Altersvorsorge – wie steht es um deine Rente?

23 Dezember 2022

Altersvorsorge – wie steht es um deine Rente

Kaum ein Satz spaltet bis zum heutigen Tag das Land wie "Die Renten sind sicher." Dass sie das nicht sind, weiß jeder, der sich einmal mit seiner finanziellen Zukunft im Rentenalter beschäftigt hat. In diesem Artikel gehen wir einmal auf die wichtigsten Details ein.

Was heißt eigentlich Altersvorsorge?

Altersvorsorge ist die Summe der Maßnahmen, die nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben das wirtschaftliche Auskommen aus angespartem Vermögen oder erworbenen Anwartschaften sichern. Diese sogenannten Anwartschaften können aus unterschiedlichen Quellen generiert werden.

Die gesetzliche Rentenversicherung

Klassische Rentenversicherung oder private Altersvorsorge - was wird besser gefördert?

Die Rente über die gesetzliche Rentenversicherung wird aus dem Umlageverfahren bestritten. Dabei bekommst du nicht 1:1 den Betrag ausgezahlt, den du einzahlst. Stattdessen werden deine aktuellen Einzahlungen dafür verwendet, die derzeitigen Rentner mit ihrer Rente oder Pension zu versorgen. Die gesetzliche Rente basiert auf dem Solidaritätsprinzip. Die junge Generation sorgt finanziell für die ältere Generation.

Leider sorgt genau diese Tatsache dafür, dass es berechtigte Gründe für eine Sorge gibt. Denn gerade die aktuelle Generation hat nicht mehr so viele Kinder und es gibt auch viele kinderlose Paare. Demzufolge fehlen in absehbarer Zeit die Erwerbstätigen, die dann für die Rente der jetzt jungen Menschen aufkommen. Damit geht der vielgepriesene Generationenvertrag nicht schlüssig auf.

Dem soll mit Reformen begegnet werden, die teils stark umstritten sind, was vor allen Dingen an der Tatsache liegt, dass das Renteneintrittsalter eher nach oben als nach unten korrigiert werden soll, obwohl schon heute kaum noch jemand bis an die Altersgrenze heran arbeitet:

  • Bis zum Jahr 2029 soll das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 angehoben werden. Das gilt für alle Jahrgänge ab 1947. Dabei steigt das Rentenalter im ersten Schritt um einen Monat pro Jahrgang bis zum Alter von 66 und ab 2024 betrifft es Jahrgänge ab 1959, die dann jeweils zwei Monate später in Rente gehen können, bis das Renteneintrittsalter auf 67 gestiegen ist. Erstmals sollen dann 2029 alle Jahrgänge ab 1964 mit 67 in Rente gehen können.
    Die einzige Ausnahme bilden hier Menschen mit 45 Pflichtbeitragsjahren aus Beschäftigung, Kindererziehung und Pflege, die weiterhin im Alter von 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen können. Gerade Menschen, die lange und vor allen Dingen lückenlos in die Rentenkasse eingezahlt haben, dürften sich über diese Nachricht freuen.
  • Ein weiterer Reformpunkt ist der Nachhaltigkeitsfaktor. Dieser gleicht die Lücke aus der sinkenden Anzahl an Einzahlern im Verhältnis zu Beziehern der Rente aus. Er berücksichtigt die Tatsache, dass weniger Einzahlende einen Rückgang der Auszahlung bewirken und ein Anstieg der Einzahler die ausgezahlte Rente erhöht. Dabei fließt auch das erwartete Alter der Menschen mit ein. So sollen dann alle zur Funktionsfähigkeit vom bestehenden Rentensystem beitragen.
  • Der Riester Faktor, auch bekannt unter der Riester Rente soll die Mehrbelastungen der Beschäftigten durch die private Altersvorsorge auf Rentnerinnen und Rentner übertragen.

Betriebliche Altersvorsorge

Eine betriebliche Altersvorsorge bedeutet, dass der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer auf Basis des Arbeitsverhältnisses eine sogenannte Versorgungszusage gibt. Die entsprechenden arbeitsrechtlichen Aspekte haben im Betriebsrentengesetz (BetrAVG) Einzug gefunden. Die betriebliche Altersvorsorge wird durch steuerliche und beitragsrechtliche Maßnahmen erleichtert.

