Teilzeit in Elternzeit
In der Elternzeit darfst du bis zu 32 Wochenstunden arbeiten. Einen Anspruch auf Teilzeit gibt es in Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten nach sechs Monaten; ablehnen darf der Arbeitgeber nur aus dringenden Gründen.
Aktualisiert am:
Während der Elternzeit darfst du bis zu 32 Stunden pro Woche im Monatsdurchschnitt arbeiten (§ 15 Abs. 4 BEEG). Einen gesetzlichen Anspruch auf Teilzeit in Elternzeit hast du, wenn dein Arbeitgeber mehr als 15 Beschäftigte hat, du seit mehr als sechs Monaten dort arbeitest und die Teilzeit mindestens zwei Monate mit 15 bis 32 Wochenstunden dauern soll. Ablehnen darf der Arbeitgeber nur aus dringenden betrieblichen Gründen, und zwar innerhalb von vier Wochen; sonst gilt die Teilzeit als genehmigt.
Wie viele Stunden darf man in der Elternzeit arbeiten?
Die Grenze liegt bei 32 Wochenstunden im Monatsdurchschnitt. Für Kinder, die vor dem 1. September 2021 geboren wurden, galten 30 Stunden. Weil der Monatsdurchschnitt zählt, darf eine Woche auch einmal mehr Stunden haben, wenn eine andere dafür weniger hat; das ist im Schichtbetrieb mit wechselnden Dienstplänen wichtig.
Eine Untergrenze gibt es nur für den gesetzlichen Anspruch: Wer Teilzeit gegen den Willen des Arbeitgebers durchsetzen will, muss 15 bis 32 Stunden beantragen. Einigen sich beide, sind auch weniger Stunden möglich, etwa 10 Stunden oder ein Minijob beim eigenen Arbeitgeber. Teilzeit bei einem anderen Arbeitgeber oder eine Selbständigkeit braucht die Zustimmung des eigenen Arbeitgebers; verweigern darf er sie nur innerhalb von vier Wochen aus dringenden betrieblichen Gründen.
Voraussetzungen für den Anspruch auf Teilzeit in Elternzeit
Die Elternzeit selbst steht allen Beschäftigten ab dem ersten Arbeitstag zu. Für den Anspruch auf Teilzeit in der Elternzeit müssen dagegen alle fünf Voraussetzungen aus § 15 Abs. 7 BEEG erfüllt sein:
Voraussetzung | Was genau gilt |
|---|---|
Betriebsgröße | In der Regel mehr als 15 Beschäftigte; Auszubildende zählen nicht mit |
Betriebszugehörigkeit | Arbeitsverhältnis besteht ohne Unterbrechung länger als sechs Monate |
Umfang und Dauer | Mindestens zwei Monate, 15 bis 32 Wochenstunden im Monatsdurchschnitt |
Keine dringenden betrieblichen Gründe | Der Arbeitgeber muss konkrete, gewichtige Gründe nennen können |
Antrag in Textform, für Kinder vor Mai 2025 schriftlich | Sieben Wochen vor Beginn bis zum 3. Geburtstag, 13 Wochen vor Beginn zwischen 3. und 8. Geburtstag |
Teilzeit in Elternzeit im Kleinbetrieb
Viele Restaurants, Cafés und Läden haben 15 Beschäftigte oder weniger. Dort gibt es keinen Rechtsanspruch auf Teilzeit in der Elternzeit, nur die Möglichkeit, sich zu einigen. Für Arbeitgeber in der Gastronomie und im Handel lohnt sich das oft trotzdem: Eine erfahrene Kraft für einige Schichten pro Woche ist leichter einzuplanen als eine Vertretung, die erst eingearbeitet werden muss.
Antrag auf Teilzeit in Elternzeit: Fristen und Inhalt
Für Kinder, die ab dem 1. Mai 2025 geboren sind, reicht für den Antrag die Textform, also eine E-Mail; für ältere Kinder muss er noch schriftlich mit Unterschrift kommen (§ 28 Abs. 1b BEEG). Er muss den Beginn und den Umfang der Teilzeit nennen und soll die gewünschte Verteilung der Stunden angeben, zum Beispiel „20 Stunden pro Woche, verteilt auf Montag bis Mittwoch“ oder „nur Frühschichten“. Teilzeit kann zusammen mit der Elternzeit beantragt werden oder später, während die Elternzeit schon läuft.
Bis zum 3. Geburtstag des Kindes: Antrag spätestens sieben Wochen vor Beginn der Teilzeit.
Zwischen dem 3. und 8. Geburtstag: spätestens 13 Wochen vorher.
Zuerst sollen sich beide Seiten innerhalb von vier Wochen einigen (§ 15 Abs. 5 BEEG). Klappt das nicht, gilt der gesetzliche Anspruch.
