergeltung oder Urteil zu teilen. Regelmäßige Feedback-Sitzungen und Anonymitätsoptionen können hierbei nützlich sein.

7. Therapeutische Unterstützung:  Es ist wichtig, dass Unternehmen professionelle Unterstützung für die Mitarbeitenden bereitstellen, die sie benötigen. Das kann in Form von Beratungsdiensten, Therapie oder Zugang zu psychologischer Beratung sein.

8. Teambuilding:  Starke Teambeziehungen können ein Sicherheitsnetz für Mitarbeiter sein. Teambuilding-Aktivitäten, Workshops oder gemeinsame Events können dazu beitragen, dass sich die Mitarbeitenden unterstützt und wertgeschätzt fühlen.

9. Anerkennung und Wertschätzung:  Einfache Gesten der Anerkennung können Wunder wirken. Egal ob durch Lob, Bonusprogramme oder Arbeitnehmende des Monats-Auszeichnungen, es ist wichtig, dass deine Mitarbeitenden wissen, dass ihre Arbeit gesehen und geschätzt wird. Das schafft auch gleich ein positives Arbeitsklima.

10. Kontinuierliche Überprüfung:  Die mentale Gesundheitslandschaft ist dynamisch, und was heute funktioniert, funktioniert vielleicht morgen nicht. Es ist wichtig, regelmäßig die eingeführten Maßnahmen zu überprüfen, Feedback zu sammeln und Anpassungen vorzunehmen, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse der Mitarbeitenden erfüllt werden.

Indem du diese Best Practices in deinem Unternehmen implementierst, zeigst du nicht nur, dass du dich um das Wohl deiner Arbeitnehmer kümmerst, sondern schaffst auch eine positive, produktive und innovative Arbeitsumgebung, die für den langfristigen Erfolg unerlässlich ist.

Fallstudien

Viele Unternehmen weltweit haben die Bedeutung der psychischen Gesundheit erkannt und proaktive Schritte unternommen. Ein bekanntes Technologieunternehmen in Silicon Valley bietet beispielsweise Meditationsräume und Yoga-Kurse während der Arbeitszeit an. Ein europäisches Unternehmen hat durch regelmäßige Workshops und Schulungen das Bewusstsein für Burnout und Depressionen bei seinen Mitarbeitern erhöht.

Zukunft der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz

In Zukunft wird die Bedeutung der mentalen Gesundheit am Arbeitsplatz weiter zunehmen. Unternehmen, die in das Wohlbefinden ihrer Arbeitnehmer investieren, werden eine höhere Mitarbeiterbindung, Produktivität und Zufriedenheit erleben. Es geht nicht nur darum, das »Richtige« zu tun, sondern es ist auch ein kluger Geschäftszug.

Denk daran, dass psychische Gesundheit genauso wichtig ist wie physische Gesundheit. Wenn du dich um deinen Geist kümmerst, kümmerst du dich um dein gesamtes Wohlbefinden und das deiner Kollegen und Arbeitnehmer.

Ein gesunder Geist der Menschen führt zu einem gesunden Unternehmen und wer seine Grenzen kennt, der kann mit diesen Tipps die eigene psychische Gesundheit sogar noch fördern.

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