Vor allen Dingen sollen Arbeitnehmer die Möglichkeit haben, auf zukünftiges Entgelt zu verzichten, um eine Altersvorsorge zu haben. Dieses Vorgehen bringt sowohl steuerliche als auch betragsmäßige Vorteile, sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer mit sich.

Die betriebliche Vorsorge kann durch 5 unterschiedliche Möglichkeiten durchgeführt werden, die später noch genauer erläutert werden sollen.

Private Altersvorsorge

Bei diesem System sparst du selbst Beträge an und es basiert auf dem Kapitaldeckungsverfahren. Das, was du eingezahlt hast, soll dann auch ausschließlich dir zustehen. Du kannst dir damit den Lebensstandard ansparen, den du haben möchtest und Altersarmut kannst du, wenn du konsequent sparst, ebenfalls verhindern.

Staatlich geförderte Vorsorge

Unter dieser Überschrift findest du zwei unterschiedliche Ansätze:

Die Basis Rente, auch als Rürup Rente bekannt. Die Rürup Rente soll ebenfalls kapitalgedeckt arbeiten. Diese Art der Alterssicherung wird vom Staat mit Steuervorteilen flankiert.

Die Riester Rente arbeitet auf dem gleichen Prinzip, nämlich der Kapitaldeckung. Hier gibt der Staat konkrete Zulagen und Steuerermäßigungen für Sonderausgaben. Beim Riester Prinzip sollen die Rentner und Rentnerinnen später zumindest den Betrag ausgezahlt bekommen, den sie auch eingezahlt haben und zwar für den Rest ihres Lebens.

Die staatlich geförderte Altersvorsorge darf nicht beliehen werden. Die Menschen sollen die Möglichkeit haben, fürs Alter vorzusorgen und anders als beim Solidarprinzip sollen sie auch die unmittelbaren Nutznießer ihrer eingezahlten Beträge sein.

Staatlich nicht geförderte Altersvorsorge

Fürs Alter kann man natürlich nicht nur staatlich gefördert vorsorgen. Für diese Verträge gibt es zwar keine steuerlichen Entlastungen. Dafür kann das angesparte Vermögen unbeschränkt vererbt werden, was bei allen anderen Systemen nicht der Fall ist.

Welche Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge gibt es?

Rentenversicherungen können Renten absichern.

Es gibt generell fünf Arten, wie du deinen künftigen Lebensstandard mindestens teilweise auf die Füße einer betrieblichen Altersvorsorge stellen kannst:

  • Direktzusage oder Pensionszusage: Dabei erklärt sich dein Arbeitgeber dafür verantwortlich, dir beim Erreichen des Rentenalters eine vereinbarte Leistung wie etwa eine Betriebsrente zu zahlen. Im Fall des Tods oder der Invalidität des Arbeitnehmers sind sowohl er als auch eventuelle Hinterbliebene über die Direktzusage ebenfalls abgesichert. Die Vorsorge erstreckt sich dann also auch auf Rentenzahlungen deiner Verwandten.
    Die Höhe der ausgezahlten Beträge richtet sich nach der Dauer der Beschäftigung und auch nach der Höhe des Einkommens, während du gearbeitet hast. Sollte der Arbeitgeber insolvent werden, ist die Leistung über den Pensions-Sicherungs-Verein abgesichert.
    Die Finanzierung dieser Art der Vorsorge erfolgt entweder über deinen Arbeitgeber direkt oder über einbehaltenen Lohn.
  • Unterstützungskasse: Hier gründet der Arbeitgeber in der Regel einen Verein, der eine rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung darstellt. Auch dieses System finanziert sich durch den Arbeitgeber selbst oder durch Entgelteinbehalt.
  • Direktversicherung: Diese wird entweder als Einzel- oder Gruppenvertrag vom Arbeitgeber abgeschlossen. Versicherungsnehmer und Beitragsschuldner ist dein Arbeitgeber, begünstigt bist du als Angestellter. Diese Versicherungen werden von der BaFin überwacht, um die zukünftigen Leistungen der Vorsorge zu sichern.
  • Pensionskasse: Auch diese sind rechtlich selbstständig und werden von einem oder mehreren Arbeitgebern getragen. Hier erhalten die Arbeitnehmer oder deren Hinterbliebene einen Rechtsanspruch auf zugesagte Leistungen. Pensionskassen sind dazu verpflichtet, ihr Vermögen konservativ anzulegen.
  • Pensionsfonds: Sie orientieren sich an angelsächsischen Vorbildern und punkten mit einem hohen Maß an Flexibilität innerhalb der Rente. Auch der Pensionsfonds ist rechtlich selbstständig und bietet den Arbeitnehmern einen Rechtsanspruch auf Leistungen. Dabei wird das Geld durchaus auch am Aktienmarkt angelegt, um bessere Renditen einzufahren. Tatsächlich ergeben sich aus diesem Vorgehen durchaus Risiken.

