Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: bis zu sechs Wochen volles Entgelt, sobald das Arbeitsverhältnis vier Wochen besteht. Mit Rechner für Ende, Betrag und U1-Erstattung.
Geschrieben von: Beke SchoustraAktualisiert am:
Lohnfortzahlungsrechner
Ersten Krankheitstag und Gehalt eintragen: Der Rechner zeigt, bis wann du das Entgelt fortzahlst, ab wann Krankengeld kommt, was die Lohnfortzahlung brutto kostet und wie viel die Umlage U1 erstattet. Wartezeit bei neuen Mitarbeitenden und frühere Krankschreibungen wegen derselben Krankheit rechnet er mit.
Der Rechner folgt §§ 3 und 4 EFZG: 42 Kalendertage ab dem ersten Krankheitstag, bei Erkrankung während der Arbeit ab dem Folgetag. In den ersten vier Wochen eines neuen Arbeitsverhältnisses besteht noch kein Anspruch; dauert die Krankheit darüber hinaus, beginnen die sechs Wochen danach. Der Betrag ist der rechnerische Anteil am Gehalt für diese Tage, die Erstattung der Anteil, den die Krankenkasse über die Umlage U1 übernimmt.
Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber
09.11.2026 bis 20.12.2026
42 Kalendertage
Krankengeld der Krankenkasse ab
21.12.2026
falls die Krankheit länger dauert
Fortgezahltes Entgelt (brutto)
4.135,48 €
für 42 Kalendertage
Erstattung über U1 → verbleibende Kosten
3.308,38 € → 827,10 €
Die Umlage erstattet mit demselben Satz auch die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung auf dieses Entgelt. Den Antrag stellst du bei der Krankenkasse der beschäftigten Person, für Minijobber bei der Minijob-Zentrale.
Wer krank und deshalb arbeitsunfähig ist, bekommt vom Arbeitgeber bis zu sechs Wochen das volle Entgelt weiter, sobald das Arbeitsverhältnis vier Wochen besteht (§ 3 EFZG). Gezahlt wird, was ohne die Krankheit verdient worden wäre, auch regelmäßige Zuschläge. Danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld. Betriebe mit bis zu 30 Beschäftigten bekommen einen Teil der Kosten über die Umlage U1 zurück.
Entgeltfortzahlung vs. Lohnfortzahlung: Beide Begriffe beschreiben dasselbe Konzept. "Entgeltfortzahlung" ist die rechtlich präzise Bezeichnung nach dem EFZG; "Lohnfortzahlung" ist der im Alltag und in der HR-Praxis gebräuchliche Begriff. Beide meinen: Der Arbeitgeber zahlt das Arbeitsentgelt während der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit weiter.
Was ist Lohnfortzahlung?
Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sichert Arbeitnehmern ihr Gehalt bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit für bis zu sechs Wochen. Gesetzliche Grundlage ist das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG).
Lohnfortzahlung vs. Krankengeld: Der Unterschied
Kriterium | Lohnfortzahlung | Krankengeld |
|---|---|---|
Zahlung durch | Arbeitgeber | Gesetzliche Krankenkasse |
Beginn | Ab dem 1. Tag der Arbeitsunfähigkeit (nach 4 Wochen Beschäftigung) | Ab dem 43. Krankheitstag |
Dauer | Maximal 6 Wochen (42 Kalendertage) | Maximal 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren |
Höhe | 100 % des regelmäßigen Arbeitsentgelts | 70 % des Bruttogehalts, max. 90 % des Nettogehalts |
Rechtsgrundlage | § 3 EFZG |
Wann haben Arbeitnehmer Anspruch?
Den Anspruch hat jeder Arbeitnehmer: in Vollzeit, in Teilzeit, in der Ausbildung und im Minijob. Zwei Bedingungen müssen erfüllt sein:
Die Arbeitsunfähigkeit beruht auf einer Krankheit, die der Beschäftigte nicht selbst verschuldet hat.
Das Arbeitsverhältnis besteht seit mindestens vier Wochen ohne Unterbrechung (§ 3 Abs. 3 EFZG). Die Frist beginnt mit dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverhältnisses, nicht mit dem ersten Arbeitstag.
Hinweis: Die Krankheit muss ursächlich für die Arbeitsverhinderung sein, unabhängig davon, ob sie am Arbeitsplatz oder im Privatleben entstanden ist.
Probezeit
Auch während der Probezeit besteht Anspruch auf Lohnfortzahlung, sofern die Vierwochenfrist erfüllt ist. Wer sich in den ersten Monaten krankmeldet, hat dieselben Rechte wie alle anderen Angestellten.
