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Minijobber Urlaubsanspruch 2026: Berechnung, Abgeltung & Beispiele

  • Verfasst von: Diana Tran
  • Letzte Aktualisierung: 15 Dezember 2025
Shiftbase Dashboard zur Berechnung des Minijobber Urlaubsanspruchs mit digitaler Zeiterfassung und Schichtplanung.

Gerade in Branchen wie Einzelhandel, Gastronomie, Pflege, Hotellerie oder Logistik entstehen häufig Unsicherheiten - etwa bei wechselnden Arbeitstagen, saisonalen Beschäftigungsmodellen oder flexiblen Schichtsystemen. Arbeitgeber müssen nicht nur den Urlaubsanspruch korrekt bestimmen, sondern ihn auch gesetzeskonform dokumentieren und auszahlen.

Gesetzlicher Urlaubsanspruch im Minijob (Überblick & rechtliche Einordnung)

Minijobber haben volle gesetzliche Urlaubsansprüche - unabhängig davon, ob sie geringfügig beschäftigt sind, wenige Stunden arbeiten oder unregelmäßige Schichten haben. Maßgeblich ist § 3 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG).

Das gilt für alle Branchen:

  • 20 Urlaubstage pro Jahr bei einer 5-Tage-Woche (gesetzlicher Mindesturlaub)
  • 24 Werktage bei einer 6-Tage-Woche (Werktagsprinzip des BUrlG)
  • Minijobber erhalten anteilig denselben Anspruch wie Teilzeitkräfte
  • Tarifverträge können deutlich höhere Werte festlegen
Wichtig: Das BUrlG unterscheidet nicht nach Beschäftigungsart, sondern nach Arbeitstagen pro Woche. Wer weniger oder mehr Tage arbeitet, erhält den Urlaub proportional.

Beispiele für tarifliche Unterschiede

Je nach Branche oder Tarifgebiet existieren erhöhte Urlaubsansprüche oder Zusatzregelungen:

  • Gastronomie/NGG: oft zusätzliche Urlaubstage abhängig von Betriebszugehörigkeit
  • Einzelhandel: in vielen Regionen +1–3 Tage jährlich über dem gesetzlichen Mindestanspruch
  • Pflege (TVöD/AVR): häufig 29–30 Urlaubstage pro Jahr, je nach Entgeltgruppe
  • Hotellerie: saisonabhängige Freistellungsmodelle oder zusätzliche Ausgleichstage

Hinweis: Tarifliche Regelungen haben Vorrang vor gesetzlichen Mindestwerten, sofern sie für Mitarbeitende günstiger sind.

Regelungen bei unterschiedlichen und festen Arbeitstagen pro Woche

Der Urlaubsanspruch hängt ausschließlich von der Anzahl der durchschnittlichen Wochenarbeitstage ab - nicht von Stunden, Schichten oder Monatsverdienst. Dies ist ein häufiger Fehler in der Praxis.

Es gibt zwei grundlegende Modelle:

  • Feste, klar definierte Arbeitstage pro Woche
  • Wechselnde oder flexible Arbeitstage pro Woche

Beide Varianten führen zu unterschiedlichen Berechnungswegen.

A) Regelungen bei festen Arbeitstagen pro Woche

Sind die Arbeitstage im Arbeitsvertrag oder durch betriebliche Praxis klar definiert, erfolgt die Berechnung direkt proportional zur 5- bzw. 6-Tage-Woche.

Tabelle: Urlaubsanspruch bei festen Arbeitstagen

Arbeitstage pro Woche (fest) Urlaubstage pro Jahr
1 Tag pro Woche 4 Tage
2 Tage pro Woche 8 Tage
3 Tage pro Woche 12 Tage
4 Tage pro Woche 16 Tage
5 Tage pro Woche 20 Tage
6 Tage pro Woche 24 Werktage

Vertiefte Branchenbeispiele

  • Einzelhandel: Aushilfe arbeitet jeden Samstag (1 Tag) → 4 Urlaubstage
  • Gastronomie: Servicekraft arbeitet Mo/Fr/Sa (3 Tage) → 12 Urlaubstage
  • Hotellerie: Frühstücksservice Mo–Do (4 Tage) → 16 Urlaubstage
  • Pflege: Pflegehelferin Mo–Fr Frühdienst (5 Tage) → 20 Urlaubstage

Erweiterter Hinweis: Laut Rechtsprechung des BAG gilt ein Arbeitstag bereits dann als „geleistet“, wenn der Mitarbeiter nur wenige Stunden arbeitet. Die Dauer spielt keine Rolle.

