Personalentwicklung – das solltest du wissen

21 Dezember 2022

personalentwicklung

Alle Welt spricht vom großen Fachkräftemangel. Da ist es nicht verwunderlich, dass Firmen ein großes Interesse daran haben, ihre mühevoll gewonnenen und ausgebildeten Mitarbeiter an sich zu binden. Personalentwicklung kann ein guter Weg sein, wie du als Arbeitgeber deine Mitarbeiter im Unternehmen halten kannst.

Personalentwicklung – eine Definition

Unter Personalentwicklung (PE) versteht man alle Maßnahmen des Personalwesens, die die Förderung, Qualifizierung und Weiterbildung der Mitarbeiter, Führungskräfte und Nachwuchskräfte zum Ziel hat. All das gehört zum sogenannten Talent Management und vereint nicht nur unterschiedliche Ansätze unter sich, sondern auch diverse Ziele.

Wie kann Personal effektiv entwickelt werden?

Nutze alle Ressourcen

Um sein Personal zu entwickeln, muss es nicht immer nur die Inhouse Schulung sein, die vielleicht kurzfristig einen Motivationsschub gibt, aber nach einiger Zeit wieder verpufft ist. Vielmehr geht es um langfristige Maßnahmen, die den Mitarbeitern zeigt, wie wertvoll sie für das Unternehmen sind.

Mögliche Ansätze sind:

  • Job Enlargement: Dabei bekommt der Mitarbeiter neue Aufgaben zugeteilt. Seine Aufgabe wird also erweitert. Vor allen Dingen geht es darum, das Tätigkeitsfeld auszudehnen. Unter Umständen kann dieser Erweiterung sich auch auf die Qualität der Arbeit beziehen. Achte bei dieser Maßnahme unbedingt darauf, dass die Aufgaben einerseits zu bewältigen sind, der Mitarbeiter sich also nicht überfordert fühlt und dass er sie auch erlernen kann. Auch die Kombination mit der bisherigen Aufgabe der Mitarbeiter sollte weiterhin möglich bleiben. Job Enlargement kann deinen Mitarbeitern das Gefühl der Monotonie nehmen und ihr Selbstwertgefühl anheben.
  • Job Enrichment: Hier geht es gezielt darum, die Arbeitsinhalte mit sachlich zugehörigen, gleichzeitig aber höherwertigen Aufgaben aufzuwerten.
  • Job Rotation: Ein gezielter Wechsel des Arbeitsplatzes bringt deinen Mitarbeitern im Sinne der Personalentwicklung weitere Qualifikationen. Es ist im Grunde eine Art, Trainee Programme sehr niederschwellig in den Arbeitsalltag einzubauen. Auch Monotonie kann durch einen Arbeitsplatzwechsel abgebaut werden.
  • Projektarbeit: Wenn ein Mitarbeiter im Sinne der Personalentwicklungsmaßnahmen nicht komplett auf einen neuen Job oder Arbeitsbereich gesetzt werden soll, können Projekte ein guter Weg sein, komplexe Aufgaben zu lösen und dem Mitarbeiter ein Gefühl von Verantwortung zu geben. Hinzu kommt, dass bei solchen Projekten viele verschiedene Bereiche zusammenarbeiten und vielfach sogar unterschiedliche Hierarchieebenen kooperieren. So kann jeder sein Wissen einbringen und es findet ein Einblick in andere Unternehmensbereiche statt.
  • Coaching: Hier wird der einzelne Mitarbeiter gefördert. Im Sinne der Personalentwicklung sollen Probleme bei der Arbeit verarbeitet und vor allen Dingen gelöst werden. Der Mitarbeiter lernt darüber hinaus, solche und ähnliche Probleme in der Zukunft auf eine andere, neue Weise anzugehen. Es handelt sich dabei um einen zeitlich begrenzten Personalentwicklungsprozess.
  • Mentoring: Ähnlich wie beim Coaching geht es darum, Mitarbeiter zu Problemlösungen zu führen. Allerdings spricht dieser Zweig der Personalentwicklung vor allen Dingen Führungskräfte an, die von einem erfahrenen Manager gecoacht werden. Auch Mentoren können vom Wissen ihrer Mentees profitieren und es ergibt sich eine Win Win Situation.
  • Off the Job: Manchmal ist es für die Personalentwicklung auch wichtig, den Arbeitsplatz zu verlassen. Ein Seminar, ein Lehrgang oder ein Fernstudium kann Talente gezielt fördern und geht über eine klassische Weiterbildung im Haus deutlich hinaus.