Den Anspruch auf Verringerung kannst du während der gesamten Elternzeit zweimal durchsetzen (§ 15 Abs. 6 BEEG). Einvernehmliche Änderungen zählen nicht mit.
Die Elternzeit selbst meldest du mit denselben Fristen von sieben oder 13 Wochen an (§ 16 BEEG); wer die Elternzeit später verlängern will, braucht dafür in der Regel die Zustimmung des Arbeitgebers.
Ablehnung durch den Arbeitgeber
Der Arbeitgeber darf Teilzeit in Elternzeit nur aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen. Das ist mehr als die „betrieblichen Gründe“, die bei normaler Teilzeit nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz reichen. Ein Grund kann sein, dass es für die gewünschten Stunden keine Arbeit gibt, etwa weil die Stelle für die Elternzeit schon mit einer Vollzeitvertretung besetzt ist und keine andere Beschäftigung möglich ist. Eine bloße Mehrarbeit bei der Dienstplanung reicht nicht.
Kind | Ablehnung spätestens | Form |
|---|---|---|
bis zum 3. Geburtstag | vier Wochen nach Zugang des Antrags | mit Begründung, Textform (Kinder vor Mai 2025: schriftlich) |
3. bis 8. Geburtstag | acht Wochen nach Zugang des Antrags | mit Begründung, Textform (Kinder vor Mai 2025: schriftlich) |
Lehnt der Arbeitgeber nicht rechtzeitig und in der vorgeschriebenen Form ab, gilt die Zustimmung als erteilt: Die Arbeitszeit ist dann so festgelegt, wie sie beantragt wurde, auch die gewünschte Verteilung. Lehnt er rechtzeitig ab, können Beschäftigte vor dem Arbeitsgericht klagen. Als Arbeitgeber hältst du deshalb jeden Antrag mit Eingangsdatum fest und trägst die Frist im Kalender ein.
Teilzeit in Elternzeit im Dienstplan
Im Schichtbetrieb ist die Verteilung der Stunden oft wichtiger als ihre Zahl. Wer nur vormittags kann, weil die Kita um 15 Uhr schließt, passt nicht in die Spätschicht. Haltet deshalb im Antrag oder in der Vereinbarung fest, an welchen Tagen und zu welchen Zeiten gearbeitet wird und wie mit Wochen umgegangen wird, in denen mehr oder weniger Schichten anfallen. Die 32 Stunden gelten im Monatsdurchschnitt; wer regelmäßig darüber liegt, gefährdet Elternzeit und Elterngeld.
Beispiel: Servicekraft mit 20 Stunden
Eine Servicekraft arbeitet vor der Geburt 40 Stunden pro Woche. In der Elternzeit vereinbart sie mit dem Restaurant 20 Stunden, verteilt auf drei Frühschichten von Montag bis Mittwoch. Im Dezember, wenn mehr los ist, arbeitet sie zwei Wochen lang 28 Stunden und im Januar dafür zwei Wochen 12. Im Monatsdurchschnitt bleibt sie deutlich unter 32 Stunden, Elternzeit und Elterngeld sind nicht gefährdet. Nach der Elternzeit hat sie automatisch wieder ihren Vertrag über 40 Stunden.
In Shiftbase hinterlegst du die Vertragsstunden pro Mitarbeitenden und siehst schon beim Planen, wenn jemand mehr Stunden eingeplant hat als vereinbart.
Elterngeld bei Teilzeit in der Elternzeit
Bezahlt werden die Stunden, die gearbeitet werden, mit demselben Stundenlohn wie vorher. Daneben kann Elterngeld bezogen werden, solange die 32 Wochenstunden nicht überschritten werden. Das Elterngeld ersetzt dann einen Teil des Einkommens, das durch die Teilzeit wegfällt; es wird also gekürzt, aber nicht gestrichen. Mit ElterngeldPlus bekommt man halb so viel pro Monat, dafür doppelt so lange, was sich bei Teilzeit oft lohnt.
Arbeiten beide Eltern gleichzeitig zwei bis vier Monate lang 24 bis 32 Wochenstunden, gibt es den Partnerschaftsbonus: für jeden Elternteil bis zu vier zusätzliche Monate ElterngeldPlus. Die genaue Höhe berechnet die Elterngeldstelle. Der Arbeitgeber zahlt nur die geleisteten Stunden, und bei Krankheit gilt die Lohnfortzahlung in der Elternzeit auch nur für diese Teilzeitstunden.
