Fehlzeiten gehören in vielen Unternehmen zu den größten Planungs- und Kostenrisiken. Kurzfristige Ausfälle bringen Dienstpläne durcheinander, erhöhen den Druck auf verbleibende Mitarbeitende und erschweren die Einhaltung von Arbeitszeit- und Tarifvorgaben. Für Arbeitgeber und HR-Verantwortliche ist es deshalb entscheidend, Fehlzeiten systematisch zu erfassen, auszuwerten und wirksam zu reduzieren.
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- Fehlzeiten sind ungeplante Abwesenheiten von Mitarbeitenden während der Arbeitszeit
- Sie wirken sich direkt auf Personalplanung, Kosten und Teamstabilität aus
- Häufige Ursachen sind Krankheit, Überlastung oder organisatorische Probleme
- Transparente Prozesse und gute Dienstplanung helfen, Fehlzeiten zu senken
- Digitale Tools wie Shiftbase unterstützen bei Erfassung, Auswertung und Planung
Wann spricht man von Fehlzeiten?
Fehlzeiten bezeichnen ungeplante oder unerwartete Abwesenheiten von Mitarbeitenden, bei denen die vertraglich vereinbarte Arbeitsleistung nicht erbracht wird.
Typische Beispiele:
- Krankheitsbedingte Ausfälle
- Kurzfristiges unentschuldigtes Fehlen
- Abwesenheit ohne vorherige Genehmigung
Was zählt nicht als Fehlzeit?
Nicht jede Abwesenheit ist automatisch eine Fehlzeit. Dazu zählen planbare oder genehmigte Abwesenheiten, wie:
- Urlaub
- Elternzeit
- Genehmigte Fortbildungen
- Gesetzliche Freistellungen
➡️ Für HR ist diese Abgrenzung entscheidend, um Fehlzeiten korrekt zu bewerten.
Typische Ursachen von Fehlzeiten
--> Personenbezogene Ursachen
- Erkrankungen (physisch oder psychisch)
- Erschöpfung und Überlastung
- Private oder familiäre Gründe
--> Betriebliche Ursachen
- Ungünstige oder wechselnde Dienstpläne
- Hohe Arbeitsintensität oder Personalmangel
- Fehlende Pausen oder Erholungszeiten
- Geringe Planbarkeit der Arbeitszeiten
--> Branchenbezogene Besonderheiten
In Branchen mit Schichtarbeit, Wochenendarbeit oder saisonalen Spitzen treten Fehlzeiten häufig häufiger auf. Unvorhersehbare Belastungen erhöhen das Risiko kurzfristiger Ausfälle.
Arten von Fehlzeiten im Überblick
Kurzfristige Fehlzeiten
- Krankmeldungen (einzelne Tage)
- Unentschuldigtes Fehlen
- Spontane Ausfälle
➡️ Besonders problematisch für die kurzfristige Dienstplanung.
Langfristige Fehlzeiten
- Längere Erkrankungen
- Rehabilitationsmaßnahmen
- Wiedereingliederungsphasen
➡️ Erfordern frühzeitige Planung und klare Vertretungsregelungen.
Fehlzeitenquote berechnen und bewerten
Wie wird die Fehlzeitenquote berechnet?
Formel
(Fehlzeiten in Tagen ÷ Soll-Arbeitstage) × 100
Die Fehlzeitenquote hilft Unternehmen, Trends zu erkennen und Maßnahmen gezielt abzuleiten.
🤒 Krankheitsquote berechnen
Vereinfachte HR-Berechnung zur Orientierung. Grundlage sind Arbeits-Ausfalltage (nicht Kalendertage).
1) Eingaben
2) Ergebnis
Krankheitstage ÷ (Sollarbeitstage × Mitarbeitende) × 100
Mit Shiftbase verwaltest du Zeiterfassung, Abwesenheiten und Dienstpläne zentral.
Kurze Interpretation der Krankheitsquote
--> Wann ist der Wert auffällig?
Eine Krankheitsquote wird dann auffällig, wenn sie dauerhaft über dem eigenen Unternehmensdurchschnitt liegt, stark ansteigt oder sich deutlich von vergleichbaren Zeiträumen unterscheidet. Einzelne Spitzen sind weniger relevant als wiederkehrende Muster.