Kein Anspruch in den ersten vier Wochen
In den ersten vier Wochen des Arbeitsverhältnisses besteht noch kein Anspruch auf Lohnfortzahlung. Gesetzlich Versicherte können für diese Zeit Krankengeld von der Krankenkasse bekommen. Dauert die Krankheit über die vier Wochen hinaus, zahlt der Arbeitgeber danach die vollen sechs Wochen; die Krankheitstage aus der Wartezeit werden nicht angerechnet (BAG, Urteil vom 26. Mai 1999, 5 AZR 476/98). Fängt eine Aushilfe am Montag, 19. Oktober 2026, an und ist ab dem 2. November krank, läuft die Lohnfortzahlung vom 16. November bis zum 27. Dezember 2026.
Krankmeldung und eAU
Die Arbeitsunfähigkeit und ihre voraussichtliche Dauer muss der Beschäftigte unverzüglich melden, in der Regel am ersten Krankheitstag vor Arbeitsbeginn (§ 5 Abs. 1 EFZG). Dauert sie länger als drei Kalendertage, muss sie spätestens am darauffolgenden Arbeitstag ärztlich festgestellt sein; der Arbeitgeber darf das auch früher verlangen. Seit 2023 übermittelt die Praxis die Daten an die Krankenkasse, und der Arbeitgeber ruft die eAU dort ab.
Fehlt der Nachweis, darf der Arbeitgeber die Zahlung zurückhalten, bis er vorliegt (§ 7 EFZG). Der Anspruch selbst geht dadurch nicht verloren.
Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: Wer zahlt?
Der Arbeitgeber ist gemäß § 3 EFZG verpflichtet, das Arbeitsentgelt für bis zu sechs Wochen in voller Höhe weiterzuzahlen. Diese Verpflichtung beginnt ab dem ersten Tag der Krankmeldung, sofern die Wartezeit erfüllt ist.
Nach sechs Wochen: Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Zahlung als Krankengeld (ca. 70 % des Bruttoarbeitsentgelts, max. 90 % des Nettogehalts, bis zu 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren). Urlaub entsteht auch in dieser Zeit weiter, und ein Krankheitsurlaub wird nie vom Urlaubskonto abgezogen.
Erstattung über die Umlage U1
An der Umlage U1 nehmen Betriebe mit bis zu 30 Beschäftigten teil. Die Krankenkasse erstattet dann einen Teil der Lohnfortzahlung, je nach Kasse und gewähltem Satz meist 40 bis 80 %. Mit demselben Satz erstattet die Kasse auch die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung auf dieses Entgelt (§ 1 Abs. 1 AAG). Für Minijobber erstattet die Minijob-Zentrale 80 %. Die Erstattung kommt nicht von selbst: Du beantragst sie elektronisch bei der Krankenkasse des Beschäftigten, in der Regel über dein Lohnprogramm.
Dauer und Berechnung der Lohnfortzahlung
So werden die 42 Tage gezählt
Die sechs Wochen sind 42 Kalendertage, Wochenenden und Feiertage zählen mit. Gezählt wird ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit. Erkrankt jemand während der Schicht, beginnt die Frist erst am nächsten Tag, denn der angefangene Arbeitstag wird normal bezahlt.
Ein Beispiel: Ist eine Servicekraft ab Montag, 2. November 2026, krankgeschrieben, endet die Lohnfortzahlung mit Sonntag, 13. Dezember 2026. Ab dem 14. Dezember zahlt die Krankenkasse Krankengeld.
Dieselbe Krankheit oder eine neue?
Bei einer neuen, anderen Krankheit beginnen die sechs Wochen von vorn. Kommt dieselbe Krankheit zurück, werden die Zeiten zusammengerechnet. Einen neuen Anspruch auf sechs Wochen gibt es dann nur, wenn der Beschäftigte vor der erneuten Erkrankung mindestens sechs Monate nicht wegen dieser Krankheit arbeitsunfähig war, oder wenn seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit wegen dieser Krankheit zwölf Monate vergangen sind (§ 3 Abs. 1 Satz 2 EFZG). Wer zweimal hintereinander krank ist, bekommt deshalb nicht automatisch noch einmal sechs Wochen: Es kommt darauf an, ob es dieselbe Krankheit ist.
Berechnung nach dem Lohnausfallprinzip
Fortgezahlt wird das Entgelt, das der Beschäftigte in der Zeit verdient hätte (§ 4 EFZG). Bei festem Monatsgehalt läuft das Gehalt einfach weiter. Bei Stundenlohn zählen die Stunden, die laut Dienstplan angefallen wären, mit allen Zuschlägen, die dabei regelmäßig entstanden wären. Schwankt die Arbeitszeit, wird geschätzt, was angefallen wäre; die Rechtsprechung schaut dafür in der Regel auf die letzten zwölf Monate.
