FTE (Vollzeitäquivalent)
FTE steht für Full-Time Equivalent, auf Deutsch Vollzeitäquivalent (VZÄ): Die Kennzahl rechnet die Arbeitszeit aller Beschäftigten in volle Stellen um, 1,0 FTE ist eine Vollzeitstelle.
Geschrieben von: Beke SchoustraAktualisiert am:
Was bedeutet FTE?
FTE ist die Abkürzung für Full-Time Equivalent, auf Deutsch Vollzeitäquivalent oder kurz VZÄ. Die Kennzahl gibt an, wie vielen Vollzeitstellen die Arbeitszeit deiner Beschäftigten entspricht: 1,0 FTE ist eine volle Stelle, 0,5 FTE eine halbe.
Gezählt wird die Arbeitszeit. Ist in einem Bericht oder einer Stellenanzeige von „FTE-Mitarbeitern“ die Rede, sind deshalb Vollzeitstellen gemeint und keine Personen. Ein Restaurant mit 14 Beschäftigten, von denen fünf als Minijobber am Wochenende kommen, hat vielleicht nur 9 FTE. Für die Frage, wie viel Arbeitszeit dir in einer Woche zur Verfügung steht, ist das die ehrlichere Zahl.
Ein Gesetz, das festlegt, wie viele Stunden 1,0 FTE sind, gibt es nicht. Das Teilzeit- und Befristungsgesetz misst Teilzeit an der Vollzeit im eigenen Betrieb (§ 2 Abs. 1 TzBfG). Was bei dir eine volle Stelle ist, bestimmen also Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag, zum Beispiel 40 Stunden pro Woche oder 38,5 Stunden nach Tarif.
FTE und Headcount sind zwei verschiedene Zahlen
Kennzahl | Was sie zählt | Restaurant aus dem Beispiel |
Headcount (Kopfzahl) | Personen mit Arbeitsvertrag, egal mit wie vielen Stunden | 14 |
FTE oder VZÄ | Wochenstunden aller Beschäftigten geteilt durch die Vollzeitstunden | 9,0 |
Vollzeitstellen | Verträge über die volle Wochenarbeitszeit | 6 |
Den Headcount brauchst du, wenn es um Menschen geht: Arbeitsverträge, Einarbeitung, Dienstkleidung, Plätze im Pausenraum. FTE brauchst du, wenn es um Arbeitszeit und Geld geht: Personalbedarf, Lohnkosten pro Stelle, Umsatz pro Vollzeitkraft. Wer zwei Filialen über den Headcount vergleicht, hält leicht die Filiale mit den meisten Aushilfen für die am besten besetzte.
Stunden in FTE umrechnen
Die Rechnung ist eine Division: die Wochenstunden einer Person geteilt durch die Wochenstunden einer Vollzeitstelle. Für ein Team addierst du einfach die Stunden aller Beschäftigten und teilst die Summe durch die Vollzeitstunden. Wenn du für viele Personen mit wechselnden Stunden FTE berechnen willst, nimmt dir die Excel-Vorlage die Rechnung ab.
Wochenstunden | FTE bei 40 Std. Vollzeit | FTE bei 38,5 Std. Vollzeit |
10 Stunden | 0,25 | 0,26 |
15 Stunden | 0,38 | 0,39 |
20 Stunden | 0,5 | 0,52 |
25 Stunden | 0,63 | 0,65 |
30 Stunden | 0,75 | 0,78 |
32 Stunden | 0,8 | 0,83 |
35 Stunden | 0,88 | 0,91 |
Die Tabelle zeigt, warum du die Vollzeit einmal festlegst und dann überall gleich verwendest. 20 Stunden sind bei einer 40-Stunden-Woche 0,5 FTE, bei 38,5 Stunden 0,52. Rechnet eine Filiale mit 40 und die andere mit 38,5, vergleichst du nicht mehr dasselbe.
Beispiel: ein Restaurant mit 14 Beschäftigten
Gruppe | Personen | Stunden pro Woche | Stunden zusammen | FTE |
Vollzeit in Küche und Service | 6 | 40 | 240 | 6,0 |
Teilzeit im Service | 3 | 25 | 75 | 1,88 |
Minijob am Wochenende | 5 | 9 | 45 | 1,13 |
Zusammen | 14 | 360 | 9,0 |
Mit 360 Wochenstunden hat das Restaurant bei einer 40-Stunden-Woche 9,0 FTE. Für die Planung heißt das: Fällt im Sommer eine Vollzeitkraft drei Wochen aus, fehlt ein Neuntel der Arbeitszeit und nicht ein Vierzehntel. Minijobber zählen dabei mit ihren Stunden mit, denn auch ein Minijob ist eine Teilzeitbeschäftigung (§ 2 Abs. 2 TzBfG).
1 FTE in Stunden: Woche, Monat und Jahr
Für einen Monat rechnest du mit dem Durchschnitt von 52 Wochen geteilt durch 12 Monate, also rund 4,33 Wochen. Bei 40 Stunden pro Woche hat 1,0 FTE damit rund 173 Stunden im Monat und 2.080 Stunden im Jahr. Arbeitet eine Aushilfe im Oktober 52 Stunden, sind das 52 ÷ 173 = 0,3 FTE für diesen Monat.