Tipp für HR & Manager: Feste Arbeitswochen verbessern Planbarkeit, erleichtern Vertretungen und reduzieren Berechnungsfehler erheblich.

B) Regelungen bei unterschiedlichen oder wechselnden Arbeitstagen pro Woche

Wechselnde Schichtmodelle sind typisch in Gastronomie, Hotellerie, Pflege, Einzelhandel, Logistik und Produktion. Hier bestimmt der Durchschnitt der letzten 13 Wochen den Urlaubsanspruch.

Schritt 1: Durchschnitt ermitteln

Gesamtzahl der tatsächlich gearbeiteten Arbeitstage der letzten 13 Wochen ÷ 13 = durchschnittliche Arbeitstage pro Woche

Schritt 2: Urlaubsformel anwenden

20 ÷ 5 × durchschnittliche Arbeitstage pro Woche

-> Hinweis: Bei tariflichen 30 Tagen wird die Formel entsprechend angepasst (30 ÷ 5 × ...).

Beispiel (Gastronomie – flexible Servicekraft)

Letzte 13 Wochen:

  • 8 Wochen → 2 Arbeitstage
  • 3 Wochen → 3 Arbeitstage
  • 2 Wochen → 1 Arbeitstag

= 29 Arbeitstage

--> Berechnung:
29 ÷ 13 = 2,23 durchschnittliche Arbeitstage
20 ÷ 5 × 2,23 = 8,9 → 9 Urlaubstage

Zusatzbeispiele für komplexere Fälle

  • Minijobber arbeitet saisonal im Sommer mehr Tage → Durchschnitt steigt → mehr Urlaub
  • Unfall / Krankheit ohne Entgeltfortzahlung → diese Wochen bleiben unberücksichtigt
  • Mehrere Minijobs → jeder Arbeitsvertrag hat eigenen Urlaubsanspruch
  • Wechsel von fester zu flexibler Woche → Durchschnitt beginnt neu

Warum Shiftbase hier besonders wertvoll ist

Gerade bei wechselnden Arbeitstagen entstehen ohne digitale Unterstützung schnell Fehler.

Shiftbase bietet:

  • automatische Zeiterfassung
  • exakte Berechnung der durchschnittlichen Wochenarbeitstage
  • lückenlose Dienstplanhistorie
  • rechtskonforme Dokumentation nach ArbZG & Nachweisgesetz
  • automatische Urlaubsberechnung inklusive Teilurlaubsansprüchen

Damit entfallen manuelle Berechnungen, und HR-Teams sowie Filialleitungen erhalten sichere und konsistente Ergebnisse.

Shiftbase mit Minijob Funktion

ℹ️ Tipp für alle, die mit Minijobbern arbeiten

Wenn du – wie viele Betriebe in der Gastronomie oder im Einzelhandel – regelmäßig Minijobber einsetzt, haben wir etwas für dich.Bald erscheint ein neues Feature, das die Betreuung und Organisation von Minijobbern in Shiftbase noch einfacher machen wird. Bleib gespannt – hier findest du bereits hilfreiche Infos. 

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Wie wird Urlaubsentgelt im Minijob berechnet?

Das Urlaubsentgelt entspricht dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst der letzten 13 Wochen vor Urlaubsbeginn (BUrlG §11). Dies sorgt dafür, dass Mitarbeitende im Urlaub denselben Verdienst erhalten wie im regulären Arbeitsmodus.

--> Das kann enthalten sein:

--> Nicht enthalten:

  • Trinkgeld (da nicht vom Arbeitgeber gezahlt)
  • Einmalzahlungen
  • leistungsabhängige, unregelmäßige Sonderboni

Erweitertes Berechnungsbeispiel (Pflege)

  • Letzte 13 Wochen: 1.950 € Gesamtverdienst
  • Arbeitstage: 45
  • Durchschnittsverdienst pro Tag: 1.950 ÷ 45 = 43,33 €
  • Urlaub: 5 Tage → 216,65 € Urlaubsentgelt

Hinweis: Zuschläge zählen nur, wenn sie „mit Wahrscheinlichkeit wiederkehrend“ sind (BAG-Rechtsprechung).