Wann gilt Personalentwicklung als Erfolg?

Viele Maßnahmen in der Personalentwicklung klingen auf den ersten Blick so, als ob sie für das Unternehmen etwas bringen und zur Förderung der Mitarbeiter beitragen.

Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, den Erfolg zu messen. Denn letzten Endes soll die Personalentwicklung ja nicht nur für den einzelnen Mitarbeiter wertvoll sein, sondern auch dem Unternehmen einen Nutzen bringen.

Um den Erfolg der Personalentwicklung zu überprüfen, kannst du folgende Aktionen durchführen:

  • Interviews führen: Befrage deinen Mitarbeiter, ob sie den Eindruck haben, die Personalentwicklungsmaßnahmen haben ihm etwas gebracht. Frage nach konkreten Erfolgen und wie das gewonnene Wissen in der Praxis umgesetzt wird. Neben diesen rein subjektiven Einschätzungen brauchst du aber auch weitere konkrete Ergebnisse.
  • Beobachtung: Es erscheint fast zu einfach, aber wenn du deinen Mitarbeiter in seinem Arbeitsumfeld beobachtest, kannst du leicht erkennen, ob sich durch die Maßnahmen der Personalentwicklung etwas Positives bei ihm ergeben hat. Geht er Aufgaben anders an? Setzt er sein neues Wissen ein? Du musst ihn gar nicht erst separat testen. Es reicht, wenn du seine normalen Abläufe beobachtest.
  • Transferkontrolle: Beobachte, wie sich die konkrete Situation am Arbeitsplatz verändert. Bei der Transferkontrolle geht es darum, ob sich die Ergebnisse tatsächlich messbar verändern. Werden Aufgaben schneller oder anders erledigt? Kommt ein anderer Output heraus?
  • Personalentwicklungsgespräch: Alle Maßnahmen der Personalentwicklung sollten natürlich nicht einmalig sein, sondern ein fortwährender Prozess. Befrage daher deine Mitarbeiter, was für das Talent Management vom Personalwesen getan werden kann. So kannst du auf Dauer gute Prozesse für die Personalentwicklung etablieren. Alle Mitarbeiter werden gleichmäßig entwickelt und so wächst das Unternehmen stetig von innen heraus.

Was sind die Ziele der Personalentwicklung?

Natürlich ist es eine schöne Sache, wenn du dich für die Personalentwicklung einsetzt. Aber selbstverständlich hat jedes Unternehmen auch verschiedene Ziele, die die Personalentwicklungsmaßnahmen verfolgen:

  1. Mitarbeiterbindung und gesteigerte Motivation: Dieses Ziel der Personalentwicklung ist auf der persönlichen Ebene zu sehen. Wenn du in deine Mitarbeiter investierst und ihnen die Möglichkeit der Entwicklung gibst, fühlen sie sich gewertschätzt. Sie sehen, dass sie mehr und höherwertige Aufgaben zugeteilt bekommen und möchten dem Unternehmen beweisen, dass sie diese Investition wert sind. Du verfolgst gleichzeitig auch die Ziele deiner Mitarbeiter, nämlich mehr Verantwortung zu haben. Hier ist ein enger Austausch mit deinen Mitarbeitern besonders wichtig, denn sie sollen gefördert, aber nicht überfordert werden. Gerade Führungs- und Nachwuchskräfte kannst du im Rahmen des "Intrapreneurship" dazu befähigen, wie selbstständige Unternehmer im eigenen Unternehmen zu agieren. Sie sehen das große Ganze und arbeiten noch besser auf die Ziele des Unternehmens hin.
  2. Wettbewerbsfähigkeit und Wissensvorsprung: Wettbewerbsfähig bleibst du als Unternehmen nur dann, wenn deine Mitarbeiter gute Arbeit leisten. Alle Patente und großen Entwicklungen gehen auf die Mitarbeiter zurück. Deshalb zielt die Personalentwicklung auch darauf ab, das Wissen der eigenen Angestellten anzuheben. So steigerst du letzten Endes sogar den Wert des gesamten Unternehmens.
  3. strategische Unternehmensziele verfolgen: Vielleicht möchtest du dein Unternehmen ein wenig anders aufstellen. So gehen Personalentwicklung und Organisationsentwicklung Hand in Hand und du kannst konkret einzelne Bereiche durch Trainings, Coachings und Mentoring aufbauen.
  4. guter Arbeitgeber sein: Wenn du in deine Mitarbeiter investierst, werden sie auch privat davon erzählen. Das ist, so egoistisch das auch klingen mag, unbezahlbare Werbung für dein Unternehmen. Du zeigst dich als guter Arbeitgeber und alle Seiten haben etwas davon.

