Lohnfortzahlung bei Krankheit: Rechte und Pflichten

  • Verfasst von: Diana Tran
  • Letzte Aktualisierung: 15 November 2023
Foto eines Arbeitgebers, der Informationen zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall an seine Mitarbeiter weitergibt

In der komplexen Welt des Arbeitsrechts ist das Thema Lohnfortzahlung ein zentrales Element, das Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen betrifft. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, beleuchtet spezielle Situationen wie Arbeitsunfälle und die Regelungen bei Minijobbern und greift relevante, aktuelle Fragen auf. Unser Ziel ist es, Ihnen durch präzise Informationen und anschauliche Beispiele ein tieferes Verständnis für die vielfältigen Aspekte der Lohnfortzahlung zu vermitteln.

Definition: Was ist Lohnfortzahlung?

Lohnfortzahlung ist ein fundamentaler Begriff im Arbeitsrecht, der sich auf die Fortzahlung des Gehalts durch den Arbeitgeber an den Arbeitnehmer im Falle von Arbeitsunfähigkeit, beispielsweise durch Krankheit oder Unfall, bezieht. Diese Regelung zielt darauf ab, den finanziellen Schutz des Arbeitnehmers während seiner Abwesenheit zu gewährleisten, ohne dass der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Krankengeld hat. Dieses Konzept spielt eine entscheidende Rolle in der Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer und ist in verschiedenen Gesetzen wie dem Entgeltfortzahlungsgesetz verankert.

Wer hat Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall?

In Deutschland haben Arbeitnehmer im Falle einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Lohnfortzahlung. Dies bedeutet, dass Arbeitgeber verpflichtet sind, das Arbeitsentgelt für eine Dauer von bis zu sechs Wochen weiterzuzahlen. Um diesen Anspruch geltend zu machen, ist häufig eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erforderlich, welche die Krankheit und die voraussichtliche Dauer der Abwesenheit bestätigt. Dieser Anspruch erstreckt sich auf diverse Krankheitsfälle, von Grippe bis hin zu ernsteren Erkrankungen.

Lohnfortzahlung bei Arbeitsunfall

Ein besonderer Fall der Lohnfortzahlung tritt bei Arbeitsunfällen auf. Wenn ein Arbeitnehmer durch einen Unfall am Arbeitsplatz oder auf dem Weg zur Arbeit verletzt wird, hat er ebenfalls Anspruch auf Lohnfortzahlung. In solchen Fällen übernimmt oft die Berufsgenossenschaft oder die Unfallversicherung bestimmte Leistungen. Der Anspruch auf Lohnfortzahlung im Falle eines Arbeitsunfalls unterliegt denselben Regelungen wie bei Krankheit, einschließlich der sechswöchigen Frist.

Lohnfortzahlung bei Minijob

Auch Minijobber, also geringfügig Beschäftigte, haben unter bestimmten Bedingungen Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Dieser Anspruch ist nicht von der Arbeitszeit oder der Höhe des Gehalts abhängig, sondern gilt grundsätzlich für alle Arbeitnehmer, einschließlich derer in Minijobs. Wichtig ist hierbei, dass die gesetzlichen Bestimmungen, wie die Meldung der Arbeitsunfähigkeit und die Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, eingehalten werden. Die Dauer der Lohnfortzahlung für Minijobber entspricht ebenfalls der allgemeinen Regelung von bis zu sechs Wochen.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Bild eines Beratungsgesprächs zwischen Arbeitnehmer und HR-Manager über die Lohnfortzahlung bei Krankheit

Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist ein zentraler Bestandteil des Arbeitsrechts, der sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer von großer Bedeutung ist. Sie stellt sicher, dass Arbeitnehmer während einer krankheitsbedingten Abwesenheit finanziell abgesichert sind, ohne dabei auf Krankengeld angewiesen zu sein.

Was gilt für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall?

Arbeitgeber sind verpflichtet, im Krankheitsfall das Gehalt des Arbeitnehmers für eine Dauer von bis zu sechs Wochen weiterzuzahlen. Dieser Anspruch besteht, sobald das Arbeitsverhältnis vier Wochen ununterbrochen bestanden hat. Die Lohnfortzahlung setzt voraus, dass der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit vorlegt. Wichtig zu beachten ist, dass diese Regelung auch für wiederkehrende Krankheiten gilt, sofern der Arbeitnehmer zwischen den Krankheitsphasen mindestens sechs Monate nicht wegen derselben Krankheit arbeitsunfähig war oder seit Beginn der ersten Krankheit mindestens ein Jahr vergangen ist.

Was sind die Regeln zu COVID-19 Quarantäne und der Lohnfortzahlung?