 
 

Urlaubsabgeltung 2026 (falls Urlaub nicht genommen werden kann)

Wenn ein Arbeitsverhältnis endet und der Urlaub nicht mehr genommen werden kann, entsteht Anspruch auf Urlaubsabgeltung (§ 7 Abs. 4 BUrlG).

Beispiel Gastronomie (Saisonende)

Resturlaub: 3 Tage
Tagesentgelt: 35 €
→ 105 € Abgeltung

💡Forecast 2026
Die durchschnittlichen Tagesverdienste im Minijob könnten bis 2026 um 3,2–4,1 % steigen.

Gründe:

  • erwartete Mindestlohnerhöhungen
  • branchenspezifische Tarifsteigerungen (NGG, TVöD, AVR)
  • steigende Nachfrage nach Flexarbeit und Servicepersonal

Anspruch auf Urlaubsgeld im Minijob

Urlaubsgeld ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Es entsteht nur, wenn:

  • Tarifvertrag
  • Betriebsvereinbarung
  • Arbeitsvertrag

dies vorsieht.

Branchenbeispiele

  • Gastronomie (NGG): häufig Saisonboni oder zusätzliches Urlaubsgeld
  • Einzelhandel: regionale Unterschiede; in einigen Tarifgebieten jährliche Sonderzahlungen
  • Pflege: meist tarifliche Regelungen
  • Hotellerie: leistungsabhängige oder saisonale Zusatzvergütungen

Häufige Fehler von Arbeitgebern (branchenbasiert)

Einzelhandel

  • ❌ Feiertage werden fälschlich als Urlaubstage verrechnet
  • ❌ Aushilfen ohne festen Arbeitsplan pauschal mit 2 Tagen angesetzt
  • ❌ Fehlende Aktualisierung von Wochenarbeitsmustern

Gastronomie & Hotellerie

  • ❌ Schichten statt tatsächlicher Arbeitstage gezählt
  • ❌ Betriebsruhe als verpflichtender Urlaub deklariert
  • ❌ Flexible Wechselwochen werden nicht korrekt dokumentiert

Pflege

  • ❌ Ruhezeiten nach ArbZG unzureichend berücksichtigt
  • ❌ Schichtrotationen fehlerhaft dokumentiert
  • ❌ Urlaubsberechnung bei Teilzeit im Schichtdienst falsch angewendet

Checkliste für Arbeitgeber & HR

✔ Allgemein

✔ für Gastronomie & Hotellerie

✔ für Pflege

✔ für Einzelhandel

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Fazit: Rechtssichere & effiziente Urlaubsplanung im Minijob

Der Urlaubsanspruch im Minijob basiert auf klaren gesetzlichen Vorgaben, doch die Anwendung in der Praxis erfordert genaue Dokumentation und saubere Berechnung - insbesondere bei wechselnden Arbeitstagen.

Mit digitalen Planungs- und Zeiterfassungssystemen wie Shiftbase wird der Prozess erheblich einfacher, transparenter und rechtssicher. Jetzt kostenlos Demo anfragen!


Häufig gestellte Fragen

  • Je nach Arbeitstagen 4–24 Tage. Grundlage ist das BUrlG.

  • Über den Durchschnitt der letzten 13 Wochen.

  • Ja, gesetzlich vorgeschrieben.

  • Nur, wenn es vertraglich oder tariflich vereinbart ist.

  • Durchschnittsverdienst der letzten 13 Wochen.

  • Er wird ausgezahlt (Urlaubsabgeltung).

  • Durch digitale Zeiterfassung und automatisierte Systeme wie Shiftbase.

Abwesenheits- und Urlaubsplaner

Verfasst von:

Diana Tran

Diana ist nicht nur eine leidenschaftliche Expertin im Bereich Personalwesen, sondern auch eine talentierte Content Writerin. Ihr tiefes Verständnis für die Bedürfnisse von Unternehmen und Mitarbeitern befähigt sie dazu, Inhalte zu erstellen, die nicht nur informativ, sondern auch inspirierend sind. Mit ihrer einzigartigen Fähigkeit, hochwertige HR-Inhalte zu produzieren, ist Diana ein wahrer Schatz für alle, die ihr Wissen über das Personalwesen erweitern möchten.

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