Arbeitsschutzgesetz – was sollten Arbeitgeber beachten?

14 Dezember 2022

Das Arbeitsschutzgesetz und Pausen, Ruhepausen und Ruhezeiten

Wer arbeitet, der muss auch Pausen machen. Das sehen nicht nur Arbeitnehmer so, sondern auch das Gesetz. So schreibt das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) in §4 über die sogenannten Ruhepausen, dass die Arbeit durch im Voraus feststehende Ruhepausen von mindestens 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs bis zu neun Stunden und 45 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden insgesamt unterbrochen werden soll.

Satz 1 dieser Vorschrift besagt sogar, dass diese Pausen nicht beliebig gestückelt werden dürfen. Stattdessen sollten sie in Blöcken von mindestens 15 Minuten genommen werden. Eine längere Arbeitszeit als sechs Stunden ohne jegliche Unterbrechung ist demnach nicht zulässig.

Unterschiedliche Pausen für Erwachsene und Jugendliche

Diese Vorschriften, wie lange eine Pause zu sein hat, gelten allerdings nur für Erwachsene über 18 Jahren. Für Jugendliche sind die Regelungen strenger. Das Gesetz ist hier eindeutig: Eine Pause ist keine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Gewisse Arbeitsbedingungen sind einzuhalten und deren Umsetzung kann auch eingefordert werden.

Eine Pause dient der Erholung während der Arbeitszeit. Man bezeichnet sie auch als Ruhepause. Im Unterschied dazu ist die sogenannte Ruhezeit zu nennen, die die Zeit zwischen zwei Schichten beschreibt.

Die Praxis zeigt, dass die Mittagspause für die meisten Arbeitnehmer etwa 30 Minuten beträgt. Damit liegen wir in Deutschland eher im kurzen Bereich. Andere Länder sehen deutlich längere Pausen vor.

Das Arbeitsschutzgesetz und die Ruhezeit

Nicht nur Pausen an sich und sogar die einzelne Pause ist im Arbeitsschutzgesetz verankert. Auch die Ruhezeit musst du als Arbeitgeber geregelt einhalten. Die Ruhezeit beschreibt die Zeit, die dein Arbeitnehmer zwischen zwei Schichten einzuhalten hat. Zwischen zwei Arbeitstagen soll ausreichend Zeit für die Erholung der Beschäftigten sein. §5 im Arbeitsschutzgesetz bezieht sich genau darauf. Es ist demnach die Pflicht des Arbeitgebers, die Schichten so einzuteilen, dass eine Erholung von mindestens 11 Stunden ohne Unterbrechungen eingehalten werden kann. Das bedeutet: Der Arbeitgeber darf in dieser Zeit auch nicht einfordern, dass die Beschäftigten beispielsweise privat noch E-Mails lesen, das Telefon beantworten oder anderweitig mit ihrem Job zu tun haben.

Gibt es auch Ausnahmen und Abweichungen von diesen Regelungen?

Die Umsetzung entsprechender Arbeitsbedingungen laut Arbeitsschutzgesetz ist nicht verhandelbar. Dennoch gibt es natürlich Ausnahmen. Denke beispielsweise an Krankenhäuser oder auch Gaststätten. Hier kann die Ruhezeit durch den Arbeitgeber verkürzt werden. Aber natürlich muss dennoch eine gewisse Pause für die Beschäftigten eingehalten werden.

Im Rahmen des Direktionsrechts kannst du als Arbeitgeber allerdings die Lage der Pausenzeit festlegen. Sprich: Du kannst sagen, wann die Pause gemacht wird. Denn letzten Endes musst du ja nicht nur das Arbeitsschutzgesetz einhalten. Parallel dazu musst du dafür sorgen, dass die anfallende Arbeit erledigt wird. Deshalb ist es gerade in größeren Teams sinnvoll, dass du direkt im Schichtplan festlegst, wer wann welche Tätigkeit zu erfüllen hat und wann Erholungspause für wen anfällt.

Denke etwa an einen Supermarkt, ein Café, einen Laden – eben alles, was mit Publikumsverkehr einhergeht. Wenn hier alle Pause machen, wie sie möchten und sich dann auf die Umsetzung des Arbeitsschutzgesetzes berufen, ist kein Ansprechpartner für die Kunden mehr da und das sollte auch nicht passieren.

