Urlaubsanspruch im Minijob 2026: Tabelle, Berechnung und Beispiele

Urlaubsanspruch im Minijob 2026: Tabelle, Berechnung und Beispiele
Geschrieben von: Beke SchoustraLesezeit: 8 minVeröffentlicht am: 19. Dezember 2022

Minijobber haben denselben gesetzlichen Urlaubsanspruch wie alle anderen Beschäftigten, umgerechnet auf ihre Arbeitstage: bei einem Tag pro Woche mindestens 4 Urlaubstage im Jahr, bei zwei Tagen 8, bei drei Tagen 12. Für den 603-Euro-Job 2026 gilt dasselbe wie früher für den 450- oder 520-Euro-Job, und auch Aushilfen haben diesen Anspruch. Fehler entstehen meistens, wenn Schichten statt Arbeitstage gezählt werden, wenn die Arbeitstage wechseln oder wenn Feiertage vom Urlaub abgezogen werden.

Gesetzlicher Urlaubsanspruch im Minijob

Rechtsgrundlage

Inhalt

Bedeutung im Minijob

§ 3 BUrlG

Mindesturlaub 20 Arbeitstage (5-Tage-Woche)

Gilt vollständig, keine Ausnahme für Minijobber

§ 3 Abs. 1 BUrlG

24 Werktage bei 6-Tage-Woche, umgerechnet auf die tatsächlichen Arbeitstage

Maßgeblich ist die Anzahl Wochenarbeitstage

§ 4 und § 5 BUrlG

Voller Anspruch nach 6 Monaten, vorher Teilurlaub

Gilt auch für Aushilfen mit wenigen Einsätzen

§ 208 SGB IX

Zusatzurlaub bei Schwerbehinderung

Anteilig nach Arbeitstagen

§ 11 BUrlG

Urlaubsentgelt = Durchschnittsverdienst letzte 13 Wochen

Berechnungsgrundlage für Urlaubslohn

§ 7 Abs. 4 BUrlG

Urlaubsabgeltung bei Beendigung des AV

Auszahlungspflicht bei nicht nehmbarem Resturlaub

§ 17 MiLoG

Aufzeichnungspflicht für alle Minijobs, außer im Privathaushalt

Beginn, Ende und Dauer jedes Arbeitstags festhalten, damit ist auch die Zahl der Arbeitstage belegt

Tarifverträge (NGG, TVöD)

Branchenspezifisch höhere Urlaubsansprüche möglich

Immer prüfen, Tarifrecht geht Gesetz vor wenn günstiger

Berechnung bei festen Wochenarbeitstagen

Arbeitet ein Minijobber an denselben Wochentagen, ist die Berechnung einfach proportional:

Formel: (Jahresurlaub Vollzeit ÷ 5) × Wochenarbeitstage

Arbeitstage pro Woche

Urlaubstage pro Jahr

Beispiel

1 Tag

4 Tage

Samstagsaushilfe im Einzelhandel

2 Tage

8 Tage

Mo/Fr Servicekraft Gastronomie

3 Tage

12 Tage

Mo/Mi/Fr Aushilfe an der Kasse

4 Tage

16 Tage

Mo-Do Frühstücksservice Hotel

5 Tage

20 Tage

Vollzeit-Minijob

6 Tage

24 Werktage

6-Tage-Woche nach Werktagsprinzip

Wichtig: Ein Arbeitstag gilt bereits dann als geleistet, wenn nur wenige Stunden gearbeitet werden. Die Stundenzahl spielt für den Urlaubsanspruch keine Rolle, nur die Anzahl der Tage.

Minijob auf Stundenbasis: Urlaub bei 10 Stunden pro Woche

Viele Minijobber werden pro Stunde bezahlt und haben eine feste Stundenzahl, zum Beispiel 10 Stunden pro Woche. Auch dann zählen für den Urlaub nur die Tage, auf die sich diese Stunden verteilen. Die Stunden entscheiden darüber, wie viel ein Urlaubstag wert ist.

10 Stunden pro Woche

Urlaubstage pro Jahr

Bezahlte Stunden Urlaub

2 Tage à 5 Stunden

8

40

4 Tage à 2,5 Stunden

16

40

5 Tage à 2 Stunden

20

40

In allen drei Fällen hat der Minijobber vier Wochen frei und bekommt dieselbe Summe. Ohne feste Arbeitstage, etwa bei Arbeit auf Abruf, rechnest du mit den tatsächlichen Arbeitstagen im Jahr, wie im nächsten Abschnitt.

Berechnung bei wechselnden Arbeitstagen

Wechseln die Arbeitstage, typisch in Gastronomie, Hotellerie und Einzelhandel, rechnest du über das Jahr: Urlaubstage einer Vollzeitkraft × Arbeitstage des Minijobbers im Jahr ÷ Arbeitstage einer Vollzeitkraft im Jahr. Bei einer 5-Tage-Woche hat die Vollzeitkraft 260 Arbeitstage im Jahr.

Rechenbeispiel: Flexible Servicekraft Gastronomie

Zeitraum

Arbeitstage

Januar bis April (17 Wochen × 2 Tage)

34

Mai bis September (22 Wochen × 3 Tage, Sommersaison)

66

Oktober bis Dezember (13 Wochen, nur vereinzelt)

8

Jahr

108

Gesetzlicher Mindesturlaub: 20 × 108 ÷ 260 = 8,3 Urlaubstage. Bruchteile werden stundenweise gewährt; aufgerundet wird nur beim Teilurlaub bei Eintritt oder Austritt im laufenden Jahr (§ 5 Abs. 2 BUrlG). Steht im Vertrag mehr Urlaub, etwa 25 Tage für Vollzeit, rechnest du mit dieser Zahl: 25 × 108 ÷ 260 = 10,4 Tage.

Sonderfälle bei der Berechnung

  • Mehrere Minijobs: Jeder Arbeitsvertrag hat seinen eigenen Urlaubsanspruch.

  • Saisonarbeit: Mehr Arbeitstage im Jahr bedeuten mehr Urlaubstage; rechne zum Jahresende nach.

  • Wechsel von fester zu flexibler Woche: Bis zum Wechsel gilt die alte Zahl, danach rechnest du für den Rest des Jahres neu.

  • Feiertag: Fällt er in den Urlaub, wird kein Urlaubstag abgezogen (§ 3 Abs. 2 BUrlG).

  • Schwerbehinderung: Schwerbehinderte Minijobber haben Anspruch auf fünf Tage Zusatzurlaub bei einer 5-Tage-Woche, anteilig also einen Tag pro Wochenarbeitstag (§ 208 SGB IX). Bei zwei Tagen pro Woche sind das 2 Tage zusätzlich.

  • Über 50 Jahre: Mehr Urlaub wegen des Alters sieht das Gesetz nicht vor. Einige Tarifverträge geben älteren Beschäftigten zusätzliche Tage, und die gelten dann auch im Minijob.

Urlaub im ersten Jahr: Wartezeit und Teilurlaub

Den vollen Jahresurlaub bekommt ein Minijobber erst, wenn das Arbeitsverhältnis sechs Monate besteht (§ 4 BUrlG). Bis dahin entsteht Teilurlaub: ein Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat (§ 5 BUrlG). Das gilt, wenn der Minijob erst nach dem 30. Juni beginnt, wenn er vor Ablauf der sechs Monate endet oder wenn er nach den sechs Monaten in der ersten Jahreshälfte endet.

Fall

Rechnung (2 Tage pro Woche, 8 Urlaubstage)

Urlaub

Start am 1. September

8 ÷ 12 × 4 Monate = 2,67

3 Tage

Start im Januar, Ende am 31. März

8 ÷ 12 × 3 Monate = 2

2 Tage

Seit Vorjahr beschäftigt, Ende am 31. August

Ende in der zweiten Jahreshälfte

8 Tage

Beim Teilurlaub wird ein halber Tag oder mehr auf einen ganzen Tag aufgerundet, deshalb werden aus 2,67 Tagen 3. Endet der Minijob nach erfüllter Wartezeit in der zweiten Jahreshälfte, steht der volle gesetzliche Urlaub zu, auch wenn nur noch wenige Monate gearbeitet wurden.

Urlaubsentgelt: Was Minijobber im Urlaub verdienen

Das Urlaubsentgelt ist der Lohn, den der Minijobber während des Urlaubs erhält. Es entspricht dem Durchschnittsverdienst der letzten 13 Wochen vor Urlaubsbeginn (§ 11 BUrlG).

Was zählt zum Urlaubsentgelt:

  • Stundenlohn / Tageslohn

  • Regelmäßige Zuschläge (Nacht, Sonntag, Feiertag), wenn sie "mit Wahrscheinlichkeit wiederkehrend" sind (BAG-Rechtsprechung)

  • Tarifliche Zulagen

Was nicht zählt:

  • Bezahlung für Überstunden (§ 11 Abs. 1 BUrlG)

  • Trinkgeld, weil es nicht vom Arbeitgeber gezahlt wird

  • Einmalzahlungen und Sonderboni

Berechnungsbeispiel Einzelhandel

Position

Wert

Verdienst der letzten 13 Wochen

1.755 € (rund 585 € im Monat)

Arbeitstage in diesen 13 Wochen

39 (3 pro Woche)

Durchschnittsverdienst pro Tag

1.755 ÷ 39 = 45,00 €

Urlaubstage

5

Urlaubsentgelt

45,00 € × 5 = 225,00 € brutto

Urlaubsgeld im Minijob und die Verdienstgrenze

Urlaubsgeld ist etwas anderes als Urlaubsentgelt: eine zusätzliche Zahlung, auf die es keinen gesetzlichen Anspruch gibt. Zahlst du es den Teilzeit- und Vollzeitkräften, steht es Minijobbern anteilig ebenfalls zu, weil Teilzeitkräfte nicht schlechter behandelt werden dürfen (§ 4 TzBfG).

Ein fest zugesagtes Urlaubsgeld zählt bei der Verdienstgrenze mit. 2026 darf ein Minijobber im Durchschnitt höchstens 603 € im Monat verdienen, bei zwölf Monaten also 7.236 € im Jahr. Bei 560 € im Monat sind das 6.720 €; mit 500 € Urlaubsgeld bleibt der Job ein Minijob (7.220 €), mit 600 € nicht mehr (7.320 €). Ein ungeplantes, einmaliges Urlaubsgeld zählt dagegen nicht.

Urlaubsabgeltung bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Endet das Minijob-Arbeitsverhältnis und kann der Resturlaub nicht mehr genommen werden, muss der Arbeitgeber ihn auszahlen (§ 7 Abs. 4 BUrlG).

Berechnung: Durchschnittlicher Tagesverdienst × Anzahl Resturlaubstage

Beispiel Gastronomie:

  • Resturlaub: 3 Tage

  • Tagesverdienst: 35 €

  • Abgeltung: 105 € brutto

Eine Urlaubsabgeltung beim Ende des Minijobs war bei Vertragsbeginn nicht absehbar und zählt deshalb nicht zum regelmäßigen Verdienst. Die Verdienstgrenze wird dadurch nicht überschritten.

Urlaubsanspruch bei Kündigung

Nach einer Kündigung soll der Resturlaub möglichst noch in der Kündigungsfrist genommen werden; ausgezahlt wird nur, was bis zum letzten Arbeitstag nicht mehr möglich ist. Wie viel Urlaubsanspruch bei Kündigung noch offen ist, hängt davon ab, wann im Jahr der Minijob endet (siehe Teilurlaub oben). Das gilt auch, wenn der Minijobber selbst den Minijob kündigt.

Krankheit im Urlaub und Verfall von Resturlaub

Wird ein Minijobber im Urlaub krank und legt eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vor, werden diese Tage nicht auf den Urlaub angerechnet (§ 9 BUrlG). Er kann sie später nachholen.

Außerhalb des Urlaubs bekommt ein kranker Minijobber nach vier Wochen Beschäftigung bis zu sechs Wochen den vollen Lohn weiter, wie jeder andere Beschäftigte. Als Arbeitgeber bekommst du über die Umlage U1 von der Minijob-Zentrale 80 % davon erstattet. Die Details stehen im Beitrag zur Lohnfortzahlung im Minijob.

Nicht genommener Urlaub verfällt am 31. Dezember oder, wenn dringende Gründe vorliegen, am 31. März des Folgejahres (§ 7 Abs. 3 BUrlG). Das gilt aber nur, wenn du den Minijobber rechtzeitig aufgefordert hast, seinen Urlaub zu nehmen, und auf den Verfall hingewiesen hast (BAG, 19.02.2019, 9 AZR 423/16). Ohne diesen Hinweis gibt es keinen Urlaubsverfall, der Urlaub bleibt stehen.

Tarifvertragliche Besonderheiten

Tarifverträge sehen oft mehr Urlaub vor als das Gesetz, im öffentlichen Dienst etwa 30 Tage bei einer 5-Tage-Woche (§ 26 TVöD, Stand: Oktober 2026). Für Minijobber gilt dann dieselbe Zahl, umgerechnet auf ihre Arbeitstage.

Häufige Fehler von Arbeitgebern

Fehler

Konsequenz

Lösung

Schichten statt Arbeitstage gezählt

Falscher Anspruch, Nachzahlung

Tage zählen, nicht Schichten

Feiertage als Urlaubstage verrechnet

Unzulässig, Nachzahlung

Feiertage zählen nicht als Urlaub (§ 3 Abs. 2 BUrlG)

Flexible Wochenarbeitstage pauschal angesetzt

Fehlberechnung

Über das Jahr rechnen

Urlaubsentgelt ohne Zuschläge berechnet

Zu niedrige Auszahlung

Regelmäßige Zuschläge einberechnen

Resturlaub bei Kündigung verfallen lassen

Nachzahlungsanspruch

Auszahlung (Abgeltung) nach § 7 Abs. 4 BUrlG

Keinen Urlaub gewährt weil "nur Minijob"

Rechtswidrig, voller Anspruch

§ 3 BUrlG gilt für alle Arbeitnehmer

Urlaub ohne Hinweis verfallen lassen

Urlaub bleibt bestehen, wird bei Ende ausgezahlt

Rechtzeitig auffordern und auf Verfall hinweisen

Urlaubsplanung im Minijob ohne Nachzahlungen

Die meisten Fehler entstehen bei wechselnden Schichten, beim Urlaubsentgelt (Zuschläge vergessen) und bei der Abgeltung nach dem Ende des Minijobs. Alle drei führen zu Nachzahlungen.

Grundlage für jede dieser Rechnungen ist eine lückenlose Zeiterfassung, denn ohne festgehaltene Arbeitstage lässt sich keine Formel anwenden.

Für wenige Aushilfen reicht eine Tabelle, etwa unsere Urlaubsplaner-Vorlage für Excel. Bei mehreren Minijobbern mit wechselnden Tagen wird das schnell unübersichtlich, vor allem wenn jemand mehrere Minijobs hat.

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Häufig gestellte Fragen

Minijobber haben denselben gesetzlichen Urlaubsanspruch, umgerechnet auf ihre Arbeitstage pro Woche (§ 3 BUrlG). Wer an drei Tagen arbeitet, hat mindestens 12 Urlaubstage im Jahr, wer an fünf Tagen arbeitet, 20. Stundenzahl und Verdienst spielen keine Rolle.

Ein Minijobber mit 2 Arbeitstagen pro Woche hat mindestens 8 Urlaubstage im Jahr: 20 gesetzliche Urlaubstage ÷ 5 × 2. Bei einem Tag pro Woche sind es 4 Urlaubstage, bei drei Tagen 12. Gibt der Vertrag Vollzeitkräften mehr Urlaub, steigt der Anspruch im selben Verhältnis.

Beim Urlaub eines Minijobbers mit 10 Stunden pro Woche zählen die Tage, auf die sich die Stunden verteilen. Bei 2 Tagen à 5 Stunden sind es 8 Urlaubstage, bei 5 Tagen à 2 Stunden 20. Bezahlt werden in beiden Fällen 40 Stunden Urlaub im Jahr.

Minijobber haben im ersten Jahr anteilig Urlaub: ein Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat, bis das Arbeitsverhältnis sechs Monate besteht (§ 4 und § 5 BUrlG). Danach gilt der volle Jahresurlaub.

Bei wechselnden Schichten rechnest du den Urlaubsanspruch über das Jahr: Urlaubstage einer Vollzeitkraft × Arbeitstage des Minijobbers im Jahr ÷ Arbeitstage einer Vollzeitkraft im Jahr (260 bei der 5-Tage-Woche). Bei 108 Arbeitstagen im Jahr sind das 20 × 108 ÷ 260 = 8,3 Tage.

Das Urlaubsentgelt eines Minijobbers ist sein durchschnittlicher Verdienst der letzten 13 Wochen vor dem Urlaub, ohne Bezahlung für Überstunden (§ 11 BUrlG). Regelmäßige Zuschläge für Nacht, Sonntag oder Feiertag gehören dazu, Trinkgeld nicht.

Resturlaub, der bis zum Ende des Minijobs nicht genommen werden kann, muss ausgezahlt werden (§ 7 Abs. 4 BUrlG). Grundlage ist der durchschnittliche Tagesverdienst der letzten 13 Wochen, multipliziert mit den offenen Urlaubstagen.

Fest zugesagtes Urlaubsgeld zählt zur Verdienstgrenze im Minijob. 2026 darf der Verdienst im Jahresdurchschnitt 603 € im Monat nicht übersteigen, also 7.236 € bei zwölf Monaten, Urlaubsgeld eingerechnet. Ein ungeplantes einmaliges Urlaubsgeld zählt nicht.

Ein kranker Minijobber bekommt nach vier Wochen Beschäftigung bis zu sechs Wochen den vollen Lohn weiter, wie jeder andere Beschäftigte. Der Arbeitgeber bekommt über die Umlage U1 der Minijob-Zentrale 80 % erstattet. Mehr dazu unter Lohnfortzahlung im Minijob.

Beke Schoustra
Beke SchoustraAccount Executive DACH

Beke schreibt für Shiftbase über Dienstplanung, Zeiterfassung und alles, was die Personalplanung leichter macht. Sie übersetzt den Alltag von Teamleitern in praktische Tipps, die sofort weiterhelfen.

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