Eingeschlossen | Nicht enthalten |
|---|---|
Grundgehalt / Stundenlohn | |
Zulagen (Nacht-, Schichtzulagen), sofern regelmäßig | Einmalzahlungen (Weihnachts-, Urlaubsgeld) |
Sachbezüge (z. B. Dienstwagen, vertraglich vereinbart) | Erfolgsbeteiligungen |
Zuschläge für Sonntags-/Feiertagsarbeit (bei regelmäßiger Leistung) | Unregelmäßige Prämien |
Beispiel aus der Gastronomie: Eine Köchin verdient 16 € pro Stunde und arbeitet laut Dienstplan 35 Stunden pro Woche, davon regelmäßig 6 Nachtstunden mit 25 % Zuschlag. Sie ist zwei Wochen krank. Fortgezahlt werden 2 × (35 × 16 € + 6 × 16 € × 25 %) = 2 × (560 € + 24 €) = 1.168 € brutto.
Ein Punkt, der oft übersehen wird: Fortgezahlte Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge sind steuer- und beitragspflichtig. Die Steuerfreiheit nach § 3b EStG gilt nur für tatsächlich geleistete Arbeit; ein fortgezahlter Nachtzuschlag wird deshalb wie normaler Lohn abgerechnet.
Ausnahmen und Sonderfälle bei der Lohnfortzahlung
Kein Anspruch bei selbstverschuldeter Krankheit
Wenn die Arbeitsunfähigkeit vorsätzlich oder grob fahrlässig selbst verursacht wurde, entfällt der Anspruch. Beispiele: Teilnahme an illegalen Autorennen, Trunkenheit am Steuer, Schlägereien als Verursacher. Das Verschulden muss der Arbeitgeber nachweisen.
Erkrankung im Ausland
Arbeitsunfähigkeit muss unverzüglich gemeldet werden, an Arbeitgeber und Krankenkasse
Ausländisches Attest muss vorgelegt werden (ggf. mit Übersetzung)
Nachweis muss eindeutig Arbeitsunfähigkeit bestätigen, nicht nur allgemeine Erkrankung
Kündigung, befristete Verträge und Arbeitsunfall
Kündigt der Arbeitgeber aus Anlass der Krankheit, läuft die Lohnfortzahlung trotzdem bis zum Ende der sechs Wochen weiter, auch über das Ende des Arbeitsverhältnisses hinaus (§ 8 Abs. 1 EFZG).
Endet ein befristeter Vertrag während der Krankheit, endet auch die Lohnfortzahlung.
Nach einem Arbeitsunfall zahlt der Arbeitgeber ebenfalls bis zu sechs Wochen; danach zahlt die Berufsgenossenschaft Verletztengeld statt der Krankenkasse.
Freie Mitarbeiter und Selbstständige haben keinen Anspruch.
Lohnfortzahlung bei Schwangerschaft: Sonderfall Mutterschutz
Schwangerschaft und Mutterschaft folgen einem eigenen Rechtsrahmen, das Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) gilt hier nur eingeschränkt. Arbeitgeber müssen die folgenden Unterschiede kennen:
Schwangerschaftsbedingte Erkrankung
Ist eine Arbeitnehmerin aufgrund einer schwangerschaftsbedingten Erkrankung arbeitsunfähig (z. B. starke Übelkeit, Schwangerschaftskomplikationen), gilt zunächst das EFZG: Der Arbeitgeber zahlt bis zu sechs Wochen das volle Entgelt weiter, wie bei jeder anderen Erkrankung.
Wichtig: Nur wenn die Erkrankung ursächlich mit der Schwangerschaft zusammenhängt, gelten besondere Regeln. Eine allgemeine Erkrankung während der Schwangerschaft (z. B. Grippe) läuft normal über das EFZG.
