6/4-Schichtmodell

Beim 6/4-Schichtmodell arbeiten Mitarbeiter sechs Tage und haben vier frei. So planst du den Zyklus mit fünf Gruppen, inklusive ArbZG-Vorgaben.

Beim 6/4-Schichtmodell arbeiten Mitarbeiter sechs Tage hintereinander und haben danach vier Tage frei. Der Zyklus läuft durchgehend weiter, sodass der Betrieb rund um die Uhr besetzt bleibt, ohne dass einzelne Teams dauerhaft Nachtschicht übernehmen.

Das Modell ist ein Rotationssystem und wird vor allem in Betrieben eingesetzt, die ohne Unterbrechung laufen:

  • Industrie und Fertigung: Automobil-, Chemie- und Maschinenbauwerke

  • Logistik und Transport: Verteilzentren, Häfen oder Luftfracht

  • Pflege und Gesundheit: Krankenhäuser, Pflegeheime und Notdienste

Wie funktioniert das 6/4-Schichtsystem in der Praxis?

Für einen durchgehenden Drei-Schicht-Betrieb brauchst du fünf Schichtgruppen, nicht vier. Der Zyklus dauert zehn Tage, jede Gruppe arbeitet davon sechs Tage. Fünf Gruppen mal sechs Arbeitstage ergeben 30 Gruppentage, und genau so viele brauchst du, um drei Schichten an zehn Tagen zu besetzen. Mit vier Gruppen kommst du auf 24 Gruppentage und hast jeden Tag eine Schicht offen.

Die Gruppen A bis E starten jeweils zwei Tage versetzt. So sieht ein kompletter Zyklus aus:

Tag

Frühschicht

Spätschicht

Nachtschicht

Freie Tage

1

A

E

D

B, C

2

A

E

D

B, C

3

B

A

E

C, D

4

B

A

E

C, D

5

C

B

A

D, E

6

C

B

A

D, E

7

D

C

B

A, E

8

D

C

B

A, E

9

E

D

C

A, B

10

E

D

C

A, B

Jede Gruppe arbeitet zwei Tage Frühschicht, zwei Tage Spätschicht und zwei Tage Nachtschicht, dann folgen vier freie Tage. Die Rotation läuft vorwärts, also Früh vor Spät vor Nacht. Diese Richtung gilt arbeitsmedizinisch als verträglicher als der Wechsel rückwärts. Zwischen zwei Schichtarten liegen jeweils 24 Stunden, die 11 Stunden Ruhezeit nach § 5 ArbZG sind damit eingehalten.

Vorteile des 6/4-Schichtmodells für Arbeitgeber und Mitarbeiter

Für Arbeitgeber

  • Maschinen laufen durch: Freie Tage einzelner Gruppen führen nicht zu Produktionslücken.

  • Planbare Kapazitäten: Der Rhythmus wiederholt sich, damit lassen sich Urlaub und Besetzung weit im Voraus planen.

  • Gleichmäßige Belastung: Nacht- und Wochenendarbeit verteilt sich auf alle Gruppen, nicht auf einzelne Mitarbeiter. Das hält Fehlzeiten im Blick.

  • Klare Rechtslage: Wer Ruhezeiten, Höchstarbeitszeiten und die Sonntagsruhe einhält, bleibt mit dem Modell im Rahmen des Arbeitszeitgesetzes.

Für Mitarbeiter

  • Längere Erholung: Nach sechs Arbeitstagen folgen vier freie Tage am Stück, deutlich mehr als bei einer klassischen 5-Tage-Woche im Schichtbetrieb.

  • Planbare Freizeit: Der Rhythmus wiederholt sich, private Termine lassen sich Wochen im Voraus festlegen.

  • Gleiche Verteilung: Früh-, Spät- und Nachtschichten wechseln für alle Gruppen im selben Turnus.

Rund 15 % der Erwerbstätigen in Deutschland arbeiten im Schichtdienst (Eurostat, 2023). Den Begriff Schichtarbeit definiert das Arbeitszeitgesetz anders als Nachtarbeit nicht.

Herausforderungen und Grenzen

  • Hoher Planungsaufwand: Besonders bei Krankmeldungen oder kurzfristigem Tausch.

  • Abstimmung zwischen fünf Gruppen: Im Zehn-Tage-Turnus muss jede Übergabe sitzen.

  • Sonntagsarbeit: Der Zehn-Tage-Turnus verschiebt sich gegen die Kalenderwoche. Jede Gruppe arbeitet regelmäßig sonntags, du brauchst also Ersatzruhetage.

  • Urlaubsplanung: Fällt eine Gruppe aus, verschiebt sich der ganze Zyklus. Urlaub braucht deshalb lange Vorlaufzeit.

  • Belastung: Sechs Arbeitstage hintereinander sind je nach Tätigkeit körperlich fordernd.

So hilft Shiftbase: Shiftbase zeigt dir, wer noch frei ist. Mitarbeiter stellen Tauschanfragen selbst, und bei kurzfristigen Änderungen bekommt das Team eine Benachrichtigung.

Welche rechtlichen Vorgaben gelten für das 6/4-Modell?