Das Arbeitsschutzgesetz und Jugendliche

Für Jugendliche sind die Regelungen zu Pausen im Sinne des Arbeitsschutzes noch strenger. Jugendliche Arbeitnehmer unter 18 Jahren dürfen maximal 4,5 Stunden ohne Pause arbeiten. Ab einer Arbeitszeit von 4,5 Stunden ist eine Pause von 30 Minuten einzuhalten. Ab 6 Stunden ist es sogar eine ganze Stunde Pause.

Wofür gibt es Pausenregelungen?

Jetzt könntest du dich natürlich fragen, warum der Gesetzgeber sich mit einem speziellen Gesetz, nämlich dem Arbeitsschutzgesetz für die Rechte der Beschäftigten einsetzt und warum das alles unabhängig von der Arbeit, die die Beschäftigten leisten, gilt.

Hier geht es vor allen Dingen um die Arbeitssicherheit. Denn wer ohne Pausen arbeitet, der wird mutmaßlich mehr Fehler bei seiner Arbeit machen . Es kann dann zu gesteigerten Gefährdungen kommen und so ist das Arbeitsschutzgesetz auch dafür da, dass einerseits eine konstante Leistung erbracht wird und andererseits keine unnötigen Fehler auftauchen, mit denen sich die Beschäftigten dann selbst gefährden oder auch andere in Gefahr bringen.

Die Praxis zeigt auch, dass Beschäftigte nach einer Pause mit frischen Gedanken und neuen Kräften wieder an die Arbeit gehen können.

  • Stress: Wer dauerhaft ohne Pause arbeiten muss, der wird sich selbst bei einer wenig anstrengenden Arbeit unter Stress fühlen. Dieser Stress wird schon durch die Umsetzung der Pause deutlich reduziert. Man sieht und hört etwas anderes, isst und trinkt und kann eben seinen eigenen Dingen nachgehen.
  • Gesundheit: Allgemein ist es für die Gesundheit wichtig, dass deine Arbeitnehmer Pausen machen. Der Körper kommt zur Ruhe und muss nicht mehr mit Konzentration das tun, was sonst eben getan wird.

Was müssen die Beschäftigten wissen?

Es gibt sie immer wieder: Die Beschäftigten, die einfach ohne Pause immer weiterarbeiten. Hier kannst du als Arbeitgeber ebenfalls auf die Umsetzung des Arbeitsschutzes pochen. Wenn Beschäftigte sich selbst schlechte Arbeitsbedingungen verschaffen, indem sie ihrer Arbeit ohne Pausen nachgehen, dann kannst du als Arbeitgeber darauf bestehen. Anderenfalls droht dem Mitarbeiter eine Abmahnung und das gilt nicht nur für das Bedienen einer Maschine oder Arbeit, die mit Kraft zu tun hat. Kein Mensch kann mit Konzentration ohne Pause arbeiten. Die Risiken nehmen zu, je länger die Arbeit ohne Pausen getan wird.

Gibt es eine Überwachung des Arbeitsschutzgesetzes?

Wo es ein Gesetz oder eine Regelung gibt, gibt es natürlich auch eine Kontrolle. Grundsätzlich ist dafür die Gewerbeaufsicht zuständig. Diese kontrolliert vorwiegend im Verdachtsfall oder aufgrund konkreter Anzeigen.

Was musst du als Arbeitgeber für den Arbeitsschutz leisten?

Sobald dein Betrieb eine gewisse Größe erreicht hat, nämlich mindestens 10 Mitarbeiter, reicht es nicht mehr aus, dass du Pausen in den Arbeitsplan schreibst. Dann musst du mehr leisten. Hier ergänzt die Arbeitsplatzverordnung das Arbeitsschutzgesetz um entsprechende Regelungen.

Dann ist beispielsweise ein Pausenraum oder ein separater Bereich, in dem Pausen gemacht werden können, zur Verfügung zu stellen. Diese 10 Mitarbeiter schließen auch Zeitarbeiter mit ein. Es ist also nicht so, dass du beliebig viele Zeitarbeiter im Betrieb haben darfst und deine Arbeitsräume so einrichten darfst, wie du willst. Alle Mitarbeiter sind eingeschlossen.