Die Jahreszahl ist eine Bruttogröße, in der Urlaub, Feiertage und Krankheit noch stecken. Wie viele Stunden eine Vollzeitkraft tatsächlich im Betrieb steht, hängt davon ab, wie viel davon abgeht. Das zeigt dir die Ausfallquote aus dem Vorjahr.
Plan-FTE oder Ist-FTE: welche Stunden zählen?
FTE lässt sich aus zwei Stundenzahlen rechnen, und beide sind richtig, nur für verschiedene Fragen. Das Plan-FTE, oft auch Soll-FTE genannt, nimmt die Vertragsstunden. Es zeigt, wie viel Arbeitszeit du eingekauft hast. Das Ist-FTE nimmt die gearbeiteten Stunden aus der Zeiterfassung und zeigt, wie viel tatsächlich gearbeitet wurde.
Im Schichtbetrieb liegen beide oft weit auseinander. Eine Servicekraft mit 25 Vertragsstunden, die im Dezember jede Woche 32 Stunden arbeitet, zählt im Plan mit 0,63 FTE und im Ist mit 0,8 FTE. Liegt das Ist über Monate über dem Plan, fehlt dir Personal, und die Lücke wird mit Überstunden gefüllt. Liegt es darunter, entstehen Minusstunden.
Drei Dinge legst du am besten einmal schriftlich fest: wie viele Wochenstunden 1,0 FTE sind, ob Überstunden ins Ist-FTE einfließen und ob bezahlter Urlaub und Krankheit als Arbeitszeit zählen. Auszubildende und Beschäftigte in Elternzeit führen viele Betriebe getrennt. Wie du entscheidest, ist weniger wichtig, als dass alle Standorte und alle Monate gleich gerechnet werden.
Wo das Arbeitsrecht anders zählt als das FTE
Manche gesetzliche Schwelle hat ihre eigene Rechnung, die vom FTE abweicht. Das bekannteste Beispiel ist der Kündigungsschutz. Für Arbeitsverhältnisse, die nach dem 31. Dezember 2003 begonnen haben, gilt das Kündigungsschutzgesetz nur in Betrieben mit in der Regel mehr als zehn Arbeitnehmern, Auszubildende nicht mitgerechnet. Teilzeitkräfte zählen dabei mit 0,5, wenn sie nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten, und mit 0,75 bis 30 Stunden (§ 23 Abs. 1 KSchG).
Für das Restaurant aus dem Beispiel ergibt das 6 + 3 × 0,75 + 5 × 0,5 = 10,75. Das FTE liegt bei 9,0, die Zählung nach dem Kündigungsschutzgesetz aber über zehn. Ob dein Betrieb ein Kleinbetrieb ist, liest du deshalb nicht am FTE ab. Im Zweifel klärst du das mit einer Fachanwältin oder einem Fachanwalt für Arbeitsrecht.
Wofür du FTE im Schichtbetrieb brauchst
Am häufigsten brauchst du FTE für den Personalbedarf. Die Personalplanung rechnet in FTE, weil sich Teilzeit und Vollzeit sonst nicht addieren lassen. Braucht dein Café montags bis samstags von 7 bis 19 Uhr zwei Personen an der Theke, sind das 2 × 12 × 6 = 144 Stunden in der Woche oder 3,6 FTE bei 40 Stunden, bevor Urlaub und Krankheit dazukommen.
Bei den Lohnkosten macht der Wert pro FTE Filialen mit unterschiedlich vielen Aushilfen vergleichbar. Dasselbe gilt für den Umsatz: Ein Umsatz pro Kopf sagt wenig, sobald eine Filiale zehn Minijobber hat und die andere zwei. Pro FTE gerechnet steht hinter beiden Zahlen dieselbe Menge Arbeitszeit.
FTE aus Dienstplan und Zeiterfassung ablesen
Genau wird das Ist-FTE erst, wenn die gearbeiteten Stunden nicht von Stundenzetteln abgetippt werden. In Shiftbase stehen im Dienstplan bei jeder Person die Vertragsstunden und die Stunden, die in der Woche schon eingeplant sind. Die Zeiterfassung zeigt dir pro Person die Stunden über oder unter dem Vertrag, Überstunden eingerechnet. Die freigegebenen Stunden exportierst du für deine Auswertung und teilst sie durch deine Vollzeitstunden. So rechnest du Plan und Ist mit denselben Stunden, die auch an die Lohnabrechnung gehen.
Häufig gestellte Fragen
FTE bedeutet Full-Time Equivalent, auf Deutsch Vollzeitäquivalent (VZÄ). Die Kennzahl rechnet die Arbeitszeit von Beschäftigten in volle Stellen um: 1,0 FTE entspricht einer Vollzeitstelle, 0,5 FTE einer halben Stelle.