Die rechtliche Grundlage für Schichtarbeit in Deutschland ist das Arbeitszeitgesetz (ArbZG). Für das 6/4-Modell sind sechs Paragrafen wichtig:

  • § 3 Arbeitszeit: Maximal 8 Stunden pro Tag, erweiterbar auf 10 Stunden, wenn der Durchschnitt über sechs Kalendermonate oder 24 Wochen bei 8 Stunden bleibt.

  • § 5 Ruhezeit: Mindestens 11 Stunden ununterbrochen zwischen zwei Schichten.

  • § 6 Nacht- und Schichtarbeit: Die Arbeitszeit ist nach den arbeitsmedizinischen Erkenntnissen über menschengerechte Gestaltung festzulegen. Nachtarbeiter haben Anspruch auf arbeitsmedizinische Untersuchungen.

  • § 9 Sonn- und Feiertagsruhe: Sonntagsarbeit ist grundsätzlich verboten.

  • § 10 Ausnahmen: Für kontinuierliche Betriebe, Pflege und Versorgung ist Sonntagsarbeit zulässig. Das 6/4-Modell steht und fällt mit dieser Ausnahme.

  • § 11 Ersatzruhetage: Wer sonntags arbeitet, braucht einen Ersatzruhetag innerhalb der folgenden zwei Wochen. Mindestens 15 Sonntage im Jahr müssen beschäftigungsfrei bleiben.

Ob dein Betrieb unter die Ausnahme nach § 10 ArbZG fällt, hängt von der Branche ab. Kläre das vor der Einführung mit einem Fachanwalt für Arbeitsrecht oder deinem Betriebsrat.

6/4-Modell einführen: Schritt für Schritt

  1. Prüfen, ob dein Betrieb unter die Ausnahme für Sonntagsarbeit nach § 10 ArbZG fällt.

  2. Mitarbeiter in fünf Gruppen (A bis E) einteilen, jede Gruppe zwei Tage versetzt.

  3. Zyklus festlegen: sechs Arbeitstage, vier freie Tage, Rotation vorwärts.

  4. Ruhezeiten, Höchstarbeitszeiten und Ersatzruhetage gegenprüfen.

  5. Den Dienstplan in Shiftbase anlegen und automatisch rotieren lassen.

  6. Berichte exportieren, zum Beispiel für die Lohnbuchhaltung oder den Betriebsrat.

Das 6/4-Modell mit Shiftbase umsetzen

  • Schichtrotation nach dem 6/4-Prinzip, einmal angelegt und automatisch weitergeführt

  • Zeiterfassung, die dir Plusstunden, Krankmeldungen und Abwesenheiten sofort anzeigt

  • Warnung, wenn Ruhezeiten oder die Wochenarbeitszeit nicht stimmen

  • Mitarbeiter tauschen Schichten, beantragen Urlaub und tragen ihre Verfügbarkeit selbst ein

  • Anbindung an Lohn- und ERP-Systeme

Shiftbase-Tipp: Im Help Center steht, wie du Schichten automatisch erstellst und Ruhezeiten einhältst.

Fazit: Struktur, Fairness und Effizienz für moderne Schichtarbeit

Das 6/4-Schichtmodell passt zu Betrieben, die durchgehend produzieren oder versorgen. Als Arbeitszeitmodell verbindet es durchgehenden Betrieb mit längeren Erholungsphasen: Die Produktion läuft weiter, und dein Team weiß Wochen im Voraus, wann es frei hat. Entscheidend sind fünf Schichtgruppen und eine saubere Prüfung der Sonn- und Feiertagsregeln. Wie du das in der Personalplanung abbildest, entscheidet darüber, ob der Zyklus im Alltag hält.

In Shiftbase legst du den 6/4-Zyklus einmal an und lässt ihn automatisch rotieren. Arbeits- und Ruhezeiten sind dokumentiert, dein Team sieht seine Schichten in der App. Shiftbase 14 Tage kostenlos testen.

Häufig gestellte Fragen

Überall dort, wo rund um die Uhr gearbeitet wird, zum Beispiel in Produktion, Logistik oder Pflege. Voraussetzung ist, dass dein Betrieb unter die Ausnahme für Sonntagsarbeit nach § 10 ArbZG fällt.

Für einen durchgehenden Drei-Schicht-Betrieb fünf Gruppen. Der Zyklus dauert zehn Tage, jede Gruppe arbeitet davon sechs Tage. Fünf Gruppen mal sechs Arbeitstage ergeben genau die 30 Gruppentage, die drei Schichten an zehn Tagen brauchen. Mit vier Gruppen bleibt jeden Tag eine Schicht unbesetzt.

Höchstens 8 Stunden pro Tag, ausnahmsweise 10 Stunden, wenn der Durchschnitt über sechs Monate bei 8 Stunden bleibt. Dazwischen mindestens 11 Stunden Ruhezeit. Bei sechs Arbeitstagen hintereinander kommen die Sonntagsruhe nach § 9 ArbZG und der Ersatzruhetag nach § 11 dazu.

Kurzfristige Schichttausche und Überstunden sind der häufigste Chaosfaktor im Schichtbetrieb. In Shiftbase werden Arbeitszeiten automatisch erfasst, Abweichungen siehst du sofort. Nachrechnen von Hand fällt weg.

Sechs Arbeitstage hintereinander sind fordernd. Vier freie Tage am Stück und eine Rotation vorwärts, also Früh vor Spät vor Nacht, halten die Belastung im Rahmen. Ob das Modell passt, hängt von der Tätigkeit ab.

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