Das ist auch sinnvoll und hier ist sogar nach Rauchern und Nichtrauchern zu unterscheiden. Die meisten Betriebe haben Regelungen, die besagen, dass in den Räumen gar nicht mehr geraucht werden darf. Dann muss es separate Raucherräume geben oder die Raucher werden verpflichtet, außerhalb der Räumlichkeiten zu rauchen.

Die von den Arbeitsräumen getrennten Pausenräume ergeben aus vielen Gründen Sinn:

  • Kunden: Für Kunden muss es klar sein, dass, wer sich in den Geschäftsräumen aufhält, auch ansprechbar ist. Wenn deine Mitarbeiter nun in den Geschäftsräumen Pause machen, können sie nicht sicherstellen, dass sie nicht unterbrochen werden. Bei jeder Störung der Pause beginnt aber die Zeit von vorne. Außerdem ist es auch wirklich unzumutbar, wenn man gar nicht abschalten kann.
  • Kollegen: Es gibt sie praktisch in jedem Team, die Kollegen, die die anderen ständig mit Fragen und Anliegen belagern. Wenn sich nun einzelne Kollegen klar im Pausenraum befinden, ist auch hier die Trennung eindeutig. Wer Pause macht, möchte nicht gestört werden, in Ruhe etwas essen und trinken oder auch einfach nur abschalten und auf andere Gedanken kommen.

Regelungen im Home Office

Pausen für die Gesundheit

Vielleicht denkst du, wenn deine Mitarbeiter im Home Office sind, haben sie ja eh eher den Freizeitmodus als in Präsenz im Büro. Aber das ist nicht der Fall. Auch im Home Office sind deine Mitarbeiter verpflichtet, Pausen zu machen. Natürlich ist es hier noch schlechter zu kontrollieren, als wenn die Mitarbeiter sich in deinen Räumlichkeiten aufhalten.

Eine Möglichkeit ist eine moderne Zeiterfassung, die eine tatsächliche Abwesenheit vom Arbeitsplatz auch erfasst. In Zeiten, in denen immer mehr Home Office praktiziert wird, kann das durchaus zur Herausforderung werden.

Immerhin hört man immer wieder von Mitarbeitern, die versuchen, sich mehr Pausen zu verschaffen, als ihnen zusteht und Zeiterfassungen zu umgehen, indem sie im Home Office mit Geräten arbeiten, die eine Anwesenheit am Computer simulieren, obwohl sie nicht am Heimarbeitsplatz sind. Dies erfüllt den Tatbestand des Betrugs und ist selbstverständlich nicht akzeptabel. Aber auch unabhängig davon sollte es im Team eine Kultur des Fairplay geben. Mitarbeiter sollten wissen, dass Home Office nicht Freizeit mit minimaler Bereitschaft heißen sollte.

Auch die Ruhezeit, also die Zeit zwischen zwei Schichten, ist im Home Office einzuhalten. Das ist natürlich noch schwieriger, wenn es sich um einen Arbeitsplatz am Computer handelt. Hier sind die Grenzen fließend und es ist nicht nur in deiner Verantwortung als Arbeitgeber, auf die Ruhezeiten zu drängen. Auch die Angestellten müssen sich Routinen zulegen, die dann dafür sorgen, dass sie sich ausreichend erholen.

Auf der einen Seite steht für den Arbeitsschutz also das Wohl deiner Angestellten im Vordergrund. Aber auch du als Arbeitgeber profitierst davon. Denn nur, wenn deine Angestellten ausreichend Pausen machen, können sie ihren Pflichten vernünftig nachkommen. Ihre Gesundheit wird davon profitieren und aufgrund der verbesserten Gesundheit wird auch der Krankenstand zumindest nicht weiter ansteigen. Im Ergebnis profitieren alle von der Umsetzung des Arbeitsschutzes und des Gesundheitsschutzes.

Wir von Shiftbase haben uns auf Zeiterfassung und alles rund um Arbeitszeiten spezialisiert. Wir helfen Arbeitgebern dabei, Zusammenhänge wie das Arbeitsschutzgesetz in die Praxis zu holen. Fordere jetzt unsere kostenlose Demo an. Gerne unterstützen wir dich bei der Umsetzung und der Implementierung in dein System.

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