Individuelles Beschäftigungsverbot (§ 16 MuSchG)
Wenn ein Arzt ein individuelles Beschäftigungsverbot ausspricht, weil Arbeit oder Arbeitsumgebung die Gesundheit von Mutter oder Kind gefährdet, zahlt der Arbeitgeber nach dem Mutterschutzgesetz weiter, ohne die Sechs-Wochen-Grenze des EFZG. In diesem Fall:
Der Arbeitgeber zahlt den Mutterschutzlohn weiter, also den Durchschnitt der letzten drei abgerechneten Kalendermonate vor der Schwangerschaft (§ 18 MuSchG)
Die Kosten werden dem Arbeitgeber über das U2-Umlageverfahren vollständig erstattet
Grundlage ist ein ärztliches Beschäftigungsverbot, keine Krankmeldung
Mutterschutzfristen (§§ 3, 6 MuSchG)
Sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und acht Wochen danach (bei Früh- oder Mehrlingsgeburten 12 Wochen) darf die Arbeitnehmerin nicht beschäftigt werden. Während dieser Schutzfristen erhält sie:
Leistung | Zahlung durch | Höhe |
|---|---|---|
Mutterschaftsgeld | Gesetzliche Krankenkasse | Max. 13 € / Kalendertag |
Arbeitgeberzuschuss | Arbeitgeber | Differenz zwischen Mutterschaftsgeld und Nettodurchschnittslohn |
Erstattung des Zuschusses | Krankenkasse via U2 | 100 % des gezahlten Zuschusses |
Für Arbeitgeber heißt das: Bei schwangerschaftsbedingten Beschäftigungsverboten trägt der Arbeitgeber in der Regel keine dauerhafte finanzielle Last, die Kosten werden über das U2-Umlageverfahren vollständig erstattet. Eine frühzeitige Abstimmung mit der Krankenkasse ist empfehlenswert.
Gesetzliche Grundlagen
Gesetz | Regelungsinhalt |
|---|---|
§ 3 EFZG | Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall (6 Wochen) |
§ 4 EFZG | Höhe der Entgeltfortzahlung (100 % des regelmäßigen Entgelts) |
§ 5 EFZG | Meldepflichten des Arbeitnehmers (Krankmeldung, AU-Bescheinigung) |
§ 7 EFZG | Leistungsverweigerungsrecht des Arbeitgebers bei Pflichtverletzung |
§ 12 EFZG | Ausschluss abweichender Vereinbarungen zuungunsten des Arbeitnehmers |
§§ 3, 16 MuSchG | Lohnfortzahlung und Beschäftigungsverbote bei Schwangerschaft |
§ 44 SGB V | Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung |
Krankmeldungen im Dienstplan
Fällt jemand aus, muss vor allem die Schicht besetzt werden. Im Urlaubsplaner von Shiftbase trägst du die Krankmeldung ohne Enddatum als Abwesenheit ein und machst die geplante Schicht zur offenen Schicht oder gibst sie direkt an jemanden weiter. Die Abwesenheit steht danach im Arbeitszeitprotokoll und geht mit dem Lohnbericht an dein Lohnbüro.
Häufig gestellte Fragen
Lohnfortzahlung bei Krankheit gibt es für bis zu sechs Wochen, also 42 Kalendertage pro Krankheitsfall (§ 3 EFZG). Danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld, bei einer neuen, anderen Krankheit beginnen die sechs Wochen von vorn.
Das Ende der Lohnfortzahlung ist der 42. Kalendertag ab dem ersten Krankheitstag; wer während der Arbeit erkrankt, zählt ab dem Folgetag. Ist jemand ab Montag, 2. November 2026, krankgeschrieben, endet die Lohnfortzahlung am Sonntag, 13. Dezember 2026. Bei neuen Mitarbeitenden beginnen die 42 Tage erst nach vier Wochen Beschäftigung, bei derselben Krankheit werden frühere Tage abgezogen.
Anspruch auf Lohnfortzahlung besteht, sobald das Arbeitsverhältnis vier Wochen ohne Unterbrechung besteht (§ 3 Abs. 3 EFZG). Wer in den ersten vier Wochen krank wird, bekommt unter Umständen Krankengeld von der Krankenkasse; dauert die Krankheit länger, zahlt der Arbeitgeber danach die vollen sechs Wochen.
Die Lohnfortzahlung beträgt 100 % des Entgelts, das ohne die Krankheit verdient worden wäre (§ 4 EFZG). Dazu gehören regelmäßige Zuschläge für Nacht, Sonntag oder Feiertag, nicht aber die Bezahlung für Überstunden.
Bei Stundenlohn wird die Lohnfortzahlung aus den Stunden berechnet, die laut Dienstplan angefallen wären, mal Stundenlohn, plus der Zuschläge, die dabei regelmäßig entstanden wären. Schwankt die Arbeitszeit, dient meist der Durchschnitt der letzten zwölf Monate als Grundlage.
Keine Lohnfortzahlung schuldet der Arbeitgeber in den ersten vier Wochen des Arbeitsverhältnisses, bei selbst verschuldeter Krankheit und nach Ablauf der sechs Wochen. Solange die Arbeitsunfähigkeit nicht nachgewiesen ist, darf er die Zahlung zurückhalten (§ 7 EFZG).