0,5 FTE bedeutet eine halbe Vollzeitstelle. Bei einer 40-Stunden-Woche sind das 20 Stunden pro Woche, bei 38,5 Stunden Vollzeit 19,25 Stunden. Ob die halbe Stelle eine Person ist oder zwei Minijobber mit je zehn Stunden, ändert am FTE-Wert nichts.
30 Wochenstunden sind bei einer 40-Stunden-Woche 0,75 FTE und bei 38,5 Stunden Vollzeit 0,78 FTE. Du teilst dafür immer die Stunden der Person durch die Vollzeitstunden deines Betriebs.
1 FTE hat so viele Stunden wie eine Vollzeitstelle in deinem Betrieb, zum Beispiel 40 Stunden pro Woche. Bei 40 Wochenstunden sind das rund 173 Stunden im Monat (40 × 52 ÷ 12) und 2.080 Stunden im Jahr, bevor Urlaub und Feiertage abgehen.
Der Headcount zählt Personen, das FTE zählt Arbeitszeit in Vollzeitstellen. 14 Beschäftigte mit zusammen 360 Wochenstunden sind ein Headcount von 14, bei einer 40-Stunden-Woche aber nur 9,0 FTE.
Minijobber zählen beim FTE mit ihren Stunden mit, wie alle anderen Teilzeitkräfte. Ein Minijobber mit neun Stunden pro Woche ist bei einer 40-Stunden-Woche 0,23 FTE.
FTE ist keine gesetzliche Kennzahl, jeder Betrieb legt selbst fest, wie viele Wochenstunden 1,0 FTE sind. Einzelne Gesetze zählen Teilzeitkräfte aber anteilig, etwa das Kündigungsschutzgesetz mit 0,5 bis 20 und 0,75 bis 30 Wochenstunden (§ 23 Abs. 1 KSchG).
Verwandte Begriffe
Beke schreibt für Shiftbase über Dienstplanung, Zeiterfassung und alles, was die Personalplanung leichter macht. Sie übersetzt den Alltag von Teamleitern in praktische Tipps, die sofort weiterhelfen.
Alle Begriffe ansehen
- ArbeitslohnArbeitslohn sind im Steuerrecht alle Einnahmen, die Beschäftigte aus ihrem Arbeitsverhältnis bekommen, in Geld oder als Sachleistung; auf ihn behält der Arbeitgeber die Lohnsteuer ein.
- Betriebliche ÜbungEine betriebliche Übung entsteht, wenn der Arbeitgeber eine Leistung regelmäßig und ohne Vorbehalt gewährt, sodass die Beschäftigten darauf vertrauen dürfen, sie auch künftig zu bekommen; bei jährlichen Sonderzahlungen reicht in der Regel die dritte Zahlung.
- BonuszahlungEine Bonuszahlung ist eine Zahlung zusätzlich zum Lohn, meist abhängig von Leistung oder Zielen; Pflicht wird sie nur durch Vertrag, Zusage oder betriebliche Übung.
- ErschwerniszulageEine Erschwerniszulage ist ein Zuschlag zum Lohn für Arbeit unter außergewöhnlich belastenden Bedingungen wie Gefahr, Hitze, Kälte, Schmutz oder Lärm.
- FTE (Vollzeitäquivalent)FTE steht für Full-Time Equivalent, auf Deutsch Vollzeitäquivalent (VZÄ): Die Kennzahl rechnet die Arbeitszeit aller Beschäftigten in volle Stellen um, 1,0 FTE ist eine Vollzeitstelle.
- GehaltskürzungEine Gehaltskürzung ist die Senkung des vereinbarten Gehalts; einseitig darf der Arbeitgeber sie nicht vornehmen, nötig sind Zustimmung oder eine wirksame Änderungskündigung.
- GKV-MonatsmeldungDie GKV-Monatsmeldung ist eine Entgeltmeldung, die Arbeitgeber bei Mehrfachbeschäftigten auf Anforderung der Krankenkasse abgeben, damit diese prüfen kann, ob die Entgelte zusammen die Beitragsbemessungsgrenze überschreiten (§ 28a Abs. 1 Satz 1 Nr. 10 SGB IV).
- GratifikationEine Gratifikation ist eine Sonderzahlung aus einem bestimmten Anlass, etwa Weihnachten oder ein Dienstjubiläum, die der Arbeitgeber zusätzlich zum laufenden Lohn zahlt.
- NettolohnDer Nettolohn ist der Teil des Bruttolohns, der nach Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und den Arbeitnehmeranteilen zur Sozialversicherung übrig bleibt.
- ProvisionEine Provision ist eine erfolgsabhängige Vergütung, die sich nach Umsatz oder abgeschlossenen Geschäften richtet, für Angestellte meist zusätzlich zu einem festen Gehalt.
- Retention Bonus (Halteprämie)Ein Retention Bonus, auf Deutsch Halteprämie oder Bleibeprämie, ist eine Prämie dafür, dass Mitarbeitende bis zu einem vereinbarten Stichtag im Betrieb bleiben.
- RüstzeitRüstzeit ist die Zeit, in der Beschäftigte sich und ihren Arbeitsplatz für die Arbeit vorbereiten oder danach aufräumen, vom Umkleiden bis zum Hochfahren der Kasse.
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