Urlaub und Kündigungsschutz bei Teilzeit in Elternzeit
Urlaub: Bei Teilzeit in der Elternzeit beim selben Arbeitgeber darf der Urlaub nicht gekürzt werden (§ 17 Abs. 1 Satz 2 BEEG). Die Urlaubstage richten sich nach den neuen Arbeitstagen pro Woche. Rechenbeispiele unter Urlaubsanspruch in der Elternzeit.
Kündigungsschutz: Ab der Anmeldung der Elternzeit, frühestens acht Wochen vor Beginn (bis zum 3. Geburtstag) bzw. 14 Wochen (danach), und während der ganzen Elternzeit ist eine Kündigung nur mit Zustimmung der zuständigen Landesbehörde möglich (§ 18 BEEG). Das gilt auch, wenn in der Elternzeit Teilzeit gearbeitet wird.
Weiteres Kind: Wird in der Elternzeit ein weiteres Kind erwartet, gilt der Mutterschutz mit Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschuss auch für Teilzeitkräfte.
Lohnt sich Teilzeit in Elternzeit?
Für Beschäftigte spricht vor allem, was ein normaler Teilzeitvertrag nicht bietet: Nach der Elternzeit gilt automatisch wieder die alte Stundenzahl, der Kündigungsschutz bleibt, der Urlaub wird nicht gekürzt, und der Kontakt zum Team reißt nicht ab. Finanziell bringt die Teilzeit weniger, als der Stundenlohn vermuten lässt, weil jeder verdiente Euro das Elterngeld senkt; mit ElterngeldPlus fällt die Rechnung meist besser aus.
Für den Betrieb heißt Teilzeit in der Elternzeit, dass eine eingearbeitete Kraft einen Teil der Schichten weiter übernimmt und nur der Rest vertreten werden muss. Schwierig wird es, wenn die gewünschten Zeiten nicht zum Bedarf passen, etwa nur vormittags in einem Restaurant, das vor allem abends Personal braucht. Darüber spricht man am besten, bevor der Antrag schriftlich kommt.
Nach der Elternzeit: zurück in die alte Arbeitszeit oder in Teilzeit bleiben
Nach der Elternzeit gilt automatisch wieder die Arbeitszeit von vorher, aus einer Vollzeitstelle wird also wieder eine Vollzeitbeschäftigung (§ 15 Abs. 5 Satz 4 BEEG). Das ist der wichtigste Unterschied zu einem normalen Teilzeitvertrag. Wer danach weiter weniger arbeiten möchte, braucht einen neuen Antrag nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz:
Dauerhafte Teilzeit (§ 8 TzBfG): bei mehr als 15 Beschäftigten, Antrag drei Monate vorher. Mehr unter Recht auf Teilzeit.
Brückenteilzeit (§ 9a TzBfG): Teilzeit für ein bis fünf Jahre mit automatischer Rückkehr zur alten Stundenzahl, bei mehr als 45 Beschäftigten, Antrag ebenfalls drei Monate vorher.
Häufig gestellte Fragen
In der Elternzeit darfst du bis zu 32 Stunden pro Woche im Monatsdurchschnitt arbeiten (§ 15 Abs. 4 BEEG). Für Kinder, die vor dem 1. September 2021 geboren wurden, waren es 30 Stunden. Weniger als 15 Stunden sind möglich, wenn der Arbeitgeber zustimmt.
Teilzeit in Elternzeit beantragst du beim Arbeitgeber, für Kinder ab dem 1. Mai 2025 auch per E-Mail, für ältere schriftlich mit Unterschrift, mit Beginn, Umfang und gewünschter Verteilung der Stunden. Bis zum 3. Geburtstag des Kindes muss der Antrag sieben Wochen vor Beginn eingehen, danach 13 Wochen vorher.
Der Arbeitgeber darf Teilzeit in Elternzeit nur aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen, mit Begründung in der vorgeschriebenen Form und innerhalb von vier Wochen (bis zum 3. Geburtstag) oder acht Wochen (danach). In Betrieben mit 15 oder weniger Beschäftigten gibt es keinen Rechtsanspruch, dort kann er ohne solche Gründe ablehnen.
Reagiert der Arbeitgeber nicht rechtzeitig und in der vorgeschriebenen Form auf den Antrag auf Teilzeit in Elternzeit, gilt die Zustimmung als erteilt. Die Arbeitszeit und ihre Verteilung sind dann so festgelegt, wie sie beantragt wurden (§ 15 Abs. 7 BEEG).
Den gesetzlichen Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit kannst du während der gesamten Elternzeit zweimal durchsetzen (§ 15 Abs. 6 BEEG). Einigst du dich mit dem Arbeitgeber, sind weitere Änderungen möglich.
