Die Arbeitszeitregelung definiert den verbindlichen rechtlichen Rahmen für Beginn, Ende, Dauer und Verteilung der täglichen und wöchentlichen Arbeitszeit. Sie dient primär dem Schutz der Gesundheit der Beschäftigten und ist ein zentrales Instrument der Compliance im Personalmanagement.
Eine rechtssichere Arbeitszeitregelung reduziert Haftungsrisiken, verhindert Bußgelder und schafft gleichzeitig Planungssicherheit für HR-Abteilungen und Führungskräfte.
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- Gesetzliche Basis: Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) ist für nahezu alle Arbeitnehmer in Deutschland verbindlich und verfolgt den Zweck des Gesundheitsschutzes.
- Maximale Tagesarbeitszeit: Grundsätzlich 8 Stunden pro Werktag, verlängerbar auf bis zu 10 Stunden bei zeitlichem Ausgleich (§ 3 ArbZG).
- Verpflichtende Ruhezeiten: Mindestens 11 Stunden ununterbrochene Ruhezeit zwischen zwei Arbeitseinsätzen (§ 5 ArbZG).
- Gesetzliche Pausen: 30 Minuten Pause bei mehr als 6 Stunden Arbeit, 45 Minuten bei mehr als 9 Stunden (§ 4 ArbZG).
- Arbeitszeiterfassung: Arbeitgeber müssen Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit erfassen (BAG, 1 ABR 22/21).
- Digitale Unterstützung: Softwarelösungen wie Shiftbase helfen, Verstöße bereits bei der Dienstplanung automatisch zu vermeiden.
Was versteht man unter der Arbeitszeitregelung?
Die Arbeitszeitregelung umfasst alle gesetzlichen, tariflichen und betrieblichen Vorschriften, die festlegen, wann und wie lange Arbeitnehmer ihre Arbeitsleistung erbringen dürfen. Sie betrifft unter anderem:
- die tägliche und wöchentliche Höchstarbeitszeit,
- die Lage der Arbeitszeit (z.B. Schichtarbeit, Nachtarbeit),
- Ruhepausen und Ruhezeiten,
- Sonn- und Feiertagsarbeit sowie
- Dokumentations- und Nachweispflichten.
In Deutschland bildet das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) den gesetzlichen Mindeststandard. Abweichungen sind nur zulässig, wenn sie ausdrücklich durch Tarifvertrag oder darauf basierende Betriebsvereinbarungen erlaubt sind und der Gesundheitsschutz gewahrt bleibt.
Zentrale Kennzahlen des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG)
Das ArbZG legt verbindliche Belastungsgrenzen fest, um gesundheitliche Überlastung zu verhindern. Für Arbeitgeber, HR-Verantwortliche und Geschäftsführer sind insbesondere folgende Kennzahlen relevant:
- Tägliche Höchstarbeitszeit: Maximal 8 Stunden pro Werktag. Eine Verlängerung auf bis zu 10 Stunden ist zulässig, wenn innerhalb von 6 Kalendermonaten oder 24 Wochen durchschnittlich 8 Stunden nicht überschritten werden (§ 3 ArbZG).
- Wöchentliche Höchstarbeitszeit: Da der Samstag als Werktag gilt, ergibt sich eine maximale Wochenarbeitszeit von 48 Stunden (6 × 8 Stunden).
- Ruhepausen: Mindestens 30 Minuten bei mehr als 6 Stunden Arbeitszeit, mindestens 45 Minuten bei mehr als 9 Stunden (§ 4 ArbZG).
- Ruhezeit: Zwischen dem Ende der täglichen Arbeitszeit und dem Beginn der nächsten müssen mindestens 11 zusammenhängende Stunden Freizeit liegen (§ 5 ArbZG).
- Sonn- und Feiertagsruhe: Beschäftigung an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen ist grundsätzlich verboten, mit klar definierten Ausnahmen (§§ 9–13 ArbZG).
Arbeitszeiterfassung: Pflicht und Haftungsfaktor
Mit dem BAG-Urteil zur Arbeitszeiterfassung wurde klargestellt, dass Arbeitgeber verpflichtet sind, ein System einzuführen, mit dem die gesamte Arbeitszeit erfasst werden kann. Ziel ist es, die Einhaltung der Vorgaben des ArbZG überprüfbar zu machen.
Verstöße gegen Arbeitszeitvorschriften können als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeldern von bis zu 30.000 Euro geahndet werden (§ 22 ArbZG). Bei vorsätzlichen oder wiederholten Verstößen kann sogar eine strafrechtliche Verantwortung entstehen.
Vergleich: Gesetzliche Anforderungen vs. digitale Praxis
| Merkmal | Gesetzliche Vorgabe | Digitale Umsetzung mit Shiftbase |
|---|---|---|
| Wochenarbeitszeit | Max. 48 Stunden | Automatische Summierung und Begrenzung |
| Arbeitszeiterfassung | Objektiv und vollständig | App, Desktop oder Terminal |
| Pausenregelung | Pflicht nach 6 bzw. 9 Stunden | Automatischer Abzug mit Warnhinweisen |
| Ruhezeit | Mindestens 11 Stunden | Visuelle Konfliktwarnung im Dienstplan |
Branchenspezifische Herausforderungen
Die praktische Umsetzung der Arbeitszeitregelung unterscheidet sich stark nach Branche. Während klassische Büroarbeitsplätze häufig feste Arbeitszeiten haben, sind Branchen wie Gastronomie, Pflege, Produktion oder Rettungsdienste von Schichtarbeit, Nachtarbeit und Wochenenddiensten geprägt.
Studien der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zeigen, dass unregelmäßige Arbeitszeiten mit erhöhten Risiken für Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychische Belastungen einhergehen.
Eine moderne Arbeitszeitregelung berücksichtigt daher neben der reinen Gesetzeskonformität auch arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zur ergonomischen Schichtplanung.
Fazit: Arbeitszeitregelung als strategischer Vorteil
Eine transparente, gesetzeskonforme und digital unterstützte Arbeitszeitregelung ist kein administrativer Selbstzweck. Sie schützt Unternehmen vor rechtlichen Risiken, verbessert die Planbarkeit und steigert die Arbeitgeberattraktivität. Im Jahr 2026 ist sie ein klarer Wettbewerbsfaktor im modernen Personalmanagement.
Häufig gestellte Fragen
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Nein. Erfasst werden muss die gesamte Arbeitszeit. Kurze arbeitsbedingte Unterbrechungen zählen in der Regel zur Arbeitszeit. Gesetzlich vorgeschriebene Ruhepausen müssen hingegen dokumentiert und abgezogen werden.
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Ohne zulässigen Ausgleich liegt ein Verstoß gegen § 3 ArbZG vor. Dies kann mit Bußgeldern von bis zu 30.000 Euro geahndet werden.
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Ja. Wird während der Rufbereitschaft gearbeitet, gilt die Ruhezeit als unterbrochen und muss grundsätzlich neu beginnen, sofern keine tarifliche Ausnahme greift.
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Ja, aber nur innerhalb der gesetzlich vorgesehenen Spielräume und meist auf Basis eines Tarifvertrags. Der Gesundheitsschutz darf nicht beeinträchtigt werden.
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Gesetzliche Arbeitszeitgrenzen sind systemseitig hinterlegt. Verstöße gegen Ruhezeiten, Pausen oder Höchstarbeitszeiten werden bereits bei der Planung sichtbar gemacht.