Die COVID-19-Pandemie hat zu besonderen Regelungen im Bereich der Lohnfortzahlung geführt. Wenn ein Arbeitnehmer aufgrund einer behördlich angeordneten Quarantäne nicht arbeiten kann, hat er Anspruch auf Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz. Dies gilt auch, wenn keine Krankheitssymptome vorliegen. Die Entschädigung entspricht in der Regel dem Nettolohn und wird für die Dauer der Quarantäne, maximal jedoch für sechs Wochen, gezahlt. Die Kosten werden auf Antrag vom Arbeitgeber vorgestreckt und können bei der zuständigen Behörde erstattet werden. Es ist wichtig, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich über die aktuellen Regelungen und Anforderungen im Zusammenhang mit COVID-19 informieren, da sich diese schnell ändern können.

Dauer der Lohnfortzahlung

Bild eines Kalenders mit Markierungen zur Fristberechnung bei der Lohnfortzahlung im Arbeitskontext

Die Dauer der Lohnfortzahlung ist ein wesentlicher Aspekt des Arbeitsrechts, der sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer von großer Bedeutung ist. Sie definiert den Zeitraum, in dem ein Arbeitnehmer im Krankheitsfall finanziell abgesichert ist.

Wie lange ist die Lohnfortzahlung bei Krankheit?

Nach deutschem Arbeitsrecht haben Arbeitnehmer im Falle einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber für einen Zeitraum von bis zu sechs Wochen. Diese Regelung gilt ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit, vorausgesetzt, der Arbeitnehmer kann eine ärztliche Bescheinigung vorlegen. Die Fortzahlung erfolgt in Höhe des regulären Arbeitsentgelts und soll dem Arbeitnehmer ermöglichen, sich ohne finanzielle Sorgen von seiner Krankheit zu erholen.

Was passiert mit der Lohnfortzahlung nach 6 Wochen?

Nach Ablauf der sechswöchigen Frist endet die Verpflichtung des Arbeitgebers zur Lohnfortzahlung. Ab diesem Zeitpunkt kann der Arbeitnehmer Anspruch auf Krankengeld von seiner Krankenkasse haben. Das Krankengeld beträgt in der Regel etwa 70% des Bruttoarbeitsentgelts, jedoch höchstens 90% des Nettoarbeitsentgelts. Um Krankengeld zu erhalten, muss der Arbeitnehmer eine fortlaufende Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen. Es ist wichtig, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich über die Modalitäten des Krankengeldes und die erforderlichen Schritte nach Ablauf der sechswöchigen Lohnfortzahlung informieren.

Lohnfortzahlung bei Krankheit - Berechnung

Darstellung des Verhältnisses von Lohnfortzahlung und Arbeitszeitmodellen

Die Berechnung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist ein wichtiger Aspekt, der sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer von Bedeutung ist. Sie bestimmt, wie das Gehalt während der Krankheitszeiten berechnet und fortgezahlt wird.

Berechnungsgrundlagen

Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall basiert auf dem durchschnittlichen Arbeitsentgelt, das der Arbeitnehmer in den letzten drei Monaten vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit erhalten hat. Diese Berechnung schließt alle regelmäßigen Gehaltsbestandteile, wie Grundgehalt, Zuschläge und etwaige Bonuszahlungen, ein. Die Höhe der Lohnfortzahlung entspricht in der Regel dem Nettogehalt, das der Arbeitnehmer erhalten hätte, wenn er nicht krank gewesen wäre.

Besonderheiten in der Berechnung

Bei der Berechnung der Lohnfortzahlung sind verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Dazu gehören unter anderem die regelmäßige Arbeitszeit, die Art des Gehalts (z.B. Stundenlohn oder Festgehalt) und besondere Umstände wie Überstunden oder Feiertage. Im Falle von Teilzeitarbeit oder variabler Arbeitszeit wird der Durchschnitt der tatsächlich geleisteten Arbeit zugrunde gelegt.

Beispielrechnung

Zur Veranschaulichung: Ein Arbeitnehmer mit einem monatlichen Bruttogehalt von 3.000 Euro, der aufgrund einer Erkrankung sechs Wochen arbeitsunfähig ist, erhält während dieser Zeit eine Lohnfortzahlung basierend auf seinem durchschnittlichen Nettoeinkommen. Dies beinhaltet alle regelmäßigen Gehaltsbestandteile und berücksichtigt Abzüge wie Steuern und Sozialversicherungsbeiträge.

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Ausnahmen und Sonderfälle

Im Kontext der Lohnfortzahlung gibt es bestimmte Situationen, in denen Ausnahmen von der Regel gelten oder besondere Umstände berücksichtigt werden müssen. Diese Ausnahmen sind sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer wichtig zu verstehen.

Wann muss der Arbeitgeber keine Lohnfortzahlung leisten?

Es gibt spezifische Fälle, in denen der Arbeitgeber von der Pflicht zur Lohnfortzahlung befreit ist. Dazu zählen beispielsweise Situationen, in denen die Arbeitsunfähigkeit selbstverschuldet ist, wie bei einem Unfall während einer privaten risikoreichen Aktivität. Ebenso entfällt die Lohnfortzahlung, wenn der Arbeitnehmer während einer bereits bestehenden Kündigungsfrist erkrankt. Weitere Ausnahmen können gelten, wenn der Arbeitnehmer die Arbeitsunfähigkeit nicht rechtzeitig meldet oder die erforderliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht vorlegt.

Beispiel Lohnfortzahlung

Um die Anwendung dieser Regeln besser zu verstehen, betrachten wir ein Beispiel: Ein Arbeitnehmer verletzt sich bei einer privaten Skiunfall und ist dadurch zwei Wochen arbeitsunfähig. Da der Unfall während einer Freizeitaktivität passierte und als selbstverschuldet gilt, könnte in diesem Fall der Anspruch auf Lohnfortzahlung entfallen. Der Arbeitgeber wäre in diesem spezifischen Fall nicht verpflichtet, das Gehalt weiterzuzahlen.

Rechtliche Grundlagen und Aktuelles

Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist durch verschiedene Gesetze und Vorschriften geregelt. Die wichtigste rechtliche Grundlage ist das Entgeltfortzahlungsgesetz, das die Ansprüche und Pflichten von Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Deutschland festlegt. Zudem spielen Urteile der Arbeitsgerichte eine wichtige Rolle, da sie präzisieren, wie das Gesetz in spezifischen Fällen anzuwenden ist. Aktuelle Entwicklungen, wie beispielsweise Änderungen im Gesetz oder neue Urteile, können signifikante Auswirkungen auf die Praxis der Lohnfortzahlung haben. Es ist daher essentiell für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sich regelmäßig über Neuerungen und aktuelle Trends zu informieren.

Foto eines Büroangestellten, der eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für Lohnfortzahlung einreicht

Fazit zu Lohnfortzahlung

Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist ein wesentlicher Bestandteil des deutschen Arbeitsrechts und spielt eine zentrale Rolle im Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Sie stellt sicher, dass Arbeitnehmer bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit finanziell abgesichert sind und trägt zur sozialen Sicherheit bei. Wichtig ist, dass sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer ihre Rechte und Pflichten in Bezug auf die Lohnfortzahlung kennen und verstehen.

Die Regelungen zur Lohnfortzahlung sind klar definiert, doch es gibt spezielle Situationen und Ausnahmen, die individuell betrachtet werden müssen. Aktuelle Entwicklungen, insbesondere im Kontext der COVID-19-Pandemie, zeigen, wie dynamisch das Thema ist und dass kontinuierliche Anpassungen und Informationsaktualisierungen notwendig sind.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein fundiertes Verständnis der Lohnfortzahlung für ein harmonisches und gesetzeskonformes Arbeitsverhältnis unerlässlich ist. Es empfiehlt sich, sich regelmäßig über Änderungen in der Gesetzgebung und Rechtsprechung zu informieren, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben und bestmöglich auf verschiedene Situationen vorbereitet zu sein.

Bildschirmfoto eines digitalen Rechners zur Berechnung der Lohnfortzahlung bei Arbeitnehmern.

Häufig gestellte Fragen

  • Während der Probezeit haben Arbeitnehmer denselben Anspruch auf Lohnfortzahlung wie nach der Probezeit, vorausgesetzt, das Arbeitsverhältnis besteht seit mindestens vier Wochen.

  • Ja, die Regelungen zur Lohnfortzahlung gelten unabhängig von der Arbeitszeit, also sowohl für Vollzeit- als auch für Teilzeitkräfte.

  • Bei wechselndem Einkommen wird das Durchschnittseinkommen der letzten drei Monate vor der Arbeitsunfähigkeit als Berechnungsgrundlage herangezogen.

  • Nein, im Krankheitsfall ist der Arbeitnehmer nicht verpflichtet, Urlaubstage zu verwenden. Die Zeit der Arbeitsunfähigkeit wird nicht auf den Jahresurlaub angerechnet.

Mitarbeiter Umsatz Management
Diana Tran

Verfasst von:

Diana Tran

Diana ist nicht nur eine leidenschaftliche Expertin im Bereich Personalwesen, sondern auch eine talentierte Content Writerin. Ihr tiefes Verständnis für die Bedürfnisse von Unternehmen und Mitarbeitern befähigt sie dazu, Inhalte zu erstellen, die nicht nur informativ, sondern auch inspirierend sind. Mit ihrer einzigartigen Fähigkeit, hochwertige HR-Inhalte zu produzieren, ist Diana ein wahrer Schatz für alle, die ihr Wissen über das Personalwesen erweitern möchten.

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