Bei Teilzeit in der Elternzeit wird das Elterngeld gekürzt, aber nicht gestrichen: Es ersetzt einen Teil des Einkommens, das durch die Teilzeit wegfällt. Voraussetzung ist, dass du höchstens 32 Wochenstunden im Monatsdurchschnitt arbeitest. Mit ElterngeldPlus verteilt sich der Betrag auf doppelt so viele Monate.
Nach der Elternzeit gilt automatisch wieder die alte Arbeitszeit. Wer in Teilzeit bleiben möchte, stellt drei Monate vorher einen Antrag nach § 8 TzBfG oder, in Betrieben mit mehr als 45 Beschäftigten, auf Brückenteilzeit für ein bis fünf Jahre.
Im Kleinbetrieb mit 15 oder weniger Beschäftigten gibt es keinen Rechtsanspruch auf Teilzeit in Elternzeit. Arbeitgeber und Beschäftigte können sie aber vereinbaren; die Grenze von 32 Wochenstunden gilt auch dann.
Alle Begriffe ansehen
- 48-Stunden-WocheDie 48-Stunden-Woche ist die Obergrenze für die durchschnittliche Wochenarbeitszeit nach § 3 ArbZG. In einzelnen Wochen sind bis zu 60 Stunden möglich, wenn der Schnitt im Ausgleichszeitraum stimmt.
- Arbeitsstunden pro MonatIm Schnitt hat ein Monat 4,33 Wochen: Bei 40 Stunden pro Woche sind das 173,33 Arbeitsstunden im Monat, bei 35 Stunden 151,67. Für einen bestimmten Monat zählen die Arbeitstage.
- Direktionsrecht (§ 106 GewO)Das Direktionsrecht nach § 106 GewO erlaubt dem Arbeitgeber, Zeit, Ort und Inhalt der Arbeit festzulegen, soweit Vertrag, Tarif, Betriebsvereinbarung und Gesetz Raum lassen und die Weisung billigem Ermessen entspricht.
- ElternzeitElternzeit ist eine unbezahlte Freistellung bis zum dritten Geburtstag, die Mütter und Väter sieben Wochen vorher beim Arbeitgeber anmelden. Mit Rechner für Beginn, Ende und Antragsfrist.
- ErsatzruhetagDer Ersatzruhetag ist der freie Werktag nach Sonntags- oder Feiertagsarbeit (§ 11 Abs. 3 ArbZG): innerhalb von zwei Wochen nach einem Sonntag, acht Wochen nach einem Feiertag, ein ganzer Kalendertag.
- ProbearbeitenProbearbeiten ist ein kurzes, unverbindliches Kennenlernen im Betrieb vor dem Arbeitsvertrag: unbezahlt, solange die Person nur mitläuft, und ein Arbeitsverhältnis mit Mindestlohn, sobald sie richtig mitarbeitet.
- RuhezeitZwischen zwei Arbeitstagen müssen mindestens 11 Stunden Ruhezeit liegen. Wann sie kürzer sein darf, was sie unterbricht und Beispiele aus dem Schichtplan.
- Trinkgeld versteuernTrinkgeld ist für Angestellte steuerfrei, wenn Gäste es freiwillig geben, auch per Karte und aus der Trinkgeldkasse. Steuerpflichtig sind feste Bedienungszuschläge und Trinkgeld an den Inhaber.
- Urlaubsanspruch in der ElternzeitIn der Elternzeit entsteht Urlaub weiter. Der Arbeitgeber darf ihn pro vollem Kalendermonat um ein Zwölftel kürzen, wenn er das erklärt, aber nicht bei Teilzeit beim selben Arbeitgeber. Resturlaub verfällt nicht.
- VerdienstbescheinigungDie Verdienstbescheinigung ist der Vordruck, auf dem du einem Amt den Verdienst bestätigst. Welcher Zeitraum zählt und wohin Zuschläge gehören.
- Weiterbeschäftigung nach RenteneintrittWeiterbeschäftigung nach Renteneintritt: wie der Vertrag weiterläuft, was für Renten- und Arbeitslosenversicherung gilt und wann die Aktivrente greift.
- WerkstudentWerkstudenten sind Studierende, die in der Vorlesungszeit höchstens 20 Stunden pro Woche arbeiten und dafür nur in die Rentenversicherung einzahlen.
Keine Begriffe gefunden.
Hilfecenter
Antworten, Anleitungen und Lösungen bei Problemen an einem Ort. Alles, was du brauchst, um mehr aus Shiftbase zu holen.
Kontakt
Hast du eine Frage oder kommst du nicht weiter? Unser Support-Team hilft dir per Chat, E-Mail oder Telefon, und zwar schnell.
Demo
Sieh dir Shiftbase in einer persönlichen Demo an, unverbindlich und zugeschnitten darauf, wie dein Team Dienstpläne macht, Zeiten erfasst und Abwesenheiten regelt.