Woher kommt die Idee der Altersvorsorge?

Wer zahlt die Beiträge für die aktuelle Generation?

Grundsätzlich war es schon seit Jahrhunderten Aufgabe der Familienverbände, für die Menschen im Alter aufzukommen. Wie das geschah, war erst einmal Sache der Familie selbst. Eine Rente gab es damals noch nicht.

Wenn die Rente auf diese Weise gesichert werden soll, ist es unerlässlich, dass ausreichend Kinder vorhanden sind, denn wer soll sich sonst um die älteren Familienmitglieder und deren Lebensunterhalt kümmern?

Schon mit dem Beginn der Industrialisierung traten gleich mehrere Faktoren ein, die diese Art der Versorgung im Alter schwierig werden ließen. Denn die Menschen wurden mobiler und man kümmerte sich nicht mehr in der Familie umeinander.

Es entstand die Idee, durch eine gesetzliche Rente die Rentner abzusichern. Was als tatsächlich kapitalgedecktes System installiert wurde, scheiterte am vollständigen Aufbau eines Kapitalstocks und seither ist die gesetzliche Rente eben nicht mehr die Altersvorsorge, von der wir alle träumen.

Immer mehr wird die Altersvorsorge Sache von Staat, Betrieben und einem Kollektiv. Familienverbände stehen hier nicht mehr im Vordergrund.

Solltest du dich um deine Altersvorsorge kümmern?

Weder ist die gesetzliche Rente so sicher, wie es am Anfang dieses Artikels erklang, noch möchtest du bis ins hohe Alter arbeiten. Sich um eine Altersvorsorge zu kümmern, um eben nicht in der Altersarmut zu landen, erscheint dabei schon fast wie eine Pflicht.

Dabei solltest du gut abwägen. Denn natürlich solltest du deine Sicherung auch steuerlich, sprich staatlich fördern lassen. Auf der anderen Seite ist es sinnvoll, dass du dich auf ein tatsächlich kapitalgedecktes System ohne große Risiken stützt.

Die klassische Rentenversicherung ist dabei an sich nur für Angestellte interessant. Wenn du hingegen selbstständig tätig bist, kannst du allenfalls freiwillig in die Rentenversicherung einzahlen.

Fakt ist: Man sollte sich möglichst frühzeitig um eine passende Altersvorsorge kümmern, denn kaum jemand kann mit Sicherheit sagen, wann das Rentenalter wirklich gekommen ist. Die schrittweise Anhebung des Rentenalters erscheint ebenfalls fragwürdig, denn immer mehr Arbeitnehmer möchten immer früher in Rente gehen. Solche Lücken sind weder von einer gesetzlichen Rentenversicherung noch von einer anderen Altersvorsorge sinnvoll abzufedern.

Wenn du Kinder hast oder mindestens verheiratet bist, solltest du dich darum kümmern, ob deine Hinterbliebenen gegebenenfalls abgesichert sind. Gerade für Frauen kann hier durch Kinderzeiten eine Lücke entstehen.

Ideal erscheint es dabei, die Altersrente nicht nur auf ein System zu stellen, sondern mehrere Systeme für sich arbeiten zu lassen. So kannst du deinem Lebensabend entspannt entgegenblicken.

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