Welche Voraussetzungen braucht eine erfolgreiche Personalentwicklung?

Damit deine Personalentwicklung auch die Ziele des Unternehmens erfüllt, muss sie konkret und geplant erfolgen:

  • zielgerichtete Maßnahmen: Nur, wenn du weißt, was du mit einer Weiterbildung oder einer der anderen Maßnahmen aus der Definition erreichen willst, kannst du gute Abläufe etablieren. Wenn du beispielsweise einen Mitarbeiter zur Führungskraft machen willst, muss er Führungsqualitäten entwickeln. Dann könnte ein Mentoring der richtige Schritt sein, weil der Mitarbeiter in der Praxis lernt, wie er vorgehen kann. Er kann von einem richtigen Vorbild profitieren.
  • spezifische Maßnahmen: Ein Vertriebsmitarbeiter kann davon profitieren, mit einem erfahrenen Kollegen zu arbeiten. Jemand, der in der IT arbeitet, braucht weniger persönliche Skills, sondern eher das Wissen aus Weiterbildungen und Schulungen, die er dann in der Praxis anwenden kann. Hier ist es vielleicht eher das konkrete Projekt, das die Weiterbildung unterstützt. Der Vertriebsmitarbeiter braucht aber eher ein Vorbild im Auftreten bei Kundenterminen und ähnliche Soft Skills.
  • tätigkeitsrelevante Maßnahmen: Damit die Personalentwicklungsmaßnahmen einen Beitrag zum Unternehmen liefern können, muss jede Maßnahme etwas mit der bisherigen Tätigkeit des Mitarbeiters zu tun haben. Dein Mitarbeiter in der IT braucht also eher eine Weiterbildung in HTML und Javascript, während der Vertriebsmitarbeiter Verkaufstechniken und persönliche Skills benötigt. Eine Ausnahme kann allerdings eine Nachfolgeplanung oder eine Laufbahnplanung sein. Dann muss der Mitarbeiter auf eine neue Rolle vorbereitet werden und der Begriff Mitarbeiterentwicklung tritt stärker in den Vordergrund.
  • klare Stellenbeschreibung: Um all das erfüllen zu können, brauchst du in deinem Unternehmen klare Stellenbeschreibungen. Nur so kannst du herausstellen, welche Ziele die einzelne Maßnahme verfolgt. Dabei kann es auch sinnvoll erscheinen, verschiedene Tätigkeiten zu Gruppen zusammenzuführen. Das ist nicht unbedingt eine einzelne Abteilung, sondern vielmehr zusammengehörige Aufgaben.

Wer trägt zur Mitarbeiterentwicklung bei?

Damit ein guter Personalentwicklungsprozess in Gang gesetzt werden kann, ist es nötig, eine gute Basis dafür zu schaffen. Diese Aufgabe übernimmt die Personalabteilung, die verschiedene Personalentwicklungsmaßnahmen (PE) zur Auswahl stellt. Diese sollten allerdings nach Abteilungen und Tätigkeiten gruppiert sein. Um wieder beim Beispiel zu bleiben: Deine IT Abteilung sollte keine Verkaufsschulungen besuchen, während der Vertrieb kein HTML beherrschen muss.

Um diese Gruppierungen vornehmen zu können, ist die Führungsetage zwingend zu beteiligen. Diese sollten ihre persönlichen Ziele und den gesamten Unternehmenserfolg einbringen können. So wird die jeweilige Abteilung genau so gefördert, wie es sinnvoll ist und die Potenziale werden tatsächlich ausgeschöpft.

Last but not least sind es auch die Mitarbeiter, die off und on the job eine Weiterentwicklung erfahren.

In allen Stufen ist die Kommunikation ein unverzichtbarer Bestandteil der PE, denn viele Personalentwicklungsmaßnahmen sollten engmaschig überwacht werden. Bringen sie dir das, was du dir von ihnen erhoffst?

Wir von Shiftbase haben uns auf unterschiedliche Workflows im Bereich der HR spezialisiert. Deshalb möchten wir dich einladen, eine kostenlose Testversion zu nutzen. Gerne unterstützen wir dich bei der Implementierung in deine eigenen Systeme.

Mitarbeiter Management