Fällt ein Mitarbeiter mehrfach mit derselben Krankheit aus, werden die Zeiten auf die sechs Wochen angerechnet. Neu beginnen die sechs Wochen erst, wenn er vorher sechs Monate nicht wegen dieser Krankheit arbeitsunfähig war oder seit der ersten Arbeitsunfähigkeit wegen dieser Krankheit zwölf Monate vergangen sind.
Betriebe mit bis zu 30 Beschäftigten bekommen über die Umlage U1 einen Teil der Lohnfortzahlung von der Krankenkasse erstattet, meist 40 bis 80 %. Mutterschaftsleistungen erstattet die Umlage U2 vollständig, und zwar für Betriebe jeder Größe.
Minijobber haben denselben Anspruch auf Lohnfortzahlung wie andere Beschäftigte, sobald die Wartezeit von vier Wochen erfüllt ist. Die Minijob-Zentrale erstattet dem Arbeitgeber 80 % über die Umlage U1. Auch die Lohnfortzahlung im Minijob richtet sich nach den Stunden, die laut Dienstplan angefallen wären.
Beke schreibt für Shiftbase über Dienstplanung, Zeiterfassung und alles, was die Personalplanung leichter macht. Sie übersetzt den Alltag von Teamleitern in praktische Tipps, die sofort weiterhelfen.
Alle Begriffe ansehen
- ArbeitslohnArbeitslohn sind im Steuerrecht alle Einnahmen, die Beschäftigte aus ihrem Arbeitsverhältnis bekommen, in Geld oder als Sachleistung; auf ihn behält der Arbeitgeber die Lohnsteuer ein.
- ErschwerniszulageEine Erschwerniszulage ist ein Zuschlag zum Lohn für Arbeit unter außergewöhnlich belastenden Bedingungen wie Gefahr, Hitze, Kälte, Schmutz oder Lärm.
- FTE (Vollzeitäquivalent)FTE steht für Full-Time Equivalent, auf Deutsch Vollzeitäquivalent (VZÄ): Die Kennzahl rechnet die Arbeitszeit aller Beschäftigten in volle Stellen um, 1,0 FTE ist eine Vollzeitstelle.
- GehaltskürzungEine Gehaltskürzung ist die Senkung des vereinbarten Gehalts; einseitig darf der Arbeitgeber sie nicht vornehmen, nötig sind Zustimmung oder eine wirksame Änderungskündigung.
- LohnabrechnungDie Lohnabrechnung ist die Abrechnung in Textform, die Arbeitgeber bei jeder Lohnzahlung erteilen: Sie zeigt den Abrechnungszeitraum, wie sich das Brutto zusammensetzt, welche Abzüge anfallen und welcher Betrag ausgezahlt wird.
- NettolohnDer Nettolohn ist der Teil des Bruttolohns, der nach Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und den Arbeitnehmeranteilen zur Sozialversicherung übrig bleibt.
- PrämienlohnPrämienlohn ist eine Form des Leistungslohns: Mitarbeitende bekommen einen festen Grundlohn und zusätzlich eine Prämie, deren Höhe von einer messbaren Leistung wie Menge, Qualität oder Ersparnis abhängt.
- ProvisionEine Provision ist eine erfolgsabhängige Vergütung, die sich nach Umsatz oder abgeschlossenen Geschäften richtet, für Angestellte meist zusätzlich zu einem festen Gehalt.
- Retention Bonus (Halteprämie)Ein Retention Bonus, auf Deutsch Halteprämie oder Bleibeprämie, ist eine Prämie dafür, dass Mitarbeitende bis zu einem vereinbarten Stichtag im Betrieb bleiben.
- RüstzeitRüstzeit ist die Zeit, in der Beschäftigte sich und ihren Arbeitsplatz für die Arbeit vorbereiten oder danach aufräumen, vom Umkleiden bis zum Hochfahren der Kasse.
- SonderzahlungEine Sonderzahlung ist Geld, das der Arbeitgeber zusätzlich zum laufenden Lohn zahlt und das nicht für einen einzelnen Monat bestimmt ist, etwa Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, ein Bonus oder eine Zahlung zum Jubiläum.
- VerpflegungsmehraufwandVerpflegungsmehraufwand sind die Mehrkosten für Essen bei einer beruflichen Tätigkeit außerhalb von Wohnung und erster Tätigkeitsstätte; 2026 gelten im Inland Pauschalen von 14 € und 28 € pro Tag (§ 9 Abs. 4a EStG).
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