--> Was können Arbeitgeber tun?
Arbeitgeber sollten Ursachen analysieren, Arbeitsbelastung und Dienstpläne überprüfen und präventive Maßnahmen ergreifen. Transparente Arbeitszeiten, ausreichende Erholungsphasen und eine strukturierte Auswertung der Fehlzeiten helfen, krankheitsbedingte Ausfälle nachhaltig zu reduzieren.
Was ist eine „normale“ Fehlzeitenquote?
Eine pauschale Zielquote gibt es nicht. Sie hängt ab von:
- Branche
- Arbeitsbedingungen
- Altersstruktur
- Organisationsform
➡️ Sinnvoller als Vergleiche mit externen Zahlen ist der interne Zeitvergleich.
Rechtlicher Rahmen für Arbeitgeber in Deutschland
Entgeltfortzahlung & Meldepflichten
- Mitarbeitende müssen eine Arbeitsunfähigkeit unverzüglich melden
- Anspruch auf Entgeltfortzahlung besteht bis zu 6 Wochen
- Arbeitgeber dürfen Nachweise anfordern (z. B. AU-Bescheinigung)
Arbeitszeitgesetz & Fürsorgepflicht
Arbeitgeber sind verpflichtet:
- Überlastung zu vermeiden
- Arbeitszeiten gesetzeskonform zu gestalten
- Pausen und Ruhezeiten einzuhalten
Tarifverträge & Betriebsvereinbarungen
Je nach Branche gelten zusätzliche Regelungen, etwa zu:
- Krankmeldungen
- Schichttausch
- Sonderfreistellungen
Auswirkungen von Fehlzeiten auf Unternehmen
Operative Folgen
- Kurzfristige Dienstplanänderungen
- Überstunden für andere Mitarbeitende
- Engpässe in Stoßzeiten
Wirtschaftliche Folgen
- Kosten durch Entgeltfortzahlung
- Einsatz von Ersatzpersonal
- Sinkende Produktivität
- Erhöhtes Fluktuationsrisiko
Fehlzeiten nachhaltig reduzieren – bewährte Maßnahmen
Präventive Maßnahmen
- Faire und planbare Dienstpläne
- Ausreichende Pausen
- Transparente Arbeitszeiten
- Frühzeitige Kommunikation bei Engpässen
Operative Maßnahmen
- Klare Prozesse für Krankmeldungen
- Regelmäßige Auswertung von Fehlzeiten
- Gespräche bei auffälligen Mustern
Digitale Unterstützung
Mit Softwarelösungen wie Shiftbase lassen sich:
- Fehlzeiten strukturiert erfassen
- Abwesenheiten zentral verwalten
- Dienstpläne flexibel anpassen
- Auswertungen für HR und Führungskräfte erstellen
➡️ Das reduziert manuellen Aufwand und erhöht Planungssicherheit.
Fehlzeiten im Griff behalten – typischer HR-Workflow
- Fehlzeit erfassen
- Art und Dauer dokumentieren
- Muster erkennen
- Maßnahmen ableiten
- Dienstplanung anpassen
Digitale Systeme helfen, diesen Prozess einheitlich und transparent umzusetzen.
Fazit
Fehlzeiten lassen sich nicht vollständig vermeiden, aber systematisch steuern. Klare Prozesse, faire Arbeitsbedingungen und digitale Unterstützung helfen Arbeitgebern, Ausfälle frühzeitig zu erkennen und ihre Personalplanung stabil zu halten.
Häufig gestellte Fragen
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Fehlzeiten sind ungeplant, Abwesenheiten in der Regel genehmigt oder vorhersehbar.
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Wenn sie gehäuft auftreten oder den Betrieb regelmäßig beeinträchtigen.
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Ja, eine nachvollziehbare Dokumentation ist aus organisatorischen und rechtlichen Gründen wichtig.
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Durch transparente Kriterien, regelmäßige Auswertungen und offene Kommunikation.
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Ja. Planbare Arbeitszeiten, ausreichende Pausen und faire Schichtverteilungen senken nachweislich Überlastung und damit auch